Fotografien
Die Verteidigung Deutschlands
Fotografien Deutschland

Im Zuge der Westintegration der Bundesrepublik wurde 1955 die Bundeswehr gegründet und in die Streitkräfte der NATO integriert. In der DDR bestand bis 1989 die Nationale Volksarmee (NVA), die ihrerseits in den Warschauer Pakt eingebunden war. Die Hauptaufgabe der Bundeswehr besteht nach Artikel 87a des Grundgesetzes in der militärischen Landesverteidigung. Nur im Fall des Notstands darf sie unter bestimmten Voraussetzungen auch im Innern militärisch eingesetzt werden. Seit Anfang der neunziger Jahre beteiligt sich die Bundeswehr an friedenssichernden Maßnahmen im Rahmen internationaler Missionen der Vereinten Nationen. Direkt an Kriegshandlungen beteiligt war sie erstmals im Luftkrieg der NATO gegen Jugoslawien im Kosovo-Konflikt 1999.

Es besteht eine allgemeine Wehrpflicht. Wehrpflichtig sind alle Männer zwischen 18 und 28 Jahren, der Wehrdienst dauert seit dem 1. Januar 2002 neun Monate (vorher zehn Monate). Daneben gibt es die grundgesetzlich garantierte Möglichkeit, den Dienst mit der Waffe aus Gewissensgründen zu verweigern; anerkannte Kriegsdienstverweigerer sind zu einem Ersatzdienst verpflichtet, der in der Regel soziale Aufgaben in öffentlichen Einrichtungen umfasst (Zivildienst).

Am 2. Januar 2001 traten erstmals in der Geschichte der Bundeswehr Frauen den – freiwilligen – Dienst mit der Waffe an. Vorher durften Frauen bei der Bundeswehr nur im Sanitäts- und Militärmusikdienst arbeiten. Im Dezember 2000 hatten Bundestag und Bundesrat die gesetzlichen Grundlagen für den gleichberechtigten Einsatz von Frauen in der Bundeswehr in allen Waffengattungen geschaffen. Das Ende des Ost-West-Konflikts änderte die Aufgabenstellung der Bundeswehr vollständig. Ihr bisheriges Rüstungsprogramm, ihre Struktur und ihre Truppenstärke, die ganz auf eine mögliche Konfrontation mit dem – nun nicht mehr existierenden – Warschauer Pakt ausgerichtet war, erwiesen sich als überholt. Die neue internationale Rolle Deutschlands stellte neue Anforderungen an die geostrategische Ausrichtung der Bundeswehr: Vergleichbar der außenpolitischen Rolle des Militärs anderer Mächte dient sie nun auch der Sicherung der Handlungsfähigkeit Deutschlands auf der Bühne der Weltpolitik.

Seit 1994 stehen die deutschen Streitkräfte für bewaffnete Friedensmissionen bereit. Zudem gab die Bedrohung durch den internationalen Terrorismus seit 2001 Anlass, die Landesverteidigung faktisch aus den Grenzen des Landes und des NATO-Bündnisgebiets zu lösen („out of area”).
Unterdessen sind deutsche Streitkräfte – ausgestattet mit internationalen Mandaten und im Rahmen von Missionen der Vereinten Nationen, NATO oder EU – mit rund 8 000 Soldaten auf drei Kontinenten militärisch aktiv, zur Bekämpfung des Terrorismus, zur Konfliktverhütung und zur Krisenbewältigung. Der Einsatz der Bundeswehr bedarf jeweils der Genehmigung durch den Deutschen Bundestag. Um die Bundeswehr zu einer global interventionsfähigen Einsatzarmee zu machen, wird sie in großem Umfang neu organisiert und technisch modernisiert, zugleich aber auch verkleinert. Anfang 1990 umfassten die deutschen Streitkräfte 475 000 Soldaten der Bundeswehr und 180 000 der Nationalen Volksarmee der DDR; 2005 betrug die Truppenstärke nur noch 257 000 Soldatinnen und Soldaten.
deutsche Armee
deutsche Armee. ENcarta
Deutschland," Microsoft® Encarta® Online-Enzyklopädie 2009
http://de.encarta.msn.com © 1997-2009 Microsoft Corporation. Alle Rechte vorbehalten.
Benutzerdefinierte Suche