Geschichte von Polen : Die Diktatur
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Fotografien Polen |
Vor dem Hintergrund einer schweren Wirtschaftskrise, zunehmender innenpolitischer Konflikte und einer bedenklichen außenpolitischen Lage ergriff Piłsudski am 12. Mai 1926 in einem weitgehend unblutigen Staatsstreich die Macht. Piłsudski beließ zwar die demokratische Verfassung in Kraft, schuf jedoch, formal nur Kriegsminister und Oberbefehlshaber der Streitkräfte, aber gestützt auf das Militär und sein hohes Ansehen bei weiten Teilen der Bevölkerung, ein autoritatives, diktatorisches System. Die regierungsfreundlichen Parteien wurden zu einem Block zusammengefasst, die politische Opposition wurde nach und nach zerschlagen, die nationalen Minderheiten wurden unterdrückt. Im März 1933 wurde ein Ermächtigungsgesetz erlassen, auf dessen Grundlage eine auf die Person Piłsudski ausgerichtete autoritäre Präsidialverfassung erarbeitet und am 23. April 1935 verabschiedet wurde. |
Knapp drei Wochen nach Erlass der neuen Verfassung, am 12. Mai 1935, starb Piłsudski; seine Nachfolger an der Staatsspitze – Staatspräsident Ignacy Mościcki, Oberbefehlshaber Edward Rydz-Śmigły und Außenminister Józef Beck – waren nicht in der Lage, die Verfassung auszufüllen und das System Piłsudski fortzuführen, erschöpften sich vielmehr in gegenseitigen Konflikten. |
Als führender Mann setzte sich schließlich Rydz-Śmigły durch, und mit ihm erhielt die polnische Innen- und Außenpolitik eine zunehmend militaristische Prägung. 1932 schloss Polen unter Abkehr von der französischen Sicherheitspolitik einen Nichtangriffspakt mit der UdSSR und 1934 den auf zehn Jahre angelegten Deutsch-Polnischen Nichtangriffspakt. Beide Abkommen sollten Polens Grenzen garantieren; der deutsch-polnische Pakt sollte zudem als Grundlage für Polens Aufstieg zur Führungsmacht in Ostmitteleuropa an der Seite des nationalsozialistischen Deutschen Reiches dienen. 1938 beteiligte sich Polen an der Zerschlagung der Tschechoslowakei durch das Münchner Abkommen – Polen erhielt das nordmährische Olsa-Gebiet – und geriet dadurch noch weiter in Distanz zu seinen früheren Verbündeten. |
Im März 1939 forderte Hitler die Lösung der Danzigfrage, d. h. die Angliederung der Freien Stadt an das Deutsche Reich und die Errichtung von exterritorialen Verkehrswegen durch den Korridor; Polen lehnte ab und wandte sich wieder von Deutschland ab und dem Westen zu: |
Am 31. März 1939 gab Großbritannien eine Garantieerklärung für den Fall eines deutschen Angriffs auf Polen ab, der sich Frankreich mit einer Bekräftigung der bestehenden Allianz anschloss. Am 28. April 1939 kündigte Hitler den Deutsch-Polnischen Nichtangriffspakt; am 23. August 1939 schloss er den Hitler-Stalin-Pakt mit der Sowjetunion, in dem in einer geheimen Zusatzklausel u. a. die neuerliche Liquidierung des polnischen Staates und seine Aufteilung zwischen dem Deutschen Reich und der Sowjetunion beschlossen wurde. Zwei Tage später schloss Großbritannien mit Polen einen Beistandspakt. Am 1. September 1939 überfiel das Deutsche Reich Polen und löste so den 2. Weltkrieg aus. "Polen," Microsoft® Encarta |
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Ignacy Mościcki |
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