Geschichte von Russland : Restauration und Niedergang (1825-1905) : Nikolaus I.
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Fotografien Russland |
Alexander starb 1825 ohne Nachkommen; der Thron ging an seinen jüngsten Bruder Nikolaus I. Pawlowitsch über (1825-1855). Eine gewisse Unsicherheit hinsichtlich der Thronfolge – die entsprechende Verfügung Alexanders von 1823 war geheim geblieben – machte sich eine Gruppe junger Offiziere zunutze und organisierte einen Staatsstreich gegen den zaristischen Absolutismus, der allerdings schlecht vorbereitet war und schnell in sich zusammenbrach. Die freiheitlichen, demokratischen und sozialrevolutionären Ziele der Dekabristen sollten jedoch noch viele russische Revolutionäre inspirieren. Schon zu diesem Zeitpunkt wurden indes zwei grundsätzlich verschiedene politische Orientierungen sichtbar, welche die russische Intelligenz in Slawophile und „Westler” spaltete. Unter Nikolaus wurde Russland zur konservativen, antiliberalen Ordnungsmacht, die sich die europaweite Aufrechterhaltung des monarchischen Prinzips auf die Fahnen geschrieben hatte. Den polnischen Novemberaufstand von 1830 ließ der autokratische Nikolaus innerhalb eines Jahres niederschlagen; anschließend beseitigte er die Autonomie Polens durch das „Organische Statut” von 1832. 1849 unterstützte er die Habsburger militärisch bei der Unterdrückung des ungarischen Aufstandes gegen die österreichische Herrschaft. |
Nach den europäischen Revolutionen von 1848 verschrieb sich Nikolaus endgültig einer repressiven Innenpolitik, die schon nach der Niederschlagung des Dekabristenaufstandes mit dem Aufbau der so genannten Dritten Abteilung und der Aufstellung des Gendarmeriekorps eingeleitet worden war (1826). |
Er initiierte eine Kampagne gegen die Ausbreitung liberaler Ideen, an den Universitäten wurden die Lehrstühle für Geschichte und Philosophie als potentielle Gefahrenquellen abgeschafft, und es durften nicht mehr als 300 Studenten eingeschrieben sein. Zahlreiche Schriftsteller wurden verhaftet, ins Exil getrieben oder zur Zwangsarbeit verurteilt. Doch verhinderten auch der zaristische Unterdrückungsapparat und die staatliche Zensur nicht das Aufblühen einer weithin politisierten russischen Literatur, die epochale Geister wie Aleksandr Puschkin, Fjodor Dostojewskij und Lew Tolstoj hervorbrachte. Unter Nikolaus expandierte Russland in drei Richtungen: nach Südwesten zum Balkan und Mittelmeer, nach Süden in den Kaukasus und nach Zentralasien sowie nach Osten zum Pazifik. |
1826 begann ein Krieg mit Persien, der zwei Jahre später mit der Annexion eines Teiles von Armenien einschließlich der strategisch wichtigen Stadt Jerewan endete. Parallel dazu griff Nikolaus an der Seite der Aufständischen in den Griechischen Unabhängigkeitskrieg (1821-1829) ein: Ein Verband aus russischen, britischen und französischen Kriegsschiffen besiegte am 20. Oktober 1827 in der Schlacht von Navarino (Pílos) die osmanisch-ägyptische Flotte. |
Im Frieden von Adrianopel vom 14. September 1829, der den 6. Russisch-Türkischen Krieg (1828/29) beendete, sicherte sich Russland weitere Gebiete am Ostrand des Schwarzen Meeres und am Donaudelta sowie das Protektorat über die Donaufürstentümer Moldau und Walachei. Durch den wachsenden Einfluss Russlands im Nahen Osten fühlten sich jedoch die anderen europäischen Großmächte in ihren Interessen bedroht, besonders nachdem russische Truppen 1833 in die Dardanellen vorgestoßen waren, um den Sultan im Konflikt mit Mehmed Ali von Ägypten beizustehen. Großbritannien, Frankreich, Preußen und Österreich gelang es jedoch, 1841 die Meerengen- bzw. orientalische Frage durch den Dardanellenvertrag in ihrem Sinn zu regeln. Doch führte russisches Expansionsstreben 1853 zum Krimkrieg bzw. 7. Russisch-Türkischen Krieg (1853/54-1856), in dem Russland gegen Großbritannien, Frankreich, das Osmanische Reich und das Königreich Sardinien eine vernichtende Niederlage erlitt. "Russland," Microsoft® Encarta® Online-Enzyklopädie 2009 |
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Nikolaus I. Pawlowitsch |
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