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Die libanesische Wirtschaft
Fotografien Libanon

Der Libanon gehörte bis zu Beginn des Bürgerkrieges 1975 zu den bedeutendsten Finanz- und Handelsplätzen im Nahen Osten. Durch den Bürgerkrieg wurde die Wirtschafts- und Infrastruktur nahezu komplett zerstört, eine weitgehende Lähmung der Wirtschaft mit jährlichen Inflationsraten von über 100 Prozent und einer Arbeitslosenquote von rund 50 Prozent waren die Folge. Nach dem offiziellen Kriegsende 1990 kam das dringend für den Wiederaufbau benötigte Kapital nur spärlich ins Land.

Die meisten im Ausland lebenden libanesischen Unternehmer zögerten mit Investitionen, da die politischen Verhältnisse zu diesem Zeitpunkt noch sehr instabil waren. Nach den ersten freien Parlamentswahlen 1992 und den 1994 eingeleiteten Wirtschaftsreformen ging die Inflationsrate auf unter 10 Prozent zurück.

Wichtiges Standbein der Wirtschaft des Libanon ist der Handel mit Wertpapieren und Devisen. Allein im Dienstleistungssektor sind 62 Prozent aller Erwerbstätigen beschäftigt. Der vor dem Bürgerkrieg blühende Tourismus erholte sich langsam erst gegen Ende des 20. Jahrhunderts. Der Libanon ist nach wie vor stark auf finanzielle Hilfe aus dem Ausland angewiesen, um den Wiederaufbau von Wirtschaft und Infrastruktur voranzutreiben.

Die jährliche Wachstumsrate beläuft sich auf 0 Prozent (2006). Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) beträgt 22 722 Millionen US-Dollar (2006; Dienstleistungen 69,6 Prozent, Industrie 23,7 Prozent, Landwirtschaft 6,7 Prozent); daraus ergibt sich ein BIP pro Einwohner von 5 603,10 US-Dollar.

In der Landwirtschaft sind 7,3 Prozent der Erwerbstätigen beschäftigt. 30,6 Prozent des Staatsgebiets werden landwirtschaftlich genutzt. An der intensiv kultivierten Küste werden hauptsächlich Tabak, Obst (vor allem Zitrusfrüchte und Äpfel), Gemüse, Oliven und Weinbeeren produziert, in der fruchtbaren Beka-Ebene auch Getreide und Hanf. Höhere Bergregionen werden als Weideland für Schafe, Ziegen und Rinder genutzt, was die Erosion der entwaldeten Böden beschleunigt.
Industrie

Da der Libanon über fast keine Bodenschätze verfügt, verarbeitet die Industrie vorwiegend einheimische Rohprodukte oder importierte Rohstoffe und Halbwaren. Es werden beispielsweise Nahrungsmittel, chemische Produkte, Baumwoll- und Seidenstoffe (siehe Fasern) erzeugt sowie Maschinen und Elektrogeräte gefertigt. Die Ölraffinerien bei Tripoli und Sidon verarbeiteten importiertes Erdöl und wurden während des Bürgerkrieges stark beschädigt. Die Raffinerie bei Sidon wurde 1986 stillgelegt, das Werk bei Tripoli soll wieder in Betrieb gehen. Ein traditioneller Wirtschaftszweig im Libanon ist die Herstellung von Schmuckwaren, die zu einem Teil in den Export gehen. In der Industrie sind 31 Prozent der Erwerbstätigen beschäftigt.

Schafzucht in Libanon
Schafzucht in Libanon/ Encarta
Das Libanesische Pfund mit 100 Piastern wird von der Bank des Libanon, die als Zentralbank fungiert, herausgegeben. Der Libanon importiert den Großteil seiner Konsum- und Kapitalgüter. In den Export gehen u. a. Nahrungsmittel, chemische Erzeugnisse, Schmuckwaren, Textilien, Maschinen und Elektrogeräte sowie Erzeugnisse der Metall verarbeitenden Industrie. Die Handelsbilanz beträgt -80,8 Prozent (2002–2004). Haupthandelspartner sind Saudi-Arabien, die Vereinigten Arabischen Emirate, Italien, Deutschland, Frankreich und die USA.
Das Straßennetz hat eine Länge von 7 300 Kilometern. Wichtige Häfen des Landes sind Beirut, Tripoli und Sidon, die Handelsflotte umfasste 94 Schiffe (1999). Der internationale Flughafen Al Chalda liegt nahe der Hauptstadt Beirut. Die Tourismusbranche des Libanon erholt sich langsam. "Libanon," Microsoft® Encarta® Online-Enzyklopädie 2009
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