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Uruguay heute
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Im November 1984 wurden Parlaments- und Präsidentschaftswahlen abgehalten, bei denen das Militär von seinem Vetorecht bezüglich der Kandidaten Gebrauch machte. Die Präsidentschaftswahl gewann der Kandidat der Colorados, Julio María Sanguinetti; er trat sein Amt im März 1985 an. Ein Amnestiegesetz für alle zwischen 1973 bis 1985 der Menschenrechtsverletzung angeklagten Militärs wurde im Dezember 1986 gebilligt und im April 1989 durch ein Referendum bestätigt. Im November 1989 wurde Luis Alberto Lacalle von den Blancos zum Präsidenten gewählt. Wirtschaftliche Stagnation und eine steigende Inflationsrate ließen ihn einen politischen Kurs der Sparmaßnahmen und der Privatisierung staatlicher Betriebe einschlagen. Die Gewerkschaften reagierten mit Protesten und riefen zu Generalstreiks auf.

Die neunziger Jahre begannen mit schweren Arbeiterunruhen. Sie entstanden aus Protest gegen die in Uruguay in die Höhe schnellende Inflation und gegen die Privatisierungsprogramme der Regierung. Trotz der allgemeinen Proteste wurde die Privatisierung vorangetrieben.

Die Unruhen im Volk hielten an; im November 1992 streikte die Polizei und forderte höhere Gehälter. Anfang 1993 ersetzte eine neue Währung, der Uruguayische Peso, den Nuevo Peso. Der Präsident kündigte weitere wirtschaftliche Sparmaßnahmen zur Senkung der Inflation an.

Bei den Präsidentschaftswahlen Ende 1994 wurde Sanguinetti für eine zweite Amtsperiode zum Staatsoberhaupt gewählt. Der im März 1991 zwischen Uruguay, Argentinien, Brasilien und Paraguay geschlossene Vertrag von Asunción zur Gründung des gemeinsamen Marktes Mercosur trat im Januar 1995 in Kraft.

Nachfolger im Amt des Präsidenten wurde Sanguinettis Parteifreund Jorge Batlle, der sich bei den Wahlen vom November 1999 durchgesetzt hatte und im März 2000 die Amtsgeschäfte als Staatsoberhaupt aufnahm.

Im Sommer 2002 strahlte die Wirtschaftskrise des Nachbarlandes Argentinien auch auf Uruguay aus, dessen Volkswirtschaft bis dahin als eine der stabilsten in Südamerika galt. Die Wirtschaftsleistung sank rapide, und ein Drittel der Bevölkerung rutschte unter die Armutsgrenze. Die von der Regierung eingeleiteten Sparmaßnahmen zur Konsolidierung des Haushalts stießen in der Bevölkerung auf heftige Kritik, die in Protestkundgebungen und Generalstreiks gipfelte. Erst nach Gewährung von Krediten durch internationale Geldgeber entspannte sich die Lage.

Die Präsidentschaftswahlen im Oktober 2004 markierten einen Wandel: Erstmals in der Geschichte des Landes, das seit der Unabhängigkeit im Jahr 1828 abwechselnd von den Colorados und den Blancos regiert wurde, entschieden sich die Wähler für einen linksgerichteten Kandidaten, den

Julio María Sanguinetti
Julio María Sanguinetti
ehemaligen Oberbürgermeister von Montevideo, Tabaré Vázquez. Er war von einem Bündnis mehrerer linksgerichteter Parteien aufgestellt worden, dem Frente Amplio (Breite Front), und hatte sich bereits im ersten Wahlgang mit 51 Prozent der Stimmen durchgesetzt. Am 1. März 2005 löste er Batlle im Präsidentenamt ab. Uruguay," Microsoft® Encarta
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