Die indische Wirtschaft
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Fotografien Indien |
Im wirtschaftlichen System Indiens fällt den bundes- und einzelstaatlichen Behörden eine zentrale Rolle bei der Lenkung und Planung zu. Der Staat ist auch Eigentümer öffentlicher Unternehmen. Seit den fünfziger Jahren spielt der Staat eine führende Rolle im Wirtschaftsleben; zu dieser Zeit versuchte die erste unabhängige Regierung unter Jawaharlal Nehru, Nationalismus und Sozialismus miteinander zu verbinden. Ziel war es, die wirtschaftliche Entwicklung voranzutreiben, um die Bedürfnisse der rasch wachsenden Bevölkerung zu decken. 1951 wurde der erste wirtschaftliche Fünfjahresplan verabschiedet. Während der folgenden Jahrzehnte verstaatlichte man einige Schlüsselindustrien und tätigte enorme Investitionen; der private Sektor unterlag weit reichenden Kontrollen. Es wurden Zölle eingeführt und andere Maßnahmen zum Schutz der heimischen Produktion ergriffen; daneben initiierte man verschiedene Agrarreformen. |
Die Ergebnisse waren größtenteils positiv, insbesondere im Vergleich zu vielen anderen Entwicklungsländern – Indien zählt mittlerweile zu den Schwellenländern. Abgesehen von extremen Dürrejahren wie 1979 und 1987 war ein beständiges Wirtschaftswachstum zu verzeichnen; zwischen 1965 und 1980 lag das Wachstum real (im Verhältnis zum Bevölkerungswachstum) bei jährlich 3,5 Prozent, heute liegt es bei 9,2 Prozent (2006). Indien ist ein wichtiger Stahlproduzent. Die Agrarproduktion stieg ebenfalls beträchtlich an, so dass die Versorgung der Bevölkerung mit Grundnahrungsmitteln erheblich verbessert werden konnte. Die Wachstumsraten sind aber immer noch zu niedrig, um sich spürbar auf das Einkommen der Bevölkerungsmehrheit auszuwirken. Unterernährung ist weit verbreitet; sauberes Wasser und sanitäre Einrichtungen stehen nur begrenzt zur Verfügung. |
Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) beträgt 911 813 Millionen US-Dollar (2006; Dienstleistungen 54,6 Prozent, Industrie 27,9 Prozent, Landwirtschaft 17,5 Prozent); dies entspricht einem BIP pro Einwohner von 821,60 US-Dollar. |
1991 wurde P. V. Narasimha Rao Premierminister und leitete einen tief greifenden Wandel in der Wirtschaftspolitik ein. Zahlreiche Kontrollen über den privaten Sektor wurden aufgehoben und das staatliche Monopol in bestimmten Bereichen gelockert. Die Wirtschaft wurde durch Zollsenkungen und die Anwerbung ausländischer Investoren geöffnet. Diese Änderungen erfolgten teilweise im Hinblick auf die Erzielung höherer Wachstumsraten. Gleichzeitig war die Regierung jedoch gezwungen, die öffentlichen Ausgaben zu kürzen, die Inflation zu verringern, die Staatsschulden zurückzuzahlen und die Zahlungsbilanz auszugleichen. Von 1991 bis 1992 fiel das Wirtschaftswachstum auf 1,1 Prozent; 1994 war es wieder auf über 5,3 Prozent angestiegen. Die Inflationsrate beträgt 5,9 Prozent. |
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Eine Grube in Indien. Bild E. Buchot |
Entsprechend dem Wandel auf Bundesebene wurden auch auf einzelstaatlicher Ebene Änderungen vorgenommen. Die Bundesstaaten haben einen beträchtlichen Einfluss auf die Innenpolitik und interpretieren die Bundespolitik auf unterschiedliche Weise. In einigen Staaten wie Westbengalen hat der Staat einen weit größeren Einfluss auf die Wirtschaft als in anderen Bundesstaaten. In Maharashtra dagegen ist die Wirtschaft traditionell marktorientiert. Seit 1991 haben jedoch fast sämtliche Staaten den Weg für ausländisches Kapital frei gemacht, die Kontrolle des privaten Sektors gelockert und erste Privatisierungen staatlicher Unternehmen eingeleitet. "Indien," Microsoft® Encarta |
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