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Neue Geschichte Griechenlands : Republik, Monarchie, Diktatur – die Zwischenkriegszeit (1923-1940)
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Nach der kleinasiatischen Katastrophe gewannen die republikanischen Kräfte erneut die Oberhand. Georg II. musste Ende 1923 das Land verlassen. Nach einer Volksabstimmung wurde am 24. März 1924 die Republik ausgerufen. Die Zwischenkriegszeit war erneut von scharfen politischen Fraktionierungen gekennzeichnet. Das nationale Schisma zwischen Venizelisten und Antivenizelisten setzte sich fort. Ein großes Problem stellten die verarmten Flüchtlingsmassen aus Kleinasien und Thrakien dar. Der Völkerbund unterstützte Griechenland bei der Bewältigung der Flüchtlingskrise von 1923 bis 1930.

Dennoch war die soziale Situation in einigen Landesteilen dramatisch. Streiks erschütterten das Land. Die Kommunistische Partei Griechenlands (gegründet 1918 als Sozialistische Arbeiterpartei Griechenlands) profitierte von der unsicheren sozialen und politischen Situation. Das Militär versuchte durch drei Putsche (1925, 1933 und 1935), Einfluss auf das politische Leben zu nehmen. Eine relative Stabilität war mit der erneuten Regierungsübernahme von Eleftherios Venizelos 1928 zu verzeichnen: Die folgenden vier Jahre, in denen er ununterbrochen die Regierung führte, gelten als „goldene Jahre” der Zwischenkriegszeit. Die Weltwirtschaftskrise stürzte auch Griechenland 1932 in eine schwere ökonomische Krise, da die griechischen landwirtschaftlichen Exportwaren keine Absatzmärkte mehr fanden.

Mit der Gründung der Balkanentente 1934 in Athen trat Griechenland dem französischen Bündnissystem gegen das Deutsche Reich bei. Damit versuchte sich Griechenland gegen territoriale bulgarische Revisionsforderungen in West-Thrakien und Makedonien sowie gegen das im östlichen Mittelmeer aggressiv auftretende Italien abzusichern. Gleichzeitig geriet Griechenland in den dreißiger Jahren wie alle südosteuropäischen Staaten wirtschaftlich in die Abhängigkeit des nationalsozialistischen Deutschen Reiches. Berlin öffnete den deutschen Markt für Agrarprodukte aus Griechenland. Auf der Grundlage eines Clearingsystems bezahlte das Deutsche Reich Waren wie Tabak und Öl mit Industrie- und Rüstungsgütern. Die beabsichtigte außenpolitische Bindung Griechenlands an Deutschland gelang jedoch nicht.

Innenpolitisch gewannen die Royalisten bedeutend an Einfluss, führten nach der Niederschlagung des republikanischen Militärputsches und einem gefälschten Plebiszit 1935 die Monarchie wieder ein und riefen Georg II. auf den Thron zurück. Das politische Leben radikalisierte sich unter dem Eindruck sozialer Unruhen und der kommunistischen Volksfronttaktik. Die „kommunistische Gefahr” diente den Verfechtern eines autoritär-antidemokratischen Regierungssystems zur Rechtfertigung für die Abschaffung der Demokratie. Kurz vor einem 24-stündigen Generalstreik suspendierte Ioannis Metaxas, der seit April 1936 das Amt des Ministerpräsidenten innehatte, am 4. August 1936 die Verfassung und errichtete mit Billigung König Georgs ein diktatorisches Regime. Die politischen Parteien wurden verboten, Kommunisten, Sozialisten, Gewerkschafter und bürgerliche Oppositionelle streng verfolgt. Metaxas’ „Neuer Staat” (Neon Kratos) stellte sich in Anlehnung an das deutsche Dritte Reich als „Dritte Griechische Zivilisation” dar.

"Griechenlands," Microsoft® Encarta

Griechischer Einwohner
Griechischer Einwohner. Bild E. Buchot
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