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Polen in den Jahren 1950 bis 1970


Adam Rapacki
Adam Rapacki

Nach dem Beginn der offenen Entstalinisierung auf dem XX. Parteitag der KPdSU im Februar 1956 und dem Tod des Ersten Sekretärs der PZPR, Bolesław Bierut, im März 1956 setzte auch in Polen eine vorsichtige Liberalisierung ein. Dennoch mehrten sich vor allem in Intellektuellen- und Arbeiterkreisen die Unzufriedenheit bzw. der Protest gegen die katastrophale Versorgungslage und die überall spürbare sowjetische Dominanz. Der Protest artikulierte sich im Juni 1956 in Posen in einem Generalstreik und einer Massendemonstration, der weitere Demonstrationen im ganzen Land folgten. Der Posener Aufstand wurde zwar blutig niedergeschlagen; die PZPR hatte aber durch die Protestbewegung erheblich an Autorität verloren. Dies sowie die gärende Stimmung in Ungarn veranlassten die sowjetische Führung im so genannten „Polnischen Oktober”, der Rückberufung des hoch angesehenen Gomułka an die Spitze der PZPR zuzustimmen und Polen einen eigenen Weg zum Sozialismus zuzugestehen.

Bis zu seinem Rücktritt 1970 prägte Gomułka als Generalsekretär der PZPR maßgeblich den politischen Kurs Polens. Er leitete eine Reihe Reformen ein: In der Landwirtschaft wurde die Zwangskollektivierung durch die Wiedereinführung der Privatwirtschaft ersetzt; die industrielle Produktion wurde stärker auf Konsumgüter ausgerichtet; das gesamte Planungssystem wurde reorganisiert; die Kirchen- und die Kulturpolitik wurden liberalisiert; sowjetische Berater wurden entlassen, die Stationierung sowjetischer Truppen in Polen wurde begrenzt. Bei den Sejm-Wahlen 1957 durften auch wieder parteilose Kandidaten antreten.

Schon in den frühen sechziger Jahren schränkte Gomułka die kulturellen und kirchlichen Freiheiten wieder ein, schlug innenpolitisch einen repressiveren Kurs ein und provozierte damit erneut Unzufriedenheit, die zusätzlich Nahrung durch die nach wie vor schlechte Versorgungslage erhielt.

Die Unzufriedenheit entlud sich im März 1968 in Studentenunruhen, die an der Warschauer Universität begannen und rasch auf die Universitäten Posen, Lublin und Krakau übergriffen.

Die Studenten klagten vor allem liberale Reformen ein – ähnlich denen, die zur selben Zeit die reformkommunistische Führung im Nachbarland Tschechoslowakei während des Prager Frühlings einzuleiten begann. Auch diese Studentenunruhen konnten – mit sowjetischer Rückendeckung – unterdrückt werden; die reformorientierten Kräfte innerhalb der Partei wurden ausgeschaltet, unbequeme Intellektuelle, darunter zahlreiche Juden, wurden von ihren Posten entfernt bzw. in die Emigration getrieben. Im August 1968 beteiligte sich Polen im Rahmen des Warschauer Paktes mit einem großen Truppenkontingent an der Niederschlagung des Prager Frühlings.

Willy Brandt
Willy Brandt

Im Dezember 1970 brachen infolge von Preiserhöhungen u. a. für Grundnahrungsmittel vor allem in den Industriezentren an der Küste erneut Streiks und Aufstände aus, diesmal vor allem von der Arbeiterschaft getragen. Auch diese Unruhen wurden niedergeschlagen; in der Folge aber musste Gomułka als Erster Sekretär der PZPR zurücktreten.

Entspannungsorientierte Außenpolitik


Im Zuge der allgemeinen Liberalisierung zu Beginn der Ära Gomułka legte Außenminister Adam Rapacki im Oktober 1957 einen Plan zur Schaffung einer atomwaffenfreien Zone in Polen und den beiden deutschen Staaten vor, den so genannten Rapacki-Plan, dessen Ziel der Abbau der Spannungen in Mitteleuropa und die Überwindung des Kalten Krieges war. Der Plan wurde vom Westen zwar abgelehnt, aber immerhin als ein erstes Signal des Entspannungswillens gewertet.

Die Beziehungen zur Bundesrepublik Deutschland gestalteten sich lange Jahre äußerst problematisch; Gründe waren u. a. die Weigerung der Bundesrepublik, die Oder-Neiße-Linie als endgültige polnische Westgrenze anzuerkennen, die Hallsteindoktrin, die es der Bundesrepublik nicht erlaubte, zu Polen diplomatische Beziehungen aufzunehmen, sowie die Forderungen und Ansprüche der deutschen Vertriebenen gegenüber dem polnischen Staat. Ernsthafte Gespräche zwischen der Bundesrepublik und Polen kamen erst 1969 zustande, nachdem Gomułka die Offenhaltung der Grenzfrage zugesagt und in der Bundesrepublik die sozialliberale Koalition unter Willy Brandt die Regierung übernommen hatte. Nach langwierigen Verhandlungen wurde am 7. Dezember 1970 in Warschau der Deutsch-Polnische Vertrag unterzeichnet, in dem die Bundesrepublik u. a. auf alle Gebietsansprüche gegenüber Polen verzichtete und die Oder-Neiße-Linie als deutsch-polnische Grenze anerkannte. In der Bundesrepublik stieß der Vertrag auf erheblichen Widerstand; erst nach heftigen Auseinandersetzungen wurde er im Mai 1972 vom Bundestag ratifiziert. Anschließend nahmen die Bundesrepublik und Polen volle diplomatische Beziehungen auf. "Polen" © Emmanuel BUCHOT, Encarta, Wikipedia.

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