Fotografien
Geschichte von Südafrika : Die Republik Südafrika : Eskalation und Reformen
Fotografien Südafrikas

1984 trat eine neue Verfassung in Kraft, die Südafrika in ein Präsidialsystem umwandelte und den Asiaten und den Coloreds begrenzte Mitspracherechte zugestand. Die schwarze Bevölkerungsmehrheit blieb weiterhin aus dem politischen Leben ausgeschlossen. Staatspräsident wurde der bisherige Premierminister Botha. Sowohl um den zunehmend militanten Widerstand gegen die Apartheidpolitik einzudämmen, als auch als Zugeständnis gegenüber der südafrikanischen Wirtschaft, die u. a. angesichts von Wirtschaftssanktionen eine Lockerung der Apartheid forderte, nahm Botha einige Gesetze der „kleinen Apartheid” zurück, so z. B. 1985 das Verbot der Mischehen. Zur Beruhigung der innenpolitischen Lage trug dies jedoch nichts bei, zumal an den Grundlinien der Apartheidpolitik unverändert festgehalten wurde; im Gegenteil: Der Kampf der Apartheidgegner wurde immer militanter und blutiger, und im gleichen Maße verschärfte das Apartheidregime seine Repressionen. 1986 rief die Regierung in Reaktion auf die zunehmenden Unruhen und Gewaltakte der Apartheidgegner den Ausnahmezustand aus; die Industrienationen, allen voran die USA und die Europäische Gemeinschaft (EG), belegten Südafrika mit einem Wirtschaftsboykott.

Nach dem Rücktritt Bothas 1989 leitete dessen Amtsnachfolger Frederik Willem de Klerk einen grundlegenden Wandel in der Innenpolitik ein: 1990 hob er das Verbot von Antiapartheidorganisationen wie etwa des ANC und des PAC auf, verfügte die Freilassung politischer Gefangener, darunter Nelson Mandela, beendete den Ausnahmezustand und hob die Rassentrennung in öffentlichen Einrichtungen auf.

Im Juni 1991 wurden schließlich die Grundgesetze des Apartheidsystems außer Kraft gesetzt: derPopulation Registration Act und der Group Areas Act aus dem Jahr 1950. Im Dezember 1991 konstituierte sich die CODESA (Convention for a Democratic South Africa, Konvent für ein demokratisches Südafrika), ein „runder Tisch”, der sich aus Vertretern der Regierung, der vier unabhängigen Homelands, der Ethnien sowie der verschiedenen Parteien und Antiapartheidorganisationen zusammensetzte. Wesentliche Aufgabe der CODESA war es, eine neue Verfassung für ein demokratisches, nicht rassistisches Südafrika zu entwerfen. Außenpolitisch traf der im Wesentlichen von de Klerk und Mandela vorangetriebene Reformprozess auf große Zustimmung und Unterstützung;

ab 1991 baute z. B. die EG schrittweise ihre Sanktionen gegen Südafrika ab. Innenpolitisch dagegen war der Prozess von tiefen Spannungen und zahlreichen Gewaltakten begleitet und geriet wiederholt ins Stocken:

Auf der einen Seite kam es zwischen den schwarzen Organisationen, vor allem zwischen ANC und Inkatha, immer wieder zu politisch und auch ethnisch motivierten schweren Auseinandersetzungen. Auf der anderen Seite regte sich auch unter der weißen, vor allem der burischen Bevölkerung zum Teil gewaltsamer Widerstand gegen den Abbau der Apartheid, der sich u. a. in der militanten Afrikaaner Weederstansbeweging organisierte.

Am 17. März 1992 stimmten über zwei Drittel der weißen Bevölkerung Südafrikas in einem Referendum für die Fortsetzung des Reformprozesses, d. h. den weiteren Abbau der Apartheid. Am 18. November 1993 unterzeichneten Präsident de Klerk und 20 Organisationen die neue, die Gleichberechtigung aller Bevölkerungsgruppen in Südafrika festschreibende

Pieter Willem Botha
Pieter Willem Botha
und die Apartheid beendende Übergangsverfassung, und wenig später nahm ein Übergangsexekutivrat, der sowohl die Regierung de Klerk kontrollieren als auch die für den April 1994 festgelegten Wahlen vorbereiten sollte, die Arbeit auf. Südafrikas," Microsoft® Encarta
Benutzerdefinierte Suche