Geschichte von Polen : Die Republik Polen
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Fotografien Polen |
Nach dem Zusammenbruch der Mittelmächte im Herbst 1918 war der Weg frei für eine Wiedererrichtung des polnischen Staates: Im Oktober 1918 rief der ein Jahr zuvor von den Deutschen geschaffene Regentschaftsrat das unabhängige Polen aus, und am 11. November 1918 wurde die Republik Polen proklamiert. Am 22. November wurde Józef Piłsudski zum „Vorläufigen Staatschef” ernannt und mit diktatorischen Vollmachten ausgestattet. |
Territoriale Konsolidierung |
Die Republik Polen bestand bei ihrer Gründung aus Kongresspolen und Westgalizien; Anfang 1919 wurde noch ein großer Teil der Provinz Posen und Ostgalizien besetzt. Durch den Versailler Vertrag erhielt Polen außerdem den Großteil Westpreußens, den so genannten Polnischen Korridor, sowie fast die ganze Provinz Posen. |
In weiteren, strittigen Gebieten sollte die Bevölkerung über die Zugehörigkeit entscheiden, wie etwa in Oberschlesien, das infolge des relativ knappen Abstimmungsergebnisses auf Beschluss der Alliierten geteilt wurde: Der Ostteil um Kattowitz, zwar kleiner, aber wirtschaftlich deutlich ertragreicher, kam an Polen, der Westen an das Deutsche Reich. Danzig wurde Freie Stadt unter polnischer Oberhoheit und zugleich unter Aufsicht des Völkerbundes. Auch im Osten suchte Polen sein Staatsgebiet annähernd in den Grenzen, wie sie vor 1772 bestanden, wieder herzustellen, erkannte daher die von der Pariser Friedenskonferenz vorgeschlagene polnisch-sowjetrussische Grenze nicht an und löste im April 1920 den Polnisch-Sowjetischen Krieg aus. |
Die von den Alliierten im Juli 1920 unterbreitete Curzon-Linie lehnte Polen als neue Ostgrenze ebenfalls ab; im Frieden von Riga einigten sich Polen und Sowjetrussland im März 1921 schließlich auf eine Grenze, die etwa 150 Kilometer östlich der Curzon-Linie verlief, Polen also den Westen der Ukraine und Weißrusslands einbrachte. 1920 besetzte Polen zudem das Gebiet um Wilna. |
Die Außenpolitik der folgenden Jahre war zu einem guten Teil von der Furcht vor Revisionsforderungen der beiden großen Nachbarn Deutschland und Sowjetunion geprägt. Das Deutsche Reich weigerte sich, die polnische Westgrenze anzuerkennen, weigerte sich folglich auch, ein dem Locarnopakt entsprechendes Garantieabkommen für die deutsch-polnische Grenze abzuschließen, und hielt die Grenzfrage bewusst offen; die restriktive Politik Polens gegenüber der deutschen Minderheit verschlechterte das polnisch-deutsche Verhältnis zusätzlich. Die Beziehungen zur Sowjetunion wurden zusätzlich zu territorialen Fragen durch ideologische Gegensätze belastet. Wichtigster außenpolitischer Partner Polens war zunächst Frankreich, das Polen im Februar 1921 durch ein Verteidigungsbündnis in seine Cordon-sanitaire-Politik gegenüber der Sowjetunion einband. |
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Józef Klemens Piłsudski |
Durch ein Bündnis mit Rumänien im März 1921 näherte sich Polen zudem der Kleinen Entente an. |
Demokratische Anfänge |
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Am 17. März 1921 wurde die neue, am französischen Vorbild ausgerichtete demokratische Verfassung verabschiedet. Aber auch unter der neuen Verfassung waren die rasch wechselnden Regierungen in der politisch zersplitterten Landschaft nicht in der Lage, den vielfältigen Problemen des Landes hinreichend zu begegnen. In den 125 Jahren der Teilung und Fremdherrschaft hatten sich die einzelnen Regionen in elementaren Bereichen wie Wirtschaft, Verwaltung, Justiz und Bildung stark auseinanderentwickelt |
Polnischer Korridor. Encarta |
und waren nur schwer wieder zu einem System zusammenzufassen. Erheblich verschärft wurde das Problem der Integration durch die starken nationalen Minderheiten – vor allem Ukrainer, Juden, Weißrussen und Deutsche –, die über 30 Prozent der Gesamtbevölkerung ausmachten und die in vielen Belangen benachteiligt wurden. Ende 1922 legte Piłsudski sein Amt als Staatsoberhaupt nieder und verzichtete auf eine Kandidatur bei den Präsidentenwahlen – die neue, demokratische Verfassung hatte die Befugnisse des Staatspräsidenten stark beschnitten. "Polen," Microsoft® Encarta |
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