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Industrialisierung der Türkei


Ein kleines türkisches Handwerk
Ein kleines türkisches Handwerk

Die schnelle Industrialisierung und das Wirtschaftswachstum der achtziger Jahre basierten auf der gezielten Förderung der Wirtschaft durch staatliche Investitionen. Neben Erfolgen bei den Beschäftigungs- und Produktionszahlen verzeichnete die Türkei jedoch auch eine hohe Staatsverschuldung und eine hohe Inflationsrate. Das Wirtschaftswachstum, das zu einem Konjunkturaufschwung unter Präsident Turgut Özal führte, kam in den späten achtziger Jahren zum Erliegen. Die Regierung der Ministerpräsidentin Tansu Çiller versuchte mit Hilfe eines Kredits vom Internationalen Währungsfonds (IWF) das hohe Staatsdefizit nach Jahren der Budgetüberziehung zu reduzieren. Die Preise stiegen zwischen 1994 und 1995 um rund 150 Prozent an, während die durchschnittlichen Lohnerhöhungen um etwa 30 Prozent hinter dieser Entwicklung zurückblieben. 2006 betrug das Bruttoinlandsprodukt (BIP) 402 710 Millionen US-Dollar (Dienstleistungen 63,5 Prozent, Industrie 26,8 Prozent, Landwirtschaft 9,7 Prozent), woraus sich ein BIP pro Kopf von 5 518,50 US-Dollar ergibt.

30 Prozent aller Erwerbstätigen arbeiteten 2005 in Land-, Forst- und Fischereiwirtschaft, 46 Prozent im Dienstleistungsgewerbe und 25 Prozent in der Industrie. Über eine Million türkischer Staatsbürger arbeiten im Ausland, insbesondere in Deutschland und Saudi-Arabien. Der bedeutendste Gewerkschaftsdachverband ist der Bund türkischer Gewerkschaften mit über 1,9 Millionen Mitgliedern.

Innerhalb der Türkei besteht hinsichtlich der wirtschaftlichen Entwicklung ein markantes West-Ost-Gefälle zwischen dem industriell geprägten Westteil und dem mehr auf Landwirtschaft ausgerichteten Ostteil. Außenwirtschaftlich sucht die Türkei eine engere Einbindung in die Europäische Union und strebt nach stärkerer Einflussnahme im zentralasiatischen und im kaukasischen Wirtschaftsraum.

Eine hohe Auslandsverschuldung (rund 115 Milliarden US-Dollar) und ein enormes Staatsdefizit belasteten gegen Ende des 20. Jahrhunderts die Wirtschaft des Landes. Die Regierung unter Ministerpräsident Bülent Ecevit verabschiedete daher ein Reformprogramm, um der türkischen Wirtschaft zur Stabilität zu verhelfen. So sollte beispielsweise die Privatisierung der zahlreichen Staatsbetriebe beschleunigt und die Korruption entschlossener bekämpft werden. Trotz einiger Anfangserfolge (die Inflationsrate sank z. B. unter die 50-Prozent-Marke) geriet das Programm jedoch in der zweiten Hälfte des Jahres 2000 ins Stocken. Als äußerst brisant erwies sich das marode Bankensystem der Türkei, auf dem ein immenser Schuldenberg lastete. Im Zuge der Überprüfung von Kreditinstituten deckten die türkischen Ermittler bei verschiedenen Privatbanken u. a. Steuerhinterziehungen, Veruntreuungen von Geldern und Verschuldungen in Milliardenhöhe auf. Mindestens zehn Institute wurden unter staatliche Zwangskontrolle gestellt.

Der Bankenskandal verunsicherte Anleger und Investoren zusehends. Spekulationen über weitere Bankenzusammenbrüche lösten schließlich einen panikartigen Ansturm auf Devisen und eine massive Kapitalflucht aus. Daraus entwickelten sich Liquiditätsengpässe, die schließlich im November 2000 in einer schweren Finanzkrise mündeten. Als Gegenmaßnahme gab die türkische Zentralbank mehrere Milliarden US-Dollar aus den staatlichen Währungsreserven frei. Vom Internationalen Währungsfonds erhielt die Türkei einen Sofortkredit von 11,4 Milliarden US-Dollar.

Nach einer Zwischenphase folgte im Februar 2001 eine Staats- und Wirtschaftskrise. Vorangegangen war ein Streit zwischen Ministerpräsident Ecevit und Staatspräsident Ahmed Necdet Sezer, bei dem es um die Bekämpfung der Korruption ging. Auch diesmal führten Spekulationen zu einer Welle der Kapitalflucht. Die Zentralbank konnte den Wechselkurs der türkischen Lira nicht stabilisieren und musste den Kurs zwecks Abwertung freigeben. Allein am Tag der Freigabe brach der Wechselkurs der türkischen Lira innerhalb weniger Stunden um 40 Prozent ein. Die Wirtschaftskrise trieb zahlreiche Kleinunternehmen in den finanziellen Ruin, viele Kleinanleger verloren den größten Teil ihres Kapitals. Bei Massenprotesten wurde die Regierung aufgefordert, ein Ende der Krisensituation herbeizuführen. Einige Straßendemonstrationen in verschiedenen türkischen Städten im April 2001 waren von schweren Ausschreitungen mit zahlreichen Verletzten begleitet. Der Internationale Währungsfonds gewährte der Türkei einen weiteren Kredit von sechs Milliarden US-Dollar. "Türkei" © Emmanuel BUCHOT, Encarta, Wikipedia.

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