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Geschichte Griechenlands : Die osmanische Herrschaft (1453-1830)
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1460 stand der größte Teil Griechenlands unter osmanischer Herrschaft. Zahlreiche christliche Stützpunkte wurden allerdings erst im Laufe des 16. Jahrhunderts eingenommen (Rhodos 1522, Nauplia 1540, Naxos 1566, Kreta erst 1669). Die Zeit des Osmanischen Reiches wird in der modernen griechischen Nationalgeschichte häufig als Turkokratia („Türkenjoch”) bezeichnet. Die Osmanen brachten eine orientalische Städtekultur und ein geordnetes und funktionierendes Staatswesen mit nach Europa. Das Land wurde nach der Eroberung befriedet, und es wurde das osmanische Lehnswesen etabliert. Der Sultan selbst war der größte Landbesitzer. Er vergab die Güter an Beamte und Militärs, die ihr Land jedoch nicht weitervererben konnten. Privater Grundbesitz war selten. Neben dem Sultan waren es vor allem die frommen islamischen Stiftungen (Vakuf), die als Besitzer in Erscheinung traten.

Die orthodoxe Kirche war im Osmanischen Reich eine anerkannte religiöse Institution. Sie erfuhr zwar zahlreiche Einschränkungen und Verfolgungen, ihre Existenz selbst wurde von den Osmanen aber nie angegriffen. Die Klöster auf dem Athos standen bereits seit 1430 unter osmanischem Schutz. Mehmed II. setzte 1454 den Patriarchen von Konstantinopel als Oberhaupt für alle orthodoxen Christen des Osmanischen Reiches ein. Er stand somit nach weiteren osmanischen Eroberungen auch den serbischen, bulgarischen und rumänischen orthodoxen Kirchen vor, die ihre autokephalen Patriarchate und Erzbistümer teilweise aufgeben mussten. Der Klerus dieser nichtgriechischen Kirchen wurde vom Patriarchen in Konstantinopel berufen und erlebte während der osmanischen Herrschaft eine starke Gräzisierung. Das Kirchenslawische wurde zugunsten des Griechischen zurückgedrängt.

Ethnische Griechen spielten im osmanischen Staatswesen eine bedeutende Rolle. Die Phanarioten, wohlhabende und gebildete griechische Familien aus dem Konstantinopler Stadtteil Phanar, nahmen – ohne die Konfession zu wechseln – am Sultanshof bedeutende Staatsämter ein. Im 18. Jahrhundert verliehen die Sultane phanariotischen Familien die Herrschaft über die rumänischen Vasallenfürstentümer Walachei und Moldau.

Griechische Kaufleute dominierten den Handel im Osmanischen Reich. In fast allen Städten des Reiches errichteten sie Niederlassungen, und vor allem auf der Balkanhalbinsel wurde Griechisch zur überregionalen Handelssprache. Auch den Seehandel im Osmanischen Reich hatten griechische Reeder, die über eine große Handelsflotte verfügten, fest in der Hand. Die griechischen Kaufleute unterhielten zudem Kontore in Westeuropa (Venedig, Wien, Leipzig, Amsterdam u. a.).

Die bäuerlich-christlichen Untertanen waren gegenüber den Muslimen unterprivilegiert, genossen aber, solange sie Steuern zahlten und nicht rebellierten, den Schutz des osmanischen Staates. Auch sie konnten Privilegien erhalten, z. B. als Pass- oder Straßenwächter. In schwer zugänglichen Landesteilen bestand die osmanische Herrschaft nur nominell, etwa bei den Familienclans der Mani auf der Peloponnes. Aufstände der christlich-orthodoxen Bevölkerung Griechenlands gegen die osmanische

Mehmed II. Fatih
Mehmed II. Fatih
Herrschaft wurden häufig durch den Vatikan, Venedig oder das österreichisch-spanische Habsburgerreich unterstützt. 1585 und 1611 bis 1618 kam es zu Aufständen in Akarnanien, Ätolien und Epirus. 1647 erhob sich die Peloponnes gegen die osmanischen Herren. "Griechenlands," Microsoft® Encarta
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