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Russland vom 16. bis 17. Jahrhundert


Boris Godunow
Boris Godunow

Die Regentschaft für den geisteskranken Thronerben Fjodor I. Iwanowitsch (1584-1598) – seinen Erstgeborenen hatte Iwan IV. 1581 in einem Tobsuchtsanfall erschlagen – übernahm sein Schwager, der Bojare Boris Godunow, ein Opritschnik und enger Vertrauter Iwans IV. Zwar konnte Boris trotz großer wirtschaftlicher Probleme die russische Expansion fortsetzen (Sibirien, Finnischer Meerbusen, Kaukasus), jedoch wuchs die Unzufriedenheit der Bauern, deren Leibeigenschaft 1597 durch einen Erlass bekräftigt wurde. Die russisch-orthodoxe Kirche erreichte mit der Errichtung eines eigenen Patriarchats 1589 auch formell die Loslösung vom griechischen Patriarchat in Konstantinopel. Mit dem Tod des kinderlosen Fjodors 1598 endete die Dynastie der Rurikiden, die seit dem Warägerfüst Rurik die Geschichte der russischen Reiche geprägt hatten.

Die nachfolgenden Machtkämpfe um den Thron, die mit der Wahl von Boris Godunow zum neuen Zaren (1598-1605) durch ein Semskij Sobor (Nationalversammlung) begannen, schwächten das Reich. Godunow regierte mit Geschick und Umsicht, sah sich aber einer Adelsopposition gegenüber, die ihn der Ermordung des jüngsten Sohnes Iwans des Schrecklichen, Dmitrij, bezichtigte. Dieser war 1591 unter ungeklärten Umständen gestorben.

Im Volk hielt sich jedoch der Glaube, Dmitrij lebe noch, was verschiedene Anwärter, die unter seinem Namen auftraten, auf den Plan rief – ein immer wiederkehrendes Phänomen in der russischen Geschichte. Eine Zeit der sozialen Unruhen und Aufstände, bekannt als Smutnoje Wremja („Zeit der Wirren”) oder Smuta, begann.

1604 erschien ein Thronanwärter, der sich Dmitrij I. nannte und als der erste falsche Dmitrij/Demetrius oder Pseudodemetrius I. in die Geschichte einging. Dieser falsche Dmitrij hatte die Unterstützung des polnischen und des litauischen Adels sowie der Kosaken und des russischen Adelsgeschlechtes der Romanow, das von Godunow 1601 politisch ausgeschaltet worden war. Drei Monate nach dem Tod des Zaren Boris Godunow zog Dmitrij 1605 als angeblich rechtmäßiger Thronfolger in Moskau ein.

Nach der Ermordung des Pseudodemetrius 1606 bestimmten die Bojaren Fürst Wassilij Schuiskij zum neuen Herrscher. Dagegen opponierten wiederum die Kosaken und die aufständischen Bauern, die sich aus der drückenden Leibeigenschaft befreien wollten. Sie erhoben sich im Süden Russlands und schlossen sich einem zweiten Pseudodemetrius an, der sich bereits auf dem Vormarsch nach Moskau befand. Zugleich drang König Sigismund III. von Polen, der selbst den russischen Thron beanspruchte, von Westen vor, während Schweden Truppen zur Unterstützung Wassilijs entsandte. Der Bojarenzar wurde jedoch nach langen Kämpfen 1610 gestürzt, und Moskau fiel an Polen, bis es von einer russischen Armee, die aus dem Nordosten Russlands herangeführt worden war und von den Kosaken unterstützt wurde, 1612 wieder befreit wurde.

Aleksej Michajlowitsch
Aleksej Michajlowitsch

Mit der Wahl von Michail Fjodorowitsch (1613-1645) aus dem Hause Romanow zum Zaren endete 1613 die Smuta. Gewählt wurde er durch eine Landesversammlung, an der auch Vertreter des Dienstadels, der Städte und der Kosaken teilnahmen. Obwohl die breite soziale Unzufriedenheit eines der Hauptmerkmale der „Zeit der Wirren” war, folgten keine wirklichen Reformen. Die nachhaltigste Folge dieser chaotischen Zeit war der endgültige Ruin der alten Bojarenaristokratie und der Machtzuwachs des Dienst- und kleinen Landadels.

Der bei seiner Wahl erst 16-jährige Michail Fjodorowitsch, Großneffe von Anastasia Romanowna, der ersten Frau Iwans des Schrecklichen, begründete die Dynastie der Romanow, die bis 1917 an der Macht bleiben sollte.

Unter den ersten beiden Zaren der Romanows, Michail und seinem Sohn Aleksej Michajlowitsch (1645-1676), wurden die Rechte des Landadels und der Städte gestärkt, die Leibeigenschaft wurde jedoch weiter verschärft: Die Gesetzessammlung von 1649, die im Wesentlichen bis ins 19. Jahrhundert gültig war, machte den Bauern vollends zum rechtlosen Sklaven seiner Scholle. Diejenigen, die sich nicht als Leibeigene unterwerfen wollten, fanden Zuflucht in den freien Kosakengemeinschaften an Ural, der unteren Wolga, Don und (ukrainischem) Dnjepr. Der stetige Zustrom geflohener Bauern verschärfte jedoch dort die sozialen Konflikte. 1670 begann unter der Führung des Hetmans der Donkosaken, Stepan (Stenka) Rasin, im Südosten Russlands ein großer Bauernaufstand. Er wurde im folgenden Jahr unter großen Verlusten für beide Seiten von den Truppen des Zaren niedergeschlagen; Rasin wurde verraten und in Moskau hingerichtet. Diese große Bauernrevolte diente späteren Aufständen als Vorbild.

Außenpolitisch erstarkte Russland wieder und stieg zur osteuropäischen Hegemonialmacht auf. 1654 boten die ukrainischen Kosaken, die sich schon 1648 unter dem Hetman Bogdan Chmelnizkij gegen die polnisch-litauische Herrschaft erhoben hatten, dem Zaren ihr Bündnis an.

Im folgenden Krieg gegen Polen-Litauen (1654-1667), der eng mit dem 1. Nordischen Krieg (1655-1660) verknüpft war, gewann Russland neben Smolensk (verloren im Jahr 1611) auch die Ukraine (östlich des Dnjepr) einschließlich der Stadt Kiew zurück. Um diese Gebiete auch kirchenpolitisch zu integrieren, musste die nach Konstantinopel ausgerichtete ukrainische Kirche dazu gebracht werden, das Moskauer Patriarchat anzuerkennen. Die vor diesem Hintergrund vom russischen Patriarchen Nikon (1652-1658) initiierten Reformen nach dem griechisch-orthodoxen Vorbild und der sich anschließende lange Konflikt zwischen dem Zaren und dem seines Amtes enthobenen Patriarchen führten jedoch zu einem großen Schisma, da viele Geistliche und Laien sich weigerten, ihre jahrhundertealten Riten aufzugeben. Beim Kirchenkonzil von 1667 wurden die Anhänger des traditionellen Glaubens zu Kirchenspaltern (russisch Raskolniki) erklärt. So fanden sich Millionen so genannter Altgläubiger außerhalb der russischen Staatskirche wieder.

Unter Alexejs Sohn und Nachfolger, dem kranken Fjodor III. Aleksejewitsch (1676-1682), führte Russland den ersten erfolgreichen Krieg gegen das Osmanische Reich (1677-1681); es sollten noch acht weitere Russisch-Türkische Kriege folgen, die Russland, vor allem auf dem Balkan, in Konflikt mit den anderen europäischen Großmächten brachten. "Russland" © Emmanuel BUCHOT, Encarta, Wikipedia.

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