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Geschichte China : Die Zhou-Dynastie (1050-249 v. Chr.)
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Um 1050 v. Chr. wurde die Shang-Dynastie von den Zhou abgelöst, einem Zusammenschluss von Sippen aus dem Bereich des Flusses Wei He, einem Nebenarm des Huang He. Mit vierspännigen Streitwagen verfügten sie über eine Kampfkraft, denen ihre Gegner nichts Ebenbürtiges entgegenzusetzen hatten. Die ersten großen Eroberungen von Shang-Territorien erfolgten noch unter Führung des Königs Wen. Eine endgültige Niederlage erlitten die Shang schließlich in der Ebene von Mu gegen König Wu, den Sohn des Wen. Gerechtfertigt wurde die Erhebung gegen die überlieferte Herrschaft der Shang mit dem Hinweis auf deren moralische und sittliche Haltlosigkeit, wodurch sie ihren göttlichen Herrschaftsauftrag verwirkt hätten. Mit dieser Begründung ist das Argumentationsmuster für alle späteren Ablösungen chinesischer Dynastien historisch etabliert.

Die Herrschaftszeit der Zhou wird eingeteilt in die beiden Perioden der stark expansiv orientierten Westlichen Zhou (bis 771 v. Chr.) und der Östlichen Zhou (nach 771 v. Chr.). Denn 771 v. Chr. wurden die Zhou aus ihrem im Westen gelegenen Herkunftsgebiet vertrieben und mussten den Schwerpunkt ihres Reiches nach Osten verlegen. Ihr Herrschaftsgebiet dehnte sich allmählich über beinahe den gesamten Norden Chinas aus, bis in das Tal des Jangtsekiang.

An der Spitze der streng hierarchisch organisierten Feudalordnung stand der König, der durch Erbfolge bestimmt wurde (siehe Feudalismus). In seinem Auftrag regierten abhängige Fürsten als Vasallen über befestigte Städte und umliegende Ländereien. Die Macht des Königs stützte sich auf die Klasse der adligen Krieger, die ihre soziale Stellung ebenfalls ererbten. Die niedrigste soziale Gruppe umfasste die Bauern mit dem Statuts von Leibeigenen der jeweiligen Fürsten sowie die Haussklaven.

Um ihre weitläufige Herrschaft zu gewährleisten, schufen die Zhou-Könige erstmals eine Beamtenbürokratie, die arbeitsteilig das Reich verwaltete. Dennoch prägte ein Grundproblem aller feudalen politischen Systeme auch das Schicksal Zhou-Reiches: Das Streben der Vasallen, die sich erfolgreich als lokale Herren etabliert hatten, nach mehr Selbständigkeit und Macht wurde immer stärker und führte schließlich zum Niedergang der Zentralautorität. In der Folge mussten die Westlichen Zhou schließlich dem Druck der Barbareneinfälle im Norden nachgeben, als zugleich einige der Feudalstaaten rebellierten. Aus ihrer Hauptstadt in der Nähe der heutigen Stadt Xian vertrieben, errichteten die Zhou eine neue Hauptstadt im Osten bei Luoyang. In der Östlichen Zhou-Zeit nahm die Herrschaft der Zhou schließlich immer stärker einen rein formalen Charakter an, und der Zhou-König beschränkte sich als „Sohn des Himmels” weitgehend auf seine sakrale Rolle, während die wirkliche Macht von anderen ausgeübt wurde.

Die Zeit der Streitenden Reiche (475-221 v. Chr.)
Die Zeit der Streitenden Reiche (475-221 v. Chr.)
Die Zeit der Streitenden Reiche (475-221 v. Chr.). Encarta

Im ersten Abschnitt der Östlichen Zhou-Zeit, der „Frühling- und Herbstperiode” (722-481 v. Chr.), die auch die „Zeit der Hegemonien” genannt wird, vollzog sich eine Entwicklung hin zur Zusammenfassung der örtlich zersplitterten Macht in der Hand einiger weniger Staaten, die in sich nicht mehr feudal, sondern bereits mit Hilfe zentraler staatlicher Verwaltungsstrukturen organisiert waren. Aus zahllosen kleinen und kleinsten Gebilden entstanden sieben Großstaaten (Ch’in, Wei, Han, Zhao, Zhou, Yen und Qui), deren Tendenzen zur Verselbständigung nicht mehr eingedämmt werden konnten. In der letzten Phase der Zhou, in der „Zeit der Streitenden Reiche” (453-256 v. Chr.) löste sich angesichts der Machtkämpfe der Territorialherren die Herrschaft der Dynastie vollends auf. Am Ende setzte sich der durch Waffen aus Eisen und Reiterverbände überlegene Staat Ch’in (Qin) zwischen 256 und 221 v. Chr. in blutigen Kriegen gegen die anderen sechs durch und eroberte sie. "China," Microsoft® Encarta

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