Fotografien
Geschichte von Frankreich : Das Zeitalter Napoleons
Fotografien Frankreich

Am 9. November 1799 stürzte Napoléon Bonaparte in einem Staatsstreich das Direktorium; unter der neuen Konsulatsverfassung wurde er im Dezember 1799 für zehn Jahre zum Ersten Konsul ernannt und per Volksabstimmung unter einer geänderten Konsulatsverfassung 1802 zum Konsul auf Lebenszeit. Zwar bedeutete die Konzentration der Macht in den Händen des Ersten Konsuls im Grunde die Rückkehr zu einer monarchischen Staatsform; bei seiner tief greifenden Neuordnung des Staatswesens übernahm Napoleon aber die (positiven) Errungenschaften der Französischen Revolution – wie auch die Verwaltungsstrukturen des Ancien Régime. Die bedeutendste Leistung Napoleons auf diesem Gebiet war die Vereinheitlichung des französischen Rechts im Code civil, der u. a. die wesentlichen bürgerlichen Grundrechte festschrieb.

Durch die Friedensschlüsse von Lunéville und Amiens 1801/02 beendete Napoleon den 2. Koalitionskrieg (1798-1801/02): Frankreich erhielt das linke Rheinufer und wurde als Vormacht in Italien anerkannt; Großbritannien musste einige Eroberungen in den Kolonien an Frankreich zurückgeben.

Vor dem Hintergrund dieses Erfolges – Friedensschluss nach langen, erschöpfenden Kriegsjahren, die Etablierung Frankreichs als Vormacht auf dem europäischen Kontinent – konnte Napoleon schließlich auch, ohne auf nennenswerten Widerstand zu stoßen, die Erste Republik in ein erbliches Kaiserreich umwandeln: Am 2. Dezember 1804 krönte er sich selbst zum Kaiser der Franzosen.

Die Kriege gegen die 3. und die 4. Koalition (1805 und 1806/07) offenbarten nicht nur die militärische Stärke Frankreichs, sondern vor allem auch den ungeheueren Machtwillen Napoleons. Nach seinem Sieg bei Austerlitz 1805, der Errichtung des Rheinbundes und dem Ende des Heiligen Römischen Reiches 1806, seinem Sieg bei Jena und Auerstedt 1806 und dem Frieden von Tilsit 1807 stand er auf dem Höhepunkt seiner Macht;

das Kaiserreich Frankreich selbst hatte seine größte Ausdehnung erreicht, und weite Teile Europas standen in Abhängigkeit von Frankreich. In allen eroberten Gebieten führte Napoleon tief greifende und nachhaltig wirkende Reformen durch: Überall wurde der Code civil eingeführt, und überall wurde das Ancien Régime beseitigt.

Mit der Erhebung Spaniens gegen die napoleonische Herrschaft (siehe Spanischer Unabhängigkeitskrieg) begann eine neue Phase der Kriege, die Napoleonischen Kriege (1808-1812), durch die Napoleon seine Hegemonie in Europa zu verteidigen und zu festigen suchte. Allerdings stieß er nun in den unterworfenen Ländern zunehmend auf Widerstand gegen seine Herrschaft; überall formierte sich die Opposition gegen Napoleon – auch in Frankreich selbst, wo die infolge der Kontinentalsperre ausgebrochene Wirtschaftskrise sowie drückende Steuerlasten vor allem im Bürgertum zu großer Unzufriedenheit geführt hatten. Dennoch setzte Napoleon seine imperiale Machtpolitik noch bis 1812 fort. Erst die katastrophale Niederlage der Grande Armée auf dem Russlandfeldzug 1812 brachte die Wende.

Napoleon
Napoleon
Nun erhoben sich, angefangen mit Preußen, die von Napoleon beherrschten Länder in den Befreiungskriegen gegen Napoleon, schlugen ihn 1813 in der Völkerschlacht bei Leipzig und zwangen ihn im März 1814 zur Kapitulation. Am 7. April 1814 dankte Napoleon ab. Seine „Herrschaft der Hundert Tage” – sein Versuch, die Macht zurückzuerobern – endete mit der Schlacht bei Waterloo am 18. Juni 1815 und seiner neuerlichen Abdankung am 22. Juni 1815.
Im 1. Pariser Frieden vom 30. Mai 1814 wurde Frankreich auf die Grenzen von 1792 reduziert, im 2. Pariser Frieden vom 20. November 1815 auf die Grenzen von 1790, musste hohe Entschädigungen leisten und eine Besatzungsarmee in Frankreich akzeptieren und finanzieren. "Frankreich" Microsoft® Encarta
Benutzerdefinierte Suche