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Geschichte Japans : Aufstieg zur Wirtschaftsweltmacht: Die späte Showa-Ära (1945-1989)
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Die Meiji-Zeit (1868-1912)

Am 11. August 1945, also noch vor der japanischen Kapitulation, wurde General Douglas MacArthur zum Oberbefehlshaber der Alliierten (SCAP, Supreme Commander for the Allied Powers) im besetzten Japan ernannt. Die meisten Fragen zur Besatzungspolitik wurden von der Ostasienkommission (Far Eastern Commission) mit Sitz in Washington behandelt, in der neben den USA Großbritannien, die UdSSR, Australien, China, Frankreich, Indien, Kanada, Neuseeland, die Niederlande und die Philippinen vertreten waren. Gegenüber dem SCAP hatte die Kommission in den meisten Angelegenheiten jedoch nur beratende Funktion.

Ziele der amerikanischen Besatzungspolitik waren die Demokratisierung des politischen Systems Japans, die Entfernung aller für die militaristische Politik Japans Verantwortlichen aus ihren Positionen und eine Neuordnung der Wirtschaft, die die Zerschlagung der Großunternehmen einschließen sollte. Mit all diesen Maßnahmen sollte zugleich gewährleistet werden, „dass Japan nicht wieder eine Bedrohung für Amerika wird … und die Ziele Amerikas unterstützt”, wie es in der Proklamation der „Grundlegenden Maßnahmen der Vereinigten Staaten für die erste Zeit der Besatzung” vom 22. September 1945 hieß. Entsprechend diesen Prioritäten gestalteten die USA in den ersten Nachkriegsjahren ihre Besatzungspolitik.

Im Dezember 1945 gestattete die Besatzungsmacht die Gründung von Gewerkschaften und politischen Parteien. Das neue Parteienspektrum umfasste Liberale, Fortschrittspartei, Gemeinschaftspartei, Sozialisten und Kommunisten. Bei den Parlamentswahlen vom 10. April 1946 gewannen Liberale und Fortschrittspartei die Mehrheit und bildeten unter Führung des Liberalen Yoshida Shigeru die erste Nachkriegsregierung.

Am 3. November 1946 verkündete Kaiser Hirohito, der bereits im Januar 1946 den Status seiner Göttlichkeit hatte aufgeben müssen, die neue Verfassung; sie trat am 3. Mai 1947 in Kraft. Nach amerikanischen Vorgaben gestaltet, definierte sie Japan als parlamentarische Demokratie und garantierte die bürgerlichen Grundrechte. Der Kaiser repräsentierte nun nur noch die Nation und nahm keinerlei Regierungsfunktionen mehr wahr. Die Regierung, an ihrer Spitze der vom Parlament gewählte Ministerpräsident, wurde dem Parlament verantwortlich. Das Parlament selbst setzte sich aus zwei direkt gewählten Kammern zusammen. Wahlberechtigt waren nun auch Frauen. Der in der Verfassung verankerte Verzicht auf eigene Streitkräfte wurde nach dem Koreakrieg dahin gehend modifiziert, dass Japan „Selbstverteidigungsstreitkräfte” aufbauen konnte.

Zur Bestrafung von Kriegsverbrechern wurde ein internationaler Gerichtshof gebildet, dem Vertreter von elf Nationen angehörten; er nahm am 3. Mai 1946 in Tokyo seine Verhandlungen auf und tagte bis zum 12. November 1948 (sieheKriegsverbrecherprozesse). Der ehemalige Premierminister Tojo als Hauptbeschuldigter und sieben weitere Angeklagte wurden wegen Kriegsverbrechen zum Tod verurteilt und hingerichtet, gegen 19 andere verhängte das Gericht lebenslängliche Freiheitsstrafen. Fürst Konoe, Mitschöpfer des japanischen Kriegsprogramms, nahm sich vor Prozessbeginn das Leben.

Ähnlich wie im besetzten Deutschland führte der sich seit Anfang 1947 deutlich abzeichnende Kalte Krieg zu einer Änderung der Politik der Besatzungsmacht gegenüber dem früheren Kriegsgegner. Um den Wiederaufbau der japanischen Wirtschaft schneller vorantreiben zu können, hob General MacArthur die politischen Säuberungsmaßnahmen, von denen ursprünglich rund 180 000 Personen betroffen gewesen waren, wieder auf, zahlreiche Fachkräfte kehrten in ihre früheren Tätigkeitsbereiche zurück. Auch die Entflechtungsmaßnahmen, mit denen die Macht der Großkonzerne hatte beschnitten werden sollen, wurden rückgängig gemacht. Nachdem die USA gleich nach Kriegsende mit umfangreichen Lebensmittellieferungen die Hungersnot in Japan bekämpft hatten, förderten sie nun den Wiederaufbau der Wirtschaft.

Kalter Krieg
Kalter Krieg. Encarta
Mit dem Ausbruch des Koreakrieges im Juni 1950 wuchs Japan unter der Federführung MacArthurs in der Auseinandersetzung mit dem „Weltkommunismus” in die Rolle eines Verbündeten, ähnlich wie die Bundesrepublik Deutschland. Zum Wiedereintritt in die Weltpolitik gehörte jedoch die Wiedererlangung der Souveränität. Am 8. September 1951 unterzeichneten die Vertreter von 49 Staaten, unter ihnen die westlichen Großmächte und fast alle weiteren früheren Kriegsgegner Japans, den Frieden von San Francisco, der den Kriegszustand offiziell beendete. Die Sowjetunion und in ihrem Gefolge die Tschechoslowakei und Polen lehnten eine Unterzeichnung ab, weil der Vertrag Japan die Rolle eines Militärstützpunktes der USA zuschrieb. Außerdem argumentierten sie, dass eine Friedensregelung ohne Beteiligung der Volksrepublik China, die – wie auch Nationalchina (Taiwan) – zur Friedenskonferenz nicht eingeladen worden war, keinen Bestand haben könnte.

In dem Friedensvertrag verzichtete Japan auf alle territorialen Ansprüche außerhalb seiner Grenzen von 1868 und akzeptierte damit auch alle Verluste des 2. Weltkrieges. Nur der Streit um die Kurilen, die 1945 von sowjetischen Truppen besetzt wurden und von Japan zurückverlangt wurden, konnte nicht beigelegt werden. Zugleich verpflichtete sich Japan zu Reparationsleistungen, über die es später Vereinbarungen mit den Philippinen, Indonesien, Burma und Vietnam schloss. Zugestanden erhielt Japan das Recht auf Selbstverteidigung und auf den Eintritt in Verteidigungspakte. Dieses nahm es sogleich wahr, indem es ein bilaterales Verteidigungsabkommen (Sicherheitsvertrag) mit den USA schloss. In diesem Abkommen räumte Japan den USA das Recht zur Stationierung von Streitkräften ein. In der Folge blieben Okinawa, die Bonin-Inseln und Chisima unter Kontrolle der US-Armee. Am 28. April 1952 endete die Besatzungsherrschaft und war die volle Souveränität Japans wieder hergestellt. "Japan," Microsoft® Encarta

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