Geschichte von Russland : Das Moskowiter Zarenreich (1547-1682)
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Fotografien Russland |
Iwan IV. Wassiljewitsch (1533-1584), später der Schreckliche (russisch Grosnyj: der Strenge) genannt, war beim Tod seines Vaters Wassilij III. 1533 erst drei Jahre alt. Während der Jahre seiner Minderjährigkeit war der Moskauer Staat zerrissen durch Machtkämpfe zwischen den Bojaren, dem nichtfürstlichen Adel. Bei Erreichen der Volljährigkeit 1547 übernahm Iwan selbst die Herrschaft und begründete das russische Zarenreich, indem er sich in einem formellen Akt zum Zaren krönen ließ. Im selben Jahr heiratete er Anastasia Romanowna, eine Angehörige der Bojarenfamilie Romanow. |
Die Erfahrungen seiner Kindheit ließen Iwan zu einem erbitterten Gegner des alten Adels werden. 1549 berief er erstmals eine Landesversammlung (Semskij Sobor) ein, in der mit Ausnahme der Bauern alle russischen Stände vertreten waren. Iwans Ziel war die Festigung seiner autokratischen Stellung durch die Zentralisierung des Staates. |
Die Mittel dazu waren Reformen, die nahezu alle Bereiche des staatlichen und kirchlichen Lebens sowie des Rechts- und Finanzwesens erfassten. Den Widerstand der Bojaren gegen ihre Entmachtung brach Iwan mit Gewalt: Sie wurden enteignet, vertrieben oder hingerichtet. Weite Gebiete beschlagnahmte Iwan als sein persönliches Eigentum; den anderen Teil des enteigneten Bojarenlandes, die so genannte Opritschnina, verteilte er an seine Anhänger als Belohnung für erwiesene Dienste, die so genannten Opritschniki. Aus dem so von ihm begünstigten Kleinadel entwickelte sich im 16. Jahrhundert eine neue soziale Schicht mit genau umrissenen Aufgaben in Staatsverwaltung und Armee. Die Opritschniki dienten Iwan als Leibgarde und verbreiteten Angst und Schrecken im Land. Nach der Einnahme Moskaus durch die Krimtataren 1571 ließ Iwan sie jedoch durch besoldete Truppen, die Strelitzen, ersetzen. |
Unter dem Staatsterror und im Zuge sozialer Umwälzungen sank der Bauernstand, der hartem Steuerdruck und Dienstzwang ausgesetzt und an Grund und Boden gebunden war, allmählich in die Leibeigenschaft herab. |
Viele Bauern entzogen sich Zwang und Knechtschaft, indem sie ins russische Grenzland, vor allem das Becken des Don und den Unterlauf der Wolga auswichen und sich dort den Kosaken anschlossen. Ein Teil von ihnen zog weiter nach Norden und beteiligte sich an der Expedition des Kosaken-Hetman Jermak Timofejewitsch, der im Auftrag der Kaufmannsfamilie Stroganow das Gebiet östlich des Uralgebirges erschließen sollte. Jermak leitete die Unterwerfung Sibiriens ein (ab 1582) und brachte fast das gesamte Becken des Ob unter russische Herrschaft. Auch kämpften die Kosaken im Auftrag des Zaren gegen die Krimtataren. Schon zuvor hatte Iwan IV. die Expansion nach Osten begonnen. 1552 eroberte er das Khanat von Kasan (und ließ ab 1555 in Erinnerung an den Sieg neben dem Moskauer Kreml die Basilius-Kathedrale erbauen) und 1556 Astrachan an der Mündung der Wolga. Die Befriedung der Süd- und Ostgrenzen öffnete das weithin unerschlossene Land für die russische Kolonisierung. |
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Iwan IV. Wassiljewitsch. |
Im Westen konnte Iwan IV. dagegen keine Geländegewinne erzielen. Um den Zugang zur Ostsee führte Iwan einen langen Krieg (Livländischer Krieg, 1558-1582), der jedoch mit einer Niederlage endete. Auf der anderen Seite suchte Iwan auch den friedlichen Kontakt zum Westen; so schloss er z. B. ein Handelsabkommen mit englischen Kaufleuten (Muscovy Company, ab 1553) und holte zahlreiche westliche Fachleute ins Land. Damit begründete er eine Tradition, die im weiteren Verlauf der russischen Geschichte immer wieder aufgegriffen wurde. "Russland," Microsoft® Encarta® Online-Enzyklopädie 2009 http://de.encarta.msn.com © 1997-2009 Microsoft Corporation. Alle Rechte vorbehalten. |
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