Geschichte Griechenlands : Antikes Griechenland : Der Niedergang der griechischen Staatenwelt (404-355 v. Chr.)
|
Fotografien Griechenland |
Bereits 403 v. Chr. vertrieben die Athener die Dreißig Tyrannen und stellten die Demokratie wieder her. Allerdings blieb die außenpolitische Abhängigkeit von Sparta zunächst bestehen. Gegen die spartanische Hegemonie setzte sich Athen gemeinsam mit Theben, Argos und Korinth im Korinthischen Krieg (395 bis 386 v. Chr.) zu Wehr, konnte sie jedoch nicht brechen. Der durch Persien, das sich erneut der ionischen Küste bemächtigte, vermittelte Antalkidas- bzw. Königsfrieden bestätigte 386 v. Chr. Spartas Vorherrschaft über die griechischen Stadtstaaten. 379 v. Chr. lehnten sich die Thebaner erneut gegen Sparta auf und vertrieben die spartanischen Besatzer aus der Stadt. Und diesmal gelang es Sparta nicht, den Aufstand niederzuringen. 377 v. Chr. restituierte Athen erfolgreich den Attischen Seebund, dem auch Theben beitrat. 371 v. Chr. konnten die Thebaner unter Epameinondas die Spartaner bei Leuktra schlagen. 369 v. Chr. erhoben sich mit thebanischer Hilfe die messinaischen Heloten gegen Sparta und gründeten einen eigenen Staat. Damit war Sparta ein wichtiger Teil seiner wirtschaftlichen Grundlage entzogen, und seine Großmachtstellung ging verloren. |
An Spartas Stelle trat nun Theben, das seine Stellung aber nur kurz, bis 362 v. Chr., behaupten konnte. Athen versuchte seine Herrschaft erneut über den Attischen Seebund auszubauen, doch die Verbündeten fielen von ihm ab. Der Bundesgenossenkrieg (357-355 v. Chr.) endete mit einer herben Niederlage Athens. |
Diese innergriechischen Machtkämpfe nutzte Makedonien, der nördliche Nachbar Thessaliens, zum Aufstieg. Die Makedonier galten ursprünglich nicht als Griechen. Erst im 6. Jahrhundert v. Chr. wurden sie als solche anerkannt und zu den Olympischen Spielen zugelassen. Sie standen jedoch weiterhin abseits der politischen und kulturellen Entwicklung in Griechenland. Philipp II., seit 359 v. Chr. König von Makedonien, leitete gegenüber Griechenland eine Hegemonialpolitik ein, nachdem er mit seinen Heeresreformen die makedonische Armee zur schlagkräftigsten der Region gemacht hatte. Seit 356 v. Chr. nahm er aktiv an den innergriechischen Auseinandersetzungen teil, indem er in den Krieg um die Kontrolle der Amphiktyonie, des Schutzbündnisses für die Kultstätte von Delphi, eingriff. |
Athen setzte sich an die Spitze des antimakedonischen Widerstandes; als Wortführer der Gegner Philipps tat sich insbesondere der Redner Demosthenes hervor. 346 v. Chr. beendete Philipp den Krieg gegen die Amphiktyonie siegreich und wurde in das Gremium der Amphiktyonie aufgenommen. Als Philipp 343 v. Chr. ganz Thrakien eroberte und seinem Reich einverleibte, sah Athen seine Getreideversorgung über das Schwarze Meer gefährdet, scheiterte mit seiner Gegenwehr jedoch in der Schlacht von Chaironeia (338 v. Chr.). Philipp gewährte Athen milde Friedensbedingungen und verwirklichte 337 v. Chr. mit der Gründung des Korinthischen Bundes, dem nur Sparta fernblieb, die Einigung aller Griechen unter makedonischer Führung. Das Bündnis beließ den Stadtstaaten ihre Unabhängigkeit und war auf einen Krieg der Griechen gegen den traditionellen Feind Persien ausgerichtet. Der Tod Philipps 336 v. Chr. machte die Kriegspläne gegen Persien jedoch vorerst zunichte. |
Philipps Sohn und Nachfolger Alexander der Große behauptete die makedonische Hegemonie über Griechenland. 334 v. Chr. eröffnete er den von seinem Vater geplanten Persienfeldzug – formal ein Krieg aller Griechen des Korinthischen Bundes, doch waren die Makedonier innerhalb des Heeres am stärksten vertreten und hatten die Führung inne. In einem dreieinhalbjährigen Siegeszug, den er mit dem Triumph über Dareios III. in der Schlacht von Gaugamela abschloss (331 v. Chr.), beseitigte er die persische Großmachtstellung. Damit war die persische Gefahr gebannt und das vorgebliche Kriegsziel des Korinthischen Bundes erreicht. 330 v. Chr. entließ Alexander die griechischen Truppen nach Hause. Seit Beginn seines Feldzugs nach Indien, zum „Rand der Welt” (327 v. Chr.), plante Alexander vermutlich, die ganze den Griechen bekannte Welt zu unterwerfen. Nach seiner Rückkehr vom Indischen Ozean erlag er in Babylon, der neuen |
![]() |
Alexander der Große |
Hauptstadt seines Weltreiches, 323 v. Chr. einem Fieber. Durch seine Eroberungen und Städtegründungen verbreiteten sich die griechische Sprache und Kultur im ganzen Herrschaftsgebiet. "Griechenlands," Microsoft® Encarta |
![]() Benutzerdefinierte Suche
|