Renaissance und Reformation in Frankreich
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Fotografien Frankreich |
Ludwig XI. (1461-1483) suchte die durch den Krieg und die verschiedenen Pestepedemien schwer in Mitleidenschaft gezogene Wirtschaft wieder zu konsolidieren. Er förderte und regulierte zugleich nach dem Vorbild der Wirtschaftspolitik in den italienischen Stadtstaaten und im Sinne einer Frühform des Merkantilismus Handel und Gewerbe. Die Förderung von Handel und Gewerbe waren die Voraussetzung für die Durchführung der umfangreichen Steuererhebungen, die Ludwig zur Finanzierung von Verwaltung und Heer vornahm, und sie brachte Städte und Bürgertum gegen den Adel auf die Seite des Königs. Mit seiner teilweise rigorosen persönlichen Herrschaft schuf Ludwig die Grundlagen der absolutistischen Monarchie in Frankreich. Nach dem Tod Herzog Karls des Kühnen von Burgund 1477, gegen den er seit seinem Herrschaftsantritt nahezu ständig Krieg führte, zog Ludwig die französischen Lehen im burgundischen Reich ein und beschwor damit einen langwierigen Konflikt mit den burgundischen Erben Maria von Burgund und Maximilian I. herauf, an dessen Ende er 1482 das Herzogtum Burgund und die Picardie für die Krone gewann. 1480/81 zog er zudem Anjou, Maine und die Provence an sich. |
Ludwigs Sohn und Nachfolger Karl VIII. (1483-1498) wurde 1491 mit Anna, der Erbtochter des Herzogs von der Bretagne, verheiratet. Durch sie kam (endgültig erst 1532) das letzte große Lehensfürstentum unmittelbar an die französische Krone; die staatliche Einigung Frankreichs war nun weitgehend abgeschlossen. |
1494/95 erneuerte Karl mit einem letztlich erfolglosen Feldzug den Anspruch der französischen Krone auf das Anjou-Erbe im Königreich Neapel und involvierte damit Frankreich in einen langwierigen Machtkampf mit den Habsburgern, die seit 1496 mit Spanien verbunden waren, um Italien. Karls Nachfolger Ludwig XII. (1498-1515) eroberte 1499 das Herzogtum Mailand, musste es aber 1512 angesichts der übermächtigen antifranzösischen Heiligen Liga wieder abgeben. Franz I. (1515-1547) gewann 1515 durch seinen Sieg bei Marignano Mailand zurück. 1519 bewarb er sich um die römisch-deutsche Kaiserkrone, unterlag jedoch Karl V. Gegen ihn führte er in der Folgezeit insgesamt vier Kriege um die Vorherrschaft in Italien. |
Bereits im ersten dieser Kriege unterlag er und musste im Frieden von Cambrai auf Mailand und alle Ansprüche auf Italien verzichten sowie auf die Lehenshoheit über Flandern und Artois; die folgenden Kriege bestätigten jeweils den Status quo. Nach einem weiteren Krieg gegen die Habsburger musste Franz’ Nachfolger Heinrich II. (1547-1559) im Frieden von Cateau-Cambrésis 1559 endgültig auf Italien verzichten; dafür wurde er im Besitz der von ihm eroberten Bistümer Metz, Toul und Verdun bestätigt. 1558 war auch Calais wieder an Frankreich gefallen. |
Unter Franz I. wurde in dem nun zum größten Teil der Krone direkt unterstehenden Staat der Ausbau der zentralistischen Verwaltung fortgesetzt. 1516 schloss er mit Papst Leo X. ein Konkordat, in dem sich der König einen großen Einfluss auf die Personalentscheidungen in der französischen Kirche sowie auf ihre Finanzen zusichern ließ. Damit wurde die Kirche in Frankreich zu einem wichtigen Herrschaftsinstrument des Königs. Seit dem zweiten Drittel des 16. Jahrhunderts breitete sich die Reformation auch in Frankreich aus, besonders in ihrer calvinistischen Ausprägung; vor allem beim Adel, zunehmend auch beim Hochadel, und beim Bürgertum fand die neue Religion Anklang. Franz I. übte zunächst noch Toleranz gegenüber den französischen Protestanten, den Hugenotten, und suchte zwischen Katholiken und Hugenotten zu vermitteln, um gewaltsame Auseinandersetzungen zu verhindern. In seinen Kriegen gegen Karl V. verbündete er sich – allerdings allein aus machtpolitischen Gründen – sogar mit den deutschen Protestanten. An die Spitze der Hugenotten stellten sich die Bourbonen, besonders deren Seitenlinie Condé, die zugleich auch die Adelsopposition gegen den König repräsentierten; |
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Ludwig XI. von Frankreich |
die Katholiken wurden von den Guise, einer Nebenlinie des lothringischen Herzogshauses, angeführt. Erst Heinrich II. begann die Hugenotten zu verfolgen. "Frankreich" Microsoft® Encarta® Online-Enzyklopädie 2009 http://de.encarta.msn.com © 1997-2009 Microsoft Corporation. Alle Rechte vorbehalten. |
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