Geschichte Indiens : Die britische Indiens : Widerstand und Nationalbewegung (1885-1918)
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Fotografien Indien |
Der Widerstand gegen die koloniale Unterdrückung und kulturelle Überfremdung des Landes verband sich nun mit einem erstarkenden indischen Nationalismus. Getragen wurde er von der intellektuellen Elite Indiens, die teilweise im Westen studiert oder die westliche Welt besucht hatte und nach einer Verbindung europäischer und indischer Kultur suchte. Während der Jahrzehnte nach dem Sepoy-Aufstand waren zahlreiche Vereinigungen entstanden, deren Ziel es war, die britische Herrschaft zu beenden; die einflussreichste Organisation war der 1885 in Pune gegründete Indische Nationalkongress (Indian National Congress, INC; Kongresspartei), der von zahlreichen prominenten Hindus und Muslimen unterstützt wurde. Unter seinem Einfluss kam es in Reaktion auf die autokratische Herrschaft des britischen Vizekönigs Lord Curzon (1899-1905) zunehmend zu gewalttätigen Ausschreitungen gegen die britische Herrschaft. Die von Curzon vorgenommene willkürliche Teilung Bengalens verschärfte die Konflikte. Bengalische Nationalisten verübten zahlreiche Attentate, Bombenanschläge und Sabotageakte. Vergeltungsmaßnahmen der Kolonialbehörden wurden mit offenem Boykott britischer Waren beantwortet. |
Um der Situation Herr zu werden, erließ die britische Regierung eine Reihe besonderer strafrechtlicher Regelungen. Dazu gehörten die Einsetzung von Sondergerichten ebenso wie Deportationen. Diesen repressiven Maßnahmen folgte 1909 der India Councils Act, der ein gewisses Maß an indischer Selbstbestimmung vorsah, doch konnte damit das Verlangen nach Unabhängigkeit in keiner Weise befriedigt werden. Mit der Muslim-Liga (All Indian Muslim League), deren Gründung 1906 als Gegengewicht zum INC von den Briten tatkräftig unterstützt wurde, kam eine neue Strömung in die indische Unabhängigkeitsbewegung. |
Unterstützt wurde die Interessenvertretung der muslimischen Minderheit in Indien insbesondere von solchen Muslimen, die im Sinn eines indischen Muslim-Nationalismus dem wachsenden Einfluss der Hindus, die den INC dominierten, nicht weniger entgegentreten wollten als dem Kolonialismus der Briten. Zwischen den Anhängern beider Organisationen kam es in den folgenden Jahrzehnten immer wieder zu schweren Auseinandersetzungen. |
Im 1. Weltkrieg waren insgesamt etwa 1,2 Millionen Inder als Teil der britischen Streitkräfte an sämtlichen Kriegsschauplätzen eingesetzt und kämpften loyal für die britische Seite. Dieser indische Kriegsbeitrag verlieh dem indischen Nationalbewusstsein weiteren Auftrieb, zumal die britische Kolonialmacht, abgelenkt und geschwächt durch den Krieg, ihren repressiven Kurs in Indien lockern musste. Ab Herbst 1916 nahm die Unabhängigkeitsbewegung, die sich nach Kriegsausbruch zwei Jahre lang zurückgehalten hatte, ihre Aktivitäten wieder auf. Nationalkongress und Muslim-Liga verfassten eine gemeinsame Erklärung mit Minimalforderungen, die von der britischen Regierung im August 1917 mit einer politischen Absichtserklärung beantwortet wurde, in der Indien ein allmählicher Übergang zur Selbstregierung in Aussicht gestellt wurde. Unter anderem war die Einbeziehung von Indern in sämtliche Bereiche der Verwaltung und die stufenweise Entwicklung von eigenen politischen Institutionen vorgesehen. "Indien," Microsoft® Encarta |
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George Curzon |
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