Geschichte von Kuba : Kuba unter Castro : Zeit der Isolation
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Fotografien Kuba |
Der von Castro eingeschlagene sozialistische Kurs isolierte Kuba nicht nur von den USA, sondern entfremdete das Land zunehmend auch von Lateinamerika; 1962 wurde Kuba von den Aktivitäten der OAS ausgeschlossen, seine Mitgliedschaft blieb jedoch bestehen. Während der sechziger Jahre unterstützte Kuba revolutionäre Bewegungen in Venezuela, Guatemala und Bolivien. Che Guevara etwa, der 1965 sein Amt als Industrieminister aufgegeben und Kuba verlassen hatte, führte 1967 in Bolivien einen Arbeiter- und Bauernaufstand an; der Aufstand wurde niedergeschlagen, Che Guevara gefangen genommen und erschossen. |
Insbesondere seit der Kubakrise war Kuba wirtschaftlich weitgehend von der Sowjetunion und den übrigen Staaten des Ostblocks abhängig. Diese wirtschaftliche Abhängigkeit schlug sich in zahlreichen Abkommen mit der Sowjetunion nieder und in der Aufnahme Kubas in den Rat für gegenseitige Wirtschaftshilfe (COMECON) 1972. |
Unterdessen schritt der Aufbau des Sozialismus in Kuba voran – eingeschränkt jedoch durch die weiterhin desolate Wirtschaftslage, die auch die Wirtschaftshilfe aus dem Ostblock nicht grundlegend verbessern konnte. 1975 fand der erste Parteitag des PCC statt; und am 24. Februar 1976 wurde per Referendum eine neue Verfassung in Kraft gesetzt. Diese Verfassung definierte Kuba als Mitglied der Gemeinschaft der sozialistischen Länder und wies dem Staat als oberste Aufgabe die Umsetzung des Willens der arbeitenden Bevölkerung sowie die Sicherstellung ihrer materiellen Grundbedürfnisse zu. Als höchstes Organ des Staates wurde ein indirekt gewählter Volkskongress mit 499 Abgeordneten installiert, der aus seinen Reihen den 31-köpfigen Staatsrat wählte; dessen Vorsitzender fungierte als Staatspräsident und Regierungschef zugleich. |
Außerdem wurde auch die Zahl der Provinzen von sechs auf 14 erhöht. Die Nationalversammlung trat im Dezember 1976 zu ihrer ersten Sitzung zusammen und wählte Castro zum Vorsitzenden des Staatsrates, d. h. zum Staats- und Regierungschef. Ebenfalls 1976 wurde ein erster Fünfjahresplan verabschiedet. |
Mitte der siebziger Jahre konnte sich Kuba teilweise aus der diplomatischen Isolation befreien. Auf ihrer Konferenz in San José (Costa Rica) im Juli 1975 hob die OAS die wirtschaftlichen und politischen Sanktionen gegen Kuba auf und überließ es ihren Mitgliedsstaaten, ihre jeweiligen Beziehungen zu Kuba nach eigenem Ermessen auszugestalten. |
Das Verhältnis zu den USA verbesserte sich etwas; jedoch machten die USA eine Normalisierung der Beziehungen von einer befriedigenden Regelung der Ansprüche auf das 1960 entschädigungslos enteignete US-Vermögen in Kuba abhängig sowie vom Rückzug Kubas aus seinem Engagement auf dem afrikanischen Kontinent. 1977 richteten die USA eine Interessenvertretung in Habana und umgekehrt Kuba eine Vertretung in Washington ein, und zwar jeweils in der Schweizer Botschaft. Seit Mitte der sechziger Jahre unterstützte Kuba Befreiungsbewegungen nicht nur in Lateinamerika, sondern auch in verschiedenen Ländern Afrikas. Ab 1975 engagierten sich kubanische Truppen in Angola (aufseiten der MPLA) sowie 1978 in Äthiopien und 1980 auch im sozialistischen Südjemen. |
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Guevara |
1989 leitete Kuba den Abzug seiner Truppen aus Angola ein; das Verhältnis zu den USA aber hatte durch das afrikanische Engagement wieder erheblich gelitten. Trotz seiner Zugehörigkeit zu dem von der Sowjetunion dominierten sozialistischen Lager gehörte Kuba der Bewegung der blockfreien Staaten an. 1979 fand das Gipfeltreffen der Blockfreien auf Kuba statt; Castro als Gastgeber übernahm für die folgenden drei Jahre die Präsidentschaft der Bewegung. |
Angesichts der anhaltend schlechten Wirtschaftslage – die Konsumgüterproduktion war weit hinter den Vorgaben des Fünfjahresplans von 1976 zurückgeblieben – sah sich Castro 1980 zu einer vorübergehenden Lockerung der Ausreisebeschränkungen gezwungen; etwa 130 000 Kubaner verließen das Land in Richtung USA. Zudem wurden in einigen Bereichen (vor allem Landwirtschaft und Handwerk) privatwirtschaftliche Initiativen zugelassen, aber schon 1986 wurden die Liberalisierungen im Zuge einer „Berichtigungspolitik” (Rectificación) wieder zurückgenommen, da vielfach mit der Liberalisierung Korruption einhergegangen war. Parallel zu dem Engagement in Afrika, vor allem Angola, setzte Kuba auch in den achtziger Jahren die Unterstützung linksgerichteter Befreiungs- und Guerillabewegungen in Lateinamerika fort, insbesondere in Nicaragua, El Salvador und Guatemala, was ebenfalls auf die scharfe Kritik der USA stieß. Kuba," Microsoft® Encarta |
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