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Ungarn in den 1940er Jahren


Aufstand in Budapest
Aufstand in Budapest

Noch Monate nach der Gründung der Republik befand sich Ungarns Wirtschaft in einer extrem schwierigen Situation. Nahrungsmittelknappheit und Inflation beeinträchtigten den wirtschaftlichen Wiederaufbau des Landes. Mit Unterstützung der Sowjetunion entwickelte sich die Kommunistische Partei immer stärker zur treibenden Kraft im Land.

Im Januar 1947 wurden einige Führer der Partei der Kleinen Landwirte der konspirativen Aktivität gegen die Republik beschuldigt und von Kommunisten verhaftet. Im Mai wurde Nagy zum Rücktritt gezwungen. Nachfolger wurde Lajos Dinnyés, ebenfalls ein Mitglied der Partei der Kleinen Landwirte. Von den Kommunisten als illoyal eingestufte Offiziere wurden aus der Armee entlassen. Im Juli wurde das Parlament aufgelöst, und im August wurden Neuwahlen abgehalten. Obwohl die Kommunistische Partei nur 22 Prozent der Stimmen erhielt, dominierte sie die Koalitionsregierung Dinnyés. 1948 wurde der Zusammenschluss der Sozialdemokratischen Partei mit der Kommunistischen Partei zur Vereinigten Ungarischen Arbeiterpartei vollzogen. Eine „Säuberungsaktion”, die 1949 in dieser Partei durchgeführt wurde, festigte die Macht der Kommunisten weiter.

Die Kommunistische Partei wurde zur dominierenden Partei. Bei den Parlamentswahlen vom Mai 1949 standen ausschließlich Kommunisten zur Wahl. Im August nahm die Nationalversammlung eine Verfassung an, die Ungarn zur Volksrepublik erklärte.

Währenddessen hatte die Umwandlung Ungarns in Übereinstimmung mit der kommunistischen Politik begonnen. Mit der UdSSR und weiteren kommunistischen Staaten wurden Verträge über engere Zusammenarbeit geschlossen. Die meisten Konfessionsschulen wurden verstaatlicht und Hunderte Priester und Nonnen, die gegen diese Aktion Widerstand leisteten, verhaftet.

József Kardinal Mindszenty wurde verhaftet, vor Gericht gestellt und 1949 zu lebenslänglicher Haft verurteilt. Viele Betriebe wurden verstaatlicht. Den Bauern, die sich weigerten, einer landwirtschaftlichen Produktionsgemeinschaft beizutreten, wurde das Land weggenommen und den Produktionsgemeinschaften zugeschlagen. Gegner des kommunistischen Regimes wurden zu Zwangsarbeit in Arbeitslagern verurteilt.

Budapest 1956
Budapest 1956

Nach dem Tod des sowjetischen Diktators Jossif Stalin im Jahr 1953 machten innenpolitische Spannungen eine Liberalisierung notwendig. Der seit 1952 amtierende Ministerpräsident Mátyás Rákosi blieb Vorsitzender der Kommunistischen Partei, wurde jedoch als Regierungschef von Imre Nagy abgelöst. Die neue Regierung setzte wirtschaftliche Reformen in Gang, gewährte einigen politischen Gefangenen Amnestie und schaffte die Internierungslager ab. Die Verbindung zur UdSSR blieb weiterhin sehr eng. 1955 trat Ungarn dem Warschauer Pakt bei. Ferner erweiterten diese Länder die Zuständigkeiten des COMECON (Council for Mutual Economic Assistance; Rat für gegenseitige Wirtschaftshilfe).

Erste Anzeichen für das Ende der liberalen Periode zeigten sich im April 1955, als Nagy aus dem Amt des Ministerpräsidenten entlassen und aus der Partei ausgeschlossen wurde, da er angeblich eine antisowjetische Linie vertrat. Sein Nachfolger war András Hegedüs, ein Protegé Rákosis. Im Zuge der Entstalinisierung unter Nikita Chruschtschow 1956 wurde die Politik der ungarischen Regierung wieder liberaler. Ernö Gerö wurde Nachfolger Rákosis an der Parteispitze.

Die Unzufriedenheit der Bevölkerung wuchs, und die antisowjetische Opposition wurde durch Demonstrationen in Polen 1956 bestärkt. Studenten demonstrierten für die Abschaffung der Pflichtfächer „Russisch” und „Marxismus-Leninismus” an Schulen und Universitäten und brachten zusammen mit dem Schriftstellerbund ihre Sympathie für die antisowjetische Bewegung in Polen zum Ausdruck. Die Arbeiter schlossen sich der Forderung dieser Gruppierungen an. Am 23. Oktober bat Ministerpräsident Hegedüs angesichts des großen Unmutes in der ungarischen Bevölkerung die sowjetischen Besatzungstruppen um Hilfe. Die Arbeiterpartei griff ein, Hegedüs wurde durch Nagy und Gerö durch János Kádár abgelöst. Nagy stand auf Seiten der Demonstranten und kündigte das Ende des Einparteiensystems und die Abhaltung freier Wahlen an. Er versprach Wirtschaftsreformen, entließ Kardinal Mindszenty aus der Haft, forderte den Abzug der sowjetischen Truppen, kündigte Ungarns Mitgliedschaft im Warschauer Pakt auf und erklärte Ungarn zu einem neutralen Staat. Anfang November wurde der Ungarische Volksaufstand durch sowjetische Truppen und Panzer blutig niedergeschlagen. Hunderte von Ungarn wurden hingerichtet, viele Tausende wurden verhaftet, und fast 200 000 Menschen flohen nach Österreich. Imre Nagy wurde 1958 in einem Geheimprozess zum Tod verurteilt und hingerichtet.

Kádárs Regime


Unter dem Ministerpräsidenten und Vorsitzenden der Ungarischen Sozialistischen Arbeiterpartei, János Kádár, kam es zu einer Erneuerung des kommunistischen Systems. Moskau sagte sofort umfangreiche Hilfszahlungen und seine volle Unterstützung zu. Die Verurteilung der Aufständischen wurde zwischen 1957 und 1958 fortgesetzt. Tausende wurden in die UdSSR deportiert, viele Reformpolitiker wurden hingerichtet.

Über drei Jahrzehnte bestimmte Kádár die Politik des Landes. Der Posten des Generalsekretärs der Partei stellte die Grundlage seiner Macht dar, obwohl er zwischenzeitlich auch das Amt des Ministerpräsidenten innehatte. Die Regierung blieb moskautreu und beteiligte sich 1968 an dem Einmarsch in der Tschechoslowakei, der den „Prager Frühling” beendete.

Durch die Umsetzung verschiedener Reformen entwickelte sich die ungarische Wirtschaft zur erfolgreichsten der osteuropäischen Staaten. Im Zuge der politischen Öffnung des Landes nach Westen war das Regime darauf bedacht, die UdSSR nicht zu verstimmen und unterstützte die harte Linie der Sowjets gegenüber der Liberalisierung in Polen 1981/82. Die Wirtschaftsflaute Mitte der achtziger Jahre brachte die Einführung eines Sparprogramms mit sich sowie eine Massendemonstration für Reformen der Bürgerrechte. Mitte der achtziger Jahre wurde unter dem Eindruck von Michail Gorbatschows Reformplänen in der UdSSR die Liberalisierung der Wirtschaftspolitik weiter vorangetrieben. Auf dem Parteitag im Mai 1988 mussten Kádár und das gesamte Politbüro zurücktreten.

Der neue Generalsekretär Károly Grósz übernahm im Juni 1987 das Amt des Ministerpräsidenten. In dieser Position initiierte er ein Wirtschaftsprogramm, das die Erhebung neuer Steuern, die Streichung von Subventionen und die Förderung der Privatwirtschaft beinhaltete. Als weitere Zeichen der Liberalisierung gestattete die Regierung die Bildung unabhängiger politischer Gruppierungen und führte das Streik- und Demonstrationsrecht ein. In der Folgezeit wurde die bestehende Verfassung überarbeitet, das Mehrparteiensystem eingeführt, und der offizielle Name des Landes wurde von Volksrepublik Ungarn in Republik Ungarn geändert. Im März und April 1990 gewann eine Koalition aus Mitte-rechts-Parteien bei den ersten freien Parlamentswahlen seit 45 Jahren die Mehrheit im Parlament. Der Schriftsteller Árpád Göncz, einer der Mitbegründer des Bundes Freier Demokraten (SzDSz), wurde zum Staatsoberhaupt gewählt. © "Ungarn" geschrieben von Emmanuel Buchot und Encarta

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