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Geschichte Indonesien : Rücktritt Suhartos und Neuordnung
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Mitte Mai 1998 eskalierten die Proteste und Demonstrationen zu einer Plünderungs- und Zerstörungswelle vor allem in der Hauptstadt Jakarta, in deren Verlauf etwa 500 Menschen ums Leben kamen. Suharto nahm daraufhin einige der Preiserhöhungen zurück und kündigte die baldige Umsetzung von Reformen an; außerdem stellte er seinen Rücktritt und Neuwahlen in Aussicht, allerdings ohne einen Termin zu nennen. Dennoch gingen die Demonstrationen gegen das Regime Suharto weiter, und nachdem er auch aus den eigenen Reihen zunehmend unter Druck gesetzt worden war, erklärte Suharto am 21. Mai 1998 seinen Amtsverzicht. Noch am selben Tag wurde Suhartos enger Vertrauter und bisheriger Vizepräsident Bacharuddin Jusuf Habibie als neuer Präsident vereidigt.

Das ebenfalls am 21. Mai vorgestellte Kabinett setzte sich zur Hälfte aus Mitgliedern früherer Regierungen zusammen. Habibie kündigte Reformen in allen Bereichen an, auch innerhalb der Regierung selbst, die er von Korruption und Nepotismus zu befreien versprach, und er sagte die Einhaltung aller Verpflichtungen gegenüber dem Ausland, insbesondere dem IWF, zu. Sowohl das Ausland wie auch ein großer Teil der indonesischen Bevölkerung nahmen den Regierungswechsel mit Erleichterung auf. Dagegen steht die indonesische Opposition unter ihrem Führer Amien Rais der neuen Regierung weiterhin kritisch gegenüber.

Zum Kern ihrer Forderungen gehörten im Wesentlichen die Enteignung des „Suharto-Clans”, die Aufnahme von Strafverfahren wegen Korruption, die Zulassung neuer Parteien sowie Neuwahlen. Mit der Untersuchung der Korruptionsvorwürfe wurde schließlich die indonesische Generalstaatsanwaltschaft betraut, und es wurden Neuwahlen und die Liberalisierung der Parteienzulassung für 1999 angekündigt. Die innenpolitische Lage blieb auch auf Grund von Hungersnöten in Teilen des Landes gespannt (z. B. Osttimor, Ostsumatra, Borneo, Sulawesi).

Die politischen Verhandlungen zur Lösung des Konflikts um Osttimor erhielten neue Impulse. Präsident Habibie legte im Juni 1998 einen Plan für Osttimor vor, der einen Teilabzug der indonesischen Truppen und einen bedingten Autonomiestatus für die Region in Aussicht stellte. Die Unabhängigkeitsbewegung Osttimors, FRETILIN, forderte dagegen eine Volksabstimmung über die Unabhängigkeit. Anfang 1999 ließ die indonesische Regierung – wohl auch auf internationalen Druck hin – verlautbaren, dass die politische Diskussion über die Unabhängigkeit in Erwägung gezogen werden könne, falls das Angebot einer Autonomie in der Bevölkerung Osttimors auf Ablehnung stoße. Mitte März 1999 kam es im indonesischen Teil der Insel Borneo zwischen verschiedenen ethnischen Gruppen, vor allem zwischen den ursprünglich ansässigen Dayak und den zugewanderten Indonesiern zu blutigen Auseinandersetzungen:

Über 60 Menschen wurden ermordet, mehr als 1 000 Häuser niedergebrannt, und etwa 2 000 Menschen flüchteten. Nach erneutem Aufflammen des Konflikts unterzeichneten beide Gruppen im März 2001 ein Friedensabkommen. Bei den Parlamentswahlen vom 7. Juli 1999 wurde die Partai Demokrasi Indonesia Perjuangan (PDI-P) von Megawati Sukarnoputri stärkste politische Kraft, gefolgt von Habibies bisheriger Regierungspartei Golongan Karya (Golkar).

Eine beispiellose Welle der Gewalt löste im September 1999 in Osttimor ein Referendum aus, bei dem sich 78,5 Prozent der Bevölkerung für die staatliche Unabhängigkeit von Indonesien ausgesprochen hatten. Obwohl Indonesiens Präsident Bacharuddin Jusuf Habibie umgehend deutlich machte, das Votum anzuerkennen, kam es nach Bekanntwerden des Abstimmungsergebnisses zu gewalttätigen Übergriffen proindonesischer Milizen gegen die Zivilbevölkerung. Nach einer Woche dauerndem Terror beugte sich die in Bedrängnis geratene indonesische Regierung dem massiven internationalen Druck und stimmte der Intervention einer UN-Friedenstruppe (INTERFET) zu, die unter australischem Oberkommando am 20. September auf Osttimor landete und die Milizionäre zurückdrängte. Am 27. September kündigte die indonesische Armeeführung den Abzug ihrer Truppen an und übergab der INTERFET formal die Kommandogewalt über Osttimor.

Megawati Sukarnoputri
Megawati Sukarnoputri
Damit gingen 24 Jahre gewaltsamer indonesischer Militärherrschaft zu Ende, der nach UN-Schätzungen 200 000 Osttimoresen zum Opfer gefallen waren. Die Beratende Volksversammlung wählte am 20. Oktober 1999 den gemäßigten Muslimführer Abdurrahman Wahid zum neuen Staatspräsidenten von Indonesien, nachdem die Abgeordneten Bacharuddin Jusuf Habibie das Vertrauen entzogen hatten. Nach der überraschenden Niederlage der als Favoritin gehandelten Oppositionsführerin Megawati Sukarnoputri kam es im ganzen Land zu Ausschreitungen. Die Lage beruhigte sich jedoch, als die Tochter des Staatsgründers Sukarno tags darauf zur Vizepräsidentin berufen wurde. Indonesien," Microsoft® Encarta
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