Fotografien
Die Wirtschaft Brasiliens
Fotografien Brasilien

Der ehemalige Agrarstaat entfaltete in den sechziger und siebziger Jahren ein rasantes industrielles Wachstum und hatte sich bereits in den achtziger Jahren zu einer modernen diversifizierten Volkswirtschaft weiterentwickelt. Das Bruttoinlandsprodukt beträgt 1 067 472 Millionen US-Dollar (2006).

Die Zahl der Erwerbstätigen in Brasilien beläuft sich auf 93,1 Millionen Personen, wobei Frauen etwa 42,9 Prozent der Arbeitskräfte stellen (2006). 21 Prozent sind in der Landwirtschaft beschäftigt, 58 Prozent im Dienstleistungsbereich und 21 Prozent in Industrie und Bauwesen.

Obwohl der bewirtschaftete Teil des Landes lediglich 7,5 Prozent der Gesamtfläche umfasst, zählt Brasilien zu den wichtigsten Agrarländern. Etwa ein Viertel der Kaffeeproduktion der Welt wächst auf den Plantagen von São Paulo, Paraná, Espírito Santo und Minas Gerais. Wichtige Anbauprodukte sind ferner Zuckerrohr (dient nicht nur zur Gewinnung von Zuckerraffinade, sondern auch zur Herstellung von Alkohol und Benzin), Sojabohnen, Kidneybohnen, Mais, Reis, Weizen, Kakao, Orangen, Bananen, Kartoffeln, Maniok und Tabak.

Viehzucht wird insbesondere in São Paulo und den anderen südlichen Staaten betrieben. Man züchtet Rinder, Schweine, Schafe, Ziegen, Pferde, Esel, Maultiere und Hühner.

Die Waldgebiete bedecken etwa 56,1 Prozent der Fläche (2005). Die wichtigsten Erzeugnisse der brasilianischen Forstwirtschaft sind Tungöle (siehe Aleurites), Kautschuk, Carnaubawachs (siehe Carnaubapalme), Caroafasern, medizinisch verwertbare Blätter, Pflanzenöle, Harze, Nüsse sowie Bau- und Möbelhölzer. Von herausragender wirtschaftlicher Bedeutung sind verschiedene Nutzhölzer. Der Holzeinschlag nahm in den siebziger und achtziger Jahren drastisch zu, weil immer mehr Waldgebiete für die Besiedlung und zur großflächigen Anlage von Weideland gerodet wurden: Erhebliche Teile des brasilianischen Regenwaldes sind bereits zerstört, die ökologischen Folgen sind unabsehbar.

Arabische Kaffeebäume in Brasilien
Arabische Kaffeebäume in Brasilien. Encarta
Brasilien ist sehr reich an mineralischen Bodenschätzen, wegen mangelhafter Kapitalausstattung und schwieriger Transportbedingungen konnte jedoch erst in den siebziger Jahren mit dem industriellen Abbau begonnen werden. Kohle wird u. a. in Rio Grande do Sul und Santa Catarina gefördert. Die Goldgewinnung im Urwald des Amazonas hält seit 1979 unvermindert an, die Eisenvorkommen bei Itabira und an anderen Orten zählen zu den reichsten der Erde, ebenso wie die Zinnvorkommen. Quarzkristall, Monazit und Beryllium gehören ebenfalls zu den wichtigsten Exportgütern. Mangan, Diamanten, Edelsteine (z. B. Aquamarin, Smaragd, Topas), Chrom, Zirconium, Erdöl und Erdgas, Silber, Bauxit und Glimmer werden in beträchtlichen Mengen gefördert. Darüber hinaus verfügt Brasilien über wertvolle Vorkommen an Magnesit, Graphit, Titan, Kupfer, Zink, Quecksilber, Platin und Phosphaten. "Brasilien," Microsoft® Encarta
Benutzerdefinierte Suche