Die Sozialistische Republik Vietnam
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Fotografien Vietnam |
1976 wurde der Süden mit dem Norden in der neuen Sozialistischen Republik Vietnam wieder vereinigt und Saigon in Ho-Chi-Minh-Stadt umbenannt. Mit der Beendigung des Krieges waren im Land noch lange nicht alle Schwierigkeiten überwunden. Der riesige Flüchtlingsstrom, vor allem gebürtiger Chinesen, der so genannten „Boat people”, die mit kleinen Booten über das Südchinesische Meer oder auf dem weniger gefahrvollen Landweg in andere Staaten gelangen wollten, nahm mit der fortschreitenden Sozialisierungspolitik im Süden zu. Fast 200 000 Flüchtlinge verließen 1979 das Land. Es kam zu Grenzzwischenfällen mit der kommunistischen Regierung Kambodschas, die nach der Niederlage Saigons schon bald eskalierten. Anfang 1979 marschierten vietnamesische Streitkräfte mit Unterstützung exilkambodschanischer Truppen in Kambodscha ein, stürzten das Pol-Pot-Regime und errichteten eine provietnamesisch orientierte Regierung. Die Besetzung rief internationalen Protest hervor. |
Wenige Wochen später wurde Vietnam selbst von seinem ehemaligen Wohltäter China angegriffen, das die Einmischung Vietnams in seine regionalen Interessen nicht dulden wollte. Die chinesischen Truppen verursachten in den Grenzregionen schwere Schäden, mussten aber auch selbst schwere Verluste hinnehmen. Mitte der achtziger Jahre waren rund 140 000 vietnamesische Soldaten in Kambodscha stationiert und weitere 50 000 in Laos. Vietnam reduzierte 1988 sein Truppenaufgebot in Laos in beträchtlichem Maß und zog bis zum September 1989 seine gesamten Truppen aus Kambodscha ab. |
In Vietnam herrschten in der Nachkriegszeit schwerwiegende wirtschaftliche und soziale Probleme. Der Wiederaufbau ging nur schleppend voran. Die Bemühungen um eine Kollektivierung der Landwirtschaft und eine Verstaatlichung der Unternehmen führten im Süden zu Konflikten mit der Bevölkerung. Enttäuschende Ernteerträge, die Einverleibung der Geldmittel durch das Militär und US-Embargos über weltweite Hilfeleistungen und Kapitalinvestitionen erschwerten Vietnam den Weg aus der Krise. 1986 hatte die jährliche Inflationsrate die 700-Prozent-Marke erreicht. Nach dem Tod des alten Parteichefs Le Duan 1986 übernahmen Wirtschaftsreformer, unterstützt von einer jüngeren Generation der Kommunistischen Partei, die Führung in der Partei. Sie verkündeten den neuen politischen Kurs der doi moi (Erneuerung) nach dem Modell der russischen Perestroika. |
Der Prozess wurde 1988 vorangetrieben, als schlechte Ernten, Hungersnöte und Missmanagement des Staatsapparats unter dem neuen Druck der Reformisten zu Massenentlassungen konservativer Parteiangehöriger führten. Die Reaktionen Europas und Chinas auf die Ereignisse von 1989 führten zur Stabilisierung der kommunistischen Vormachtstellung im Land. Das Ende der Hilfeleistungen der ehemaligen Sowjetunion 1991 und der Zusammenbruch des sowjetischen Kommunismus trieben die Wirtschaftsreformen weiter voran. |
Die neue, 1992 in Kraft getretene Verfassung Vietnams bestätigte die Monopolstellung der Kommunistischen Partei, räumte für ausländische Kapitalinvestitionen aber auch gesetzliche Garantien ein und führte Gesetze zur Regelung von Konkursen ein, um dahinsiechende staatliche Unternehmen zur Aufgabe zu zwingen. Der politische Kurs zum Wiederaufbau des Landes reduzierte bis zum Anfang der neunziger Jahre die Inflation und senkte die Staatsverschuldung. Europäische und asiatische Staatsoberhäupter beeilten sich, ihre diplomatischen Beziehungen mit Vietnam wieder aufzunehmen. Die Vereinigten Staaten gaben schließlich ihren Widerstand gegen die Vergabe von Darlehen und Hilfeleistungen für den Wiederaufbau Vietnams vonseiten des Internationalen Währungsfonds und der Internationalen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (Weltbank) im Juli 1993 auf. Vietnams Streben nach schnellem Wachstum wurde teilweise durch das rapide Wachstum Chinas und durch die Bedrohung der vietnamesischen Sicherheit forciert. Die Vereinigten Staaten hoben 1994 ihr über Vietnam verhängtes Handelsembargo auf und errichteten im August 1995 ein diplomatisches US-Büro in Hanoi. Die Rückkehr und Eingliederung von Vietnamesen, die nach dem Vietnamkrieg aus dem Lande |
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Phan Van Khai |
flohen und nicht als politische Flüchtlinge anerkannt wurden, zählt weiter zu den wichtigsten innenpolitischen Themen. Bei den Parlamentswahlen vom Juli 1997 erreichten Nichtkommunisten etwa ein Siebtel der zu vergebenden Sitze in der Nationalversammlung. Im September 1997 wählte die Nationalversammlung den Reformpolitiker Phan Van Khai zum neuen Ministerpräsidenten, nachdem Vo Van Kiet aus Altersgründen zurückgetreten war. Der neue Ministerpräsident war seit 1992 einer der stellvertretenden Regierungschefs und enger Mitarbeiter seines Vorgängers. Zum neuen Staatspräsidenten wählte das Parlament Tran Duc Luong, der den ehemaligen Armeegeneral Le Duc Anha als Staatschef ablöste. |
Am 1. März 2001 vereinbarten die Staatsoberhäupter Vietnams und Russlands, Tran Duc Luong und Wladimir Putin, eine strategische Partnerschaft zwischen beiden Ländern. Bei den Parlamentswahlen vom 19. Mai 2002 baute die Kommunistische Partei ihre dominierende Stellung aus. Nur etwa ein Zehntel der zu vergebenden Parlamentssitze fiel nicht auf Mitglieder der KP. Um einen Generationswechsel zu ermöglichen, traten Ministerpräsident Phan Van Khai, Staatspräsident Tran Duc Luong und Parlamentspräsident Nguyen Van An im Juni 2006 von ihren Ämtern zurück. Neuer Ministerpräsident wurde der bisherige Vizeregierungschef Nguyen Tan Dung. Nachfolger im Amt des Staatspräsidenten wurde Nguyen Minh Triet, bis dahin Vorsitzender der Kommunistischen Partei von Ho-Chi-Minh-Stadt. Das Amt des Parlamentspräsidenten übernahm der KP-Vorsitzende von Hanoi Nguyen Phu Trong. "Vietnam," Microsoft® Encarta |
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