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Geschichte Australiens : Voranschreitende Kolonialisierung
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Den entscheidenden Schritt zur Besiedlung des Landesinneren lieferten Gregory Blaxland und William Charles Wentworth 1813. Ihnen gelang, etwa 80 bis 120 Kilometer westlich von Sydney eine Route durch die Blue Mountains zu erschließen. Damit wurde praktisch die Besiedlung von New South Wales eingeleitet. Die nach Süden führenden Trecks von Andrew Hamilton Hume und William Hovell (1824) sowie von Major Thomas Mitchell (1836) beschleunigten diesen Vorstoß. Riesige Viehherden wurden auf immer weiter im Inland gelegene Weideflächen getrieben.

Der starke Kolonialisierungsdrang setzte sich in der Folgezeit fort. Allein zwischen 1829 und 1859 entstanden vier der insgesamt sechs Kolonien, die alle später die australischen Bundesstaaten bildeten. Neben der Suche nach geeignetem Weideland trug auch die Entdeckung von Gold (1851) sowie anderer wertvoller Bodenschätze zum Vordringen ins Landesinnere bei. Die australischen Ureinwohner hatten hierbei das Nachsehen. Sie wurden von den Siedlern aus ihren Jagdgründen vertrieben. In unfruchtbare Regionen abgedrängt, starben viele von ihnen an Hunger und Seuchen. Die Urbevölkerung von Tasmanien wurde sogar vollständig ausgerottet.

Die Erforschung des Landes
Der Kartograph George William Evans hielt 1815 die Route von Blaxland und Wentworth über die Blue Mountains nach Bathurst auf einer Karte fest. In den zwanziger Jahren des 19. Jahrhunderts fertigte John Oxley weitere Karten der inneraustralischen Ebenen und Flüsse, besonders des Lachlan und Macquarie, an. Er erforschte u. a. auch die Südküste des heutigen Bundesstaates Queensland. 1827 unternahm Alan Cunningham eine Expedition ins Landesinnere von Queensland. Der vermutlich bekannteste Teilnehmer dieser Expedition war Charles Sturt.

Sturt entdeckte zwischen 1829 und 1839 die Hauptzuflüsse des Murray-Darling-Beckens, das heute das landwirtschaftliche Herzstück Australiens bildet. Sir Thomas Livingstone Mitchell bestätigte die Erkenntnisse von Sturt und erschloss 1836 die Route von New South Wales zum fruchtbaren Land im westlichen Teil von Victoria.

Das Hinterland der Küste von Western Australia wurde von Sir George Grey (1837-1840) und Edward John Eyre kartographisch erfasst. Weder Eyre, der 1840 auf dem Landweg von Adelaide erfolgreich nach Albany reiste, noch Sturt gelang es, von Adelaide bis zum Zentrum des Kontinents vorzudringen. Erst John McDouall Stuart konnte 1860 ganz ins Landesinnere vorstoßen und schließlich vom mittleren Bereich des australischen Kontinents 1862 in nördlicher Richtung auf dem Landweg Darwin erreichen.

Der deutsche Naturforscher Ludwig Leichhardt führte zwei Expeditionen, 1844 von Darling Downs in Queensland nach Port Essington in den Northern Territories und 1847 entlang des Flusses Condamine. Sein letztes Vorhaben, Australien von Ost nach West zu durchqueren, schlug offenbar fehl: Leichhardt erreichte niemals den Westen und blieb verschollen. Die Durchquerung von Südost nach West gelang 1875 Ernest Giles.
Neue Siedlungen

Ab 1829 begann die Besiedlung von Western Australia. Die ersten Siedler ließen sich auf dem fruchtbaren Schwemmland am oberen Lauf des Swan nieder. Bereits in der Anfangsphase gab es einen erheblichen Mangel an Arbeitskräften. Daher ersuchte die Kolonie das britische Mutterland 1850 um die Bereitstellung von Sträflingen. Noch vor der Abschaffung der Deportationsregelung (1868) trafen insgesamt 10 000 Gefangene in Western Australia ein. Zwischen den immer weiter ins Land vordringenden Siedlern und den dort ansässigen Ureinwohnern kam es immer häufiger zu blutigen Auseinanderstzungen.

South Australia wurde mit seiner Hauptstadt Adelaide im Juli 1837 gegründet. Die Vorschläge zur Errichtung dieser Kolonie waren von dem englischen Sozialreformer Edward Gibbon Wakefield angeregt worden. Wakefield hatte es sich zum Ziel gesetzt, neue Kolonien zu schaffen, die das britische sozialökonomische und kulturelle Wertgefüge widerspiegeln sollten. Durch den Verkauf von Land, der nunmehr die bis zu dieser Zeit gängige unentgeltliche Vergabe von Grund und Boden ablösen sollte, glaubte Wakefield, die Kolonialsiedler dazu bringen zu können, den Wert ihres Landes durch die bestmögliche landwirtschaftliche Nutzung zu optimieren. Die aus dem Verkauf hervorgehenden Einnahmen sollten zur Förderung der

Charles Sturt
Charles Sturt
Einwanderung von Arbeitern eingesetzt werden, die durch das Arbeiten für Kolonialfarmer ihrerseits ihren Teil zur Entwicklung der Kolonie beitragen sollten, bevor sie selbst zu Landbesitzern würden. Durch die Regelung der Preise meinte Wakefield die Kolonialexpansion steuern zu können.

Die australischen Böden waren gemeinsam mit den niedrigen Niederschlägen und den immer wiederkehrenden Dürreperioden vor allem zur Weidewirtschaft geeignet. In den dreißiger und vierziger Jahren des 19. Jahrhunderts trieben so genannte „Squatters” riesige Schafherden über das Land. Da sich die Kosten für eine Lizenz zur Landpacht jährlich auf nur zehn Pfund Sterling beliefen, konnte sich jeder praktisch so viel Land leisten, wie er wollte. Die Zunahme und Ausweitung der Schafweidewirtschaft führte nach der Mitte der dreißiger Jahre zur Kolonialisierung des Distrikts Port Phillip im Süden von New South Wales. Die ersten Siedlungen von Melbourne entstanden 1835. Immer mehr Kolonien lösten sich von der Hauptkolonie New South Wales; zuletzt 1859 Queensland. "Australien," Microsoft® Encarta® Online-Enzyklopädie 2009
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