Kunst und Kultur in Belgien
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Fotografien Belgien |
Es besteht eine allgemeine Schulpflicht von 13 Jahren (2002–2003), der Schulbesuch ist kostenlos. Das Schulsystem gliedert sich in einen sechsjährigen Primarunterricht und den Sekundarunterricht, der drei je zweijährige Unterrichtszyklen umfasst. Seit 1959 gibt es auch Schulen mit kirchlicher Trägerschaft. Gemäß dem Gesetz von 1963 wird der Unterricht in der Sprache der entsprechenden Region abgehalten. In Brüssel werden die Schüler nach ihrer Muttersprache in getrennten Klassen unterrichtet. Die älteste Universität Belgiens ist die 1425 gegründete Katholische Universität Löwen. 1970 wurde sie in zwei unabhängige Universitäten geteilt, eine mit Französisch als Unterrichtssprache, die andere mit Niederländisch. Weitere bedeutende Universitäten befinden sich in Gent (gegründet 1817, Unterrichtssprache Niederländisch) und Lüttich (gegründet 1817, Unterrichtssprache Französisch), die Freie Universität Brüssel wurde 1834 unter der neu gebildeten belgischen Regierung eröffnet. 1965 entstanden in Mons und Antwerpen staatliche Universitäten. 1970 wurde die Freie Universität Brüssel ebenfalls in zwei unabhängige Institutionen mit getrennten Unterrichtssprachen geteilt. |
In Antwerpen, Brüssel, Gent, Lüttich und Mons gibt es jeweils eine Königliche Akademie der Schönen Künste und ein Königliches Musikkonservatorium. Staatliche Landwirtschaftshochschulen befinden sich in Gent und Gembloux-sur-Orneau. In Belgien sind etwa 250 000 Studenten immatrikuliert. |
In allen größeren Städten gibt es Fach- und allgemeine Bibliotheken. Nationalbibliothek und größte Sammlung von Nachschlagewerken ist die Bibliothèque Royale Albert I. (gegründet 1837) in Brüssel. Weitere umfangreiche Universitätsbibliotheken existieren in Gent, Lüttich und Löwen. Das Königliche Museum der Schönen Künste (1890) in Antwerpen ist für seine Sammlung von Werken des flämischen Malers Peter Paul Rubens berühmt. Im Königlichen Museum der Schönen Künste Belgiens (1830) in Brüssel befinden sich eine Kunstsammlung mit Werken aus verschiedenen Epochen, ein Konzertsaal und ein Kino. Im Mittelalter markierte der französisch-burgundische Diplomat Philippe de Comines mit seinen Mémoires (Erstdruck 1524) den Beginn der neuzeitlichen politischen Geschichtsschreibung. |
Charles de Coster verfasste mit La légende et les aventures héroïques, joyeuses et glorieuses de Thyl Uhlenspiegel et de Lamme Goedzak au pays de Flandres et ailleurs (1867; Tyll Uhlenspiegel und Lamm Goedzak. Legende von ihren heroischen, lustigen und ruhmreichen Abenteuern im Land der Flandern und andern Orts) ein Meisterwerk der belgischen Literatur. Der vom Naturalismus beeinflusste Schriftsteller Camille Lemonnier (Happe-chair, 1886; Der eiserne Moloch) ebnete der Literatur der Bewegung des so genannten Jungen Belgien den Weg, dessen zentraler Vertreter Émile Verhaeren zudem als bedeutendster belgischer Lyriker der Moderne gilt. Hendrik Conscience avancierte zum Erneuerer der flämischen Literatur. Maurice Maeterlinck, der 1911 den Nobelpreis für Literatur erhielt, prägte das symbolistische Theater nachhaltig. Der bedeutende französische Surrealist Henri Michaux war belgischer Herkunft. Einer der bekanntesten belgischen Schriftsteller des 20. Jahrhunderts ist Georges Simenon, der mit seinen Kriminalromanen um den Kommissar Maigret Weltruhm erlangte. |
Ein bedeutender flämischer Bildhauer der Zeit um 1400 war Claus Sluter mit seinem Mosesbrunnen (1395-1406). Zu den bedeutendsten flämischen Malern des 15. und 16. Jahrhunderts gehören der herausragende Altarbild- und Porträtmaler Hans Memling, Jan van Eyck, Wegbereiter der spätgotischen Malerei, Rogier van der Weiden, der stilbildend auf seine Nachfolger wirkte, Mabuse, der Meister der Tiermalerei Frans Snijders und – in der Nachfolge von Hieronymus Bosch mit seinen apokalyptischen Landschaften – Pieter Bruegel der Jüngere, genannt Höllenbruegel. Im 17. Jahrhundert entstanden die Werke des Malers und Kupferstechers Jan Fyt, von Peter Paul Rubens und Sir Anthonis van Dyck, dem größten flämischen Porträtisten der Aristokratie. Jacob Jordaens gilt neben Rubens als herausragendster Vertreter des flämischen Barock, an dessen Schwelle der Spätmanierist Carel van Mander stand. Alfred Stevens wurde vor allem durch seine Genremalerei bekannt, wobei er sich auf Vorbilder aus dem 15. |
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Georges Simenon |
bzw. 17. Jahrhundert berufen konnte, namentlich auf Petrus Christus und David Teniers. International berühmte Künstler des 20. Jahrhunderts sind James Ensor und Frans Masereel mit seinen Holzschnitten sowie die Surrealisten Paul Delvaux und René Magritte. Pierre Alechinsky wurde vor allem durch eine traumhaft-automatisch wirkende Bildersprache bekannt. |
Im 16. Und 17. Jahrhundert waren die Musterbücher des flämischen Baumeisters Hans Vredeman de Vries mit Architektur- und Perspektivdarstellungen, Ornamenten, Gartenentwürfen und Möbelvorlagen in vielen Auflagen und Übersetzungen in den Niederlanden und Deutschland, in Skandinavien und England weit verbreitet. Victor Horta gilt gemeinhin als einer der führenden Vertreter des architektonischen Art Noveau bzw. Jugendstils; seine innovativen Ideen spiegelt bereits sein erstes Hauptwerk, das Hôtel Tassel in Brüssel (entworfen 1892), wider. Weitere Gebäude Hortas in Belgien sind bzw. waren das Parteigebäude der belgischen Sozialisten Maison du Peuple (1899 fertig gestellt; 1964 zerstört) mit seiner Glas- und Eisenfassade, das Palais des Beaux-Arts (1922-1928) in Brüssel und der dortige Bahnhof (1936-1941). Ein weiterer herausragender Vertreter des belgischen Jugendstils war der Architekt und Designer Henri van de Velde. Sein eigenes Wohnhaus in der Nähe von Brüssel (1895) legt hiervon beredtes Zeugnis ab. Belgien," Microsoft® Encarta |
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