Geschichte von Bolivien : Zivile Regierungen
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Fotografien Bolivien |
In den folgenden beiden Jahren führte die Regierung gemäßigte Wirtschaftsreformen durch, darunter die Öffnung der Zinnindustrie für private und ausländische Investitionen. Als Präsident zerschlug Barrientos Ortuño 1967 eine regierungsfeindliche Guerillabewegung. Che Guevara, der Berater des kubanischen Regierungschefs Fidel Castro, wurde dabei gefangen genommen und unmittelbar danach hingerichtet. Barrientos Ortuño kam im April 1969 bei einem Hubschrauberunglück ums Leben. Es folgte eine Reihe kurzlebiger Regierungen, die meist von Militärs geführt wurden. General Juan José Torres Gonzáles wurde im August 1971 von Oberst Hugo Bánzer Suárez entmachtet. Bánzer Suárez schlug zunächst einen gemäßigten Kurs in Anlehnung an den MNR ein, bediente sich jedoch zunehmend diktatorischer Mittel. 1978 wurde er gestürzt, nach den Wahlen von 1979 und 1980 kam es jedoch erneut zu Militärputschen. Bolivien war aufgrund fehlender innenpolitischer Stabilität sowie zurückgehender Exporteinnahmen hoch verschuldet. Der illegale Export von Kokain war die Hauptdevisenquelle. |
Im Oktober 1982 wählte das Parlament Hernán Siles Zuazo zum Präsidenten, der bei seinen Versuchen, die wirtschaftlichen Probleme des Landes zu lösen, ebenfalls scheiterte. Bei den Wahlen von 1985 siegte Victor Paz Estenssoro. Seine rigiden Sparmaßnahmen stießen auf Widerstand in der Bevölkerung und lösten einen Generalstreik aus. Im Mai 1989 ging Jaime Paz Zamora als Sieger aus den Wahlen hervor. |
Die nächsten Präsidentschaftswahlen im Juni 1993 gewann der Minenunternehmer Gonzalo Sánchez de Lozada. Die im gleichen Jahr abgehaltenen Parlamentswahlen brachten den rechtsgerichteten MNR wieder an die Macht. Lozada, vor seiner Wahl Planungsminister, beaufsichtigte die Einführung von Wirtschaftsreformen, zu denen die umfassende Privatisierung staatlicher Betriebe, Kürzungen bei der Sozialhilfe und bei Erziehungsprogrammen sowie die Schließung vieler Minen zählten. Die strikte Kontrolle der Regierungsausgaben trug dazu bei, die Inflation von 220 Prozent im Jahr 1985 bis auf 6,5 Prozent (1995) zu senken. Die Sozialausgaben waren jedoch sehr hoch und die Kluft zwischen Reichen und Armen vergrößerte sich weiter. Im September 1996 kam es zu landesweiten Protesten der Kokabauern. Die Regierung wollte die Kokaplantagen zerstören und die Landwirte zum Anbau anderer Produkte bewegen. |
Aus den Präsidentschaftswahlen im August 1997 ging Hugo Bánzer Suárez, der das Land bereits von 1971 bis 1978 diktatorisch regiert hatte, als Sieger hervor. Bei den zwei Monate vorher abgehaltenen Parlamentswahlen hatte sich das WahlbündnisCompromiso por Bolivia unter Führung von Bánzers Acción Democrática Nacionalista (ADN) durchgesetzt. |
Im Frühjahr 2000 kam es in der Stadt Cochabamba, 500 Kilometer südöstlich von La Paz, zu schweren Zusammenstößen zwischen protestierenden Indiobauern (Campesinos) und Sicherheitskräften. Auslöser der mehrere Tage andauernden Unruhen war ein umstrittenes Staudammprojekt sowie eine geplante Verdopplung der Wassergebühren. Trotz des von Präsident Bánzer verhängten Ausnahmezustandes weiteten sich die Proteste auch auf die Haupststadt aus und führten zu einer schweren innenpolitischen Krise. Eine leichte Entschärfung brachte eine Vereinbarung zwischen der bolivianischen Regierung und der zentralen Bauerngewerkschaft (u. a. Verzicht auf die Wassergebührenerhöhung). Am 6. August 2001 trat Bánzer als Staatspräsident von Bolivien zurück. Als Nachfolger im Amt des Staatspräsidenten bis zum Ablauf der Amtsperiode |
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Hugo Bánzer Suárez |
im August 2002 wurde am 7. August der bisherige Vizepräsident Jorge Quiroga vereidigt. Ab November 2001 kam es wiederholt zu gewalttätigen Zusammenstößen zwischen Sicherheitskräften und demonstrierenden Kokabauern. Der Konflikt spitzte sich zu, nachdem der Anführer der Kokabauern, Evo Morales, im Januar 2002 per Beschluss des Abgeordnetenhauses aus dem Parlament ausgeschlossen worden war, konnte aber im Februar beigelegt werden. |
Bei den Präsidentschaftswahlen vom 30. Juni 2002 erreichte kein Kandidat die absolute Mehrheit; bei den gleichzeitig abgehaltenen Parlamentswahlen wurde der MNR stärkste politische Kraft. In der am 6. August 2002 abgehaltenen Stichwahl für das Amt des Staatsoberhauptes setzte sich der ehemalige Präsident Gonzalo Sánchez de Lozada (MNR) dank der Unterstützung durch den sozialdemokratischen Movimiento de la Izquierda Revolucionaria (MIR) gegen Evo Morales durch, der für den linksgerichtetenMovimiento al Socialismo (MAS) angetreten war. Als die Regierung Sánchez de Lozada aufgrund von Vorgaben seitens des Internationalen Währungsfonds eine Steuererhöhung sowie weitere Maßnahmen zur Reduzierung des Haushaltsdefizits plante, die vor allem die armen Bevölkerungsschichten – zumeist Indios – betroffen hätte, kam es im Februar 2003 zu Massendemonstrationen gegen die Regierung. Das Eingreifen der Sicherheitskräfte gegen die Demonstranten forderte über 30 Tote. In Reaktion auf die Proteste nahm Sánchez de Lozada eine Reihe seiner neoliberalen Vorhaben wieder zurück, bildete sein Kabinett um und verkleinerte es um fast ein Drittel. Zu neuen Protesten gegen die Regierung und immer lauteren Rücktrittsforderungen gegenüber Sánchez de Lozada kam es im Herbst 2003. Grund war diesmal der geplante Bau einer Pipeline durch Chile, über die bolivianisches Erdgas in die USA verkauft werden sollte, und dieses Geschäft war nach Auffassung der Protestierenden zum Nachteil für Bolivien bzw. für die breite Bevölkerungsmehrheit. Diesmal setzte die Regierung sogar die Streitkräfte gegen die Demonstranten ein; die Folge waren etwa 60 Tote auf Seiten der Protestierenden. Bolivien," Microsoft® Encarta |
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