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Banken und Verkehr in Russland
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Die Währungseinheit Russlands ist der Rubel; Kopeken sind wegen der extremen Inflation nicht mehr im Umlauf. Die Inflationsrate lag im Sommer 1997 bei 11 Prozent, 1996 waren es noch 37,6 Prozent. Über Jahrzehnte gestattete es die UdSSR nicht, dass der Rubel auf dem Weltmarkt in Umlauf kam. Stattdessen setzte sie willkürlich einen Wert im Verhältnis zu Auslandswährungen fest. Anfang 1998 gab die russische Regierung einen neuen Rubel ohne Sowjetinsignien heraus.

Die Struktur des Bankwesens in Russland hat sich seit Mitte der achtziger Jahre deutlich verändert. In den letzten Jahren der UdSSR wurden die Tochterbanken von Gosbank, der Bundesbank der UdSSR, in Geschäftsbanken umgewandelt und erhielten eine neue Konzession unter der neuen Zentralbank für Russland. Die fünf großen sowjetischen Sektorenbanken (eine Allgemeine Sparkasse, die Bank für den Außenhandel und Banken für den sozialen Sektor, für die Landwirtschaft sowie für die Bauwirtschaft und die Industrie) wurden entweder in Geschäftsbanken umgewandelt oder geschlossen. Die verbliebenen Sektorbanken haben nicht länger besondere Funktionen oder Regierungsklientel, obwohl sie sich einen Großteil ihrer früheren Kunden erhalten haben.

Die umgewandelten Sektorenbanken sind viel größer als in jüngster Zeit gegründete Geschäftsbanken. Das Vermögen der größten früheren Sektorenbank überstieg Mitte des Jahres 1991 knapp 110 Milliarden Rubel, gegenüber durchschnittlich 1,5 Milliarden Rubel für die führenden neuen Geschäftsbanken. Die beiden Banktypen unterscheiden sich auch in der Art der Kundschaft, die sie betreuen. Die früheren Sektorenbanken versorgen in erster Linie Staatsbetriebe, während die neuen Geschäftsbanken hauptsächlich private Unternehmen bedienen. Nur zwölf Auslandsbanken haben die Genehmigung erhalten, im Land tätig zu werden; sie sind in ihrer Tätigkeit zudem einer Reihe von Einschränkungen unterworfen. Nach der Verfassung von 1993 ist die Zentralbank von Russland unabhängig von direkter Kontrolle durch Regierung oder Parlament, obwohl ihr Vorsitzender von der Duma auf Empfehlung des Präsidenten ernannt wird. Die schwere Bankenkrise vom August 1998 zog eine allgemeine Wirtschaftskrise nach sich.

1987 bezogen Mitglieder des Rates für gegenseitige Wirtschaftshilfe (COMECON) rund 60 Prozent der Sowjetexporte und lieferten 64 Prozent der Importe. Unter den sozialistischen Ländern war die Deutsche Demokratische Republik der führende Handelspartner der UdSSR, gefolgt von der Tschechoslowakei, Polen, Ungarn und Bulgarien. Die Haupthandelspartner der UdSSR außerhalb des Ostblocks waren die Bundesrepublik Deutschland, Italien und Japan.

Mit den politischen Veränderungen hat sich inzwischen auch die Struktur des russischen Außenhandels stark geändert. Der Handel mit den westlichen Industrieländern macht nun über die Hälfte der russischen Handelsaktivitäten außerhalb der ehemaligen Sowjetrepubliken aus.

Deutschland ist Russlands größter Handelspartner (ohne den Handel mit den ehemaligen Sowjetrepubliken, vorrangig der Ukraine). Weitere Handelspartner sind die USA, Länder der EU (z. B. Italien, Großbritannien, Niederlande), die Schweiz und China.

Ein weiterer markanter Umschwung im russischen Außenhandel war ein starker Rückgang des Handelsvolumens: 1992 beliefen sich die Exporte in Gebiete außerhalb der ehemaligen UdSSR auf weniger als ein Drittel des Exportumfangs von 1988, zugleich erreichten die Importe weniger als die Hälfte des Volumens von 1988. Im ersten Quartal des Jahres 1993 ging der Außenhandel sogar noch weiter zurück, was zum Teil durch neue Importzölle verursacht wurde und durch zusätzliche Kontrollen bei strategisch bedeutsamen Exporten. Versuche, die russische Handelsbilanz genau zu ermitteln, werden jedoch durch den vorhandenen Tauschhandel und die illegale Übertragung von russischem Vermögen ins Ausland erschwert. Der Tauschhandel machte jedoch schätzungsweise 40 Prozent der Gesamtexporte und 26 Prozent der Gesamtimporte aus.

Fahrt in der Transsibirischen Eisenbahn
Fahrt in der Transsibirischen Eisenbahn. Encarta
Der Tauschhandel findet hauptsächlich mit den früheren Sowjetrepubliken statt, von denen die meisten immer noch russischen Brennstoff zu subventionierten Preisen beziehen. Was die illegale Übertragung russischen Vermögens betrifft, so nehmen Schätzungen an, dass der Gesamtbetrag an illegalem Kapitalabfluss sich bisher auf zehn Milliarden US-Dollar und mehr beläuft.
Das Verkehrs- und Transportwesen wird von der Eisenbahn dominiert. Die Dichte des Eisenbahnnetzes entspricht im Allgemeinen der regionalen Bevölkerungsdichte. Die russischen Eisenbahnlinien weisen den stärksten Frachtverkehr der Welt auf. Der dichteste Verkehr auf einer Einzelstrecke verläuft im westsibirischen Abschnitt der Transsibirischen Eisenbahn. Um das Schienennetz zu entlasten, wurden in Westsibirien und Nordkasachstan parallele Trassen gebaut. Eine neue Eisenbahnstrecke, die Baikal-Amur-Magistrale (BAM), verläuft durch ganz Sibirien und die Fernostregion nördlich der heutigen Transsibirischen Eisenbahn.
Russisches Wasserkraftwerk

Die Sowjetregierung vernachlässigte den Gütertransport auf Straßen aufgrund der hohen Bau- und Instandhaltungskosten für das Straßennetz und aufgrund der hohen Gesamttransportkosten. Etwa die Hälfte der Straßen hat einen Beton- oder Asphaltbelag, der Rest sind unbefestigte Straßen. Nur wenige der Straßen des Landes haben mehr als zwei Fahrspuren. Wie das Eisenbahnnetz ist auch das Straßennetz im europäischen Teil des Landes am dichtesten.

Ende der achtziger Jahre gehörte die Handelsflotte der UdSSR zu den größten der Welt. Zu den wichtigsten zivilen Seehäfen in Russland zählten neben Noworossijsk am Schwarzen Meer, Sankt Petersburg und Kaliningrad an der Ostsee auch Nachodka, Vostochnyy, Wladiwostok und Vanino an der Pazifikküste sowie Murmansk und Archangelsk an der arktischen Küste.

Russisches Wasserkraftwerk. Encarta

Die Wolga ist die wichtigste inländische Wasserstraße Russlands. Über sie läuft mehr als die Hälfte der Binnenschifffahrt des Landes. Haupthäfen an der Wolga sind Rybinsk, Nishnij Nowgorod, Samara, Wolgograd und Astrachan im Mündungsgebiet am Kaspischen Meer. Rostow, ebenfalls ein bedeutender Hafen, liegt am Asowschen Meer nahe der Donmündung. Die Häfen von Moskau sind über den Moskaukanal mit dem Wolgaflusssystem verbunden. Dieser Kanal fließt nördlich von Moskau in die Wolga. In Sibirien und der Fernostregion sind die Flüsse die einzigen Verkehrswege in Gebieten, die fern jeder Eisenbahnlinie liegen. Die meisten sibirischen Flüsse, darunter Lena, Jenissej und Ob, fließen nach Norden ins Nordpolarmeer. Der nach Osten fließende Amur ist der wichtigste schiffbare Strom in der Fernostregion.

Russland verfügt über ein umfangreiches Netz an Rohrleitungen für Erdöl und Erdgas, von denen die meisten von Ost nach West verlaufen. Ölpipelines verbinden Fördergebiete in Westsibirien und in der Wolga-Ural-Region mit Verbrauchsgebieten im europäischen Russland und in anderen europäischen Ländern. Auch Erdgas gelangt über Pipelines aus dem Nordwesten von Sibirien, dem Nordosten des europäischen Russlands und dem Nordkaukasus nach Westen. Verschiedene Leitungen verbinden Russland mit Gas- und Erdölfeldern in zentralasiatischen Republiken und Westkasachstan. Weitere Leitungsnetze verlaufen von Süden nach Osten von Westsibirien bis nach Irtkutsk. Einige kleine, isolierte Rohrleitungen findet man in Nordsibirien und in der Fernostregion. "Russland," Microsoft® Encarta® Online-Enzyklopädie 2009
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