Fotografien
Geschichte Portugals : Die konstitutionelle Monarchie
Fotografien Portugal

1820 stürzte eine liberale Revolution das absolutistische System und ersetzte es durch eine konstitutionelle Monarchie mit liberaler Verfassung, die den Cortes deutlich erweiterte Rechte gegenüber der Krone zugestand. Im Oktober 1822 nahm Johann VI. die neue Verfassung an; im Monat zuvor hatte sich Brasilien, um sich dem nun wieder festeren Zugriff durch Portugal zu entziehen, mit Dom Pedro als Kaiser Peter I. für unabhängig erklärt.

1824 suchten Johanns Gemahlin und sein jüngerer Sohn, Dom Miguel, das konstitutionelle System zu stürzen und die absolute Monarchie wiederherzustellen. Mit britischer Hilfe konnte sich Johann jedoch behaupten, Frau und Sohn schickte er ins Exil.

Nach Johanns Tod 1826 übernahm Peter I. von Brasilien als Peter IV. auch den portugiesischen Thron. Er erließ eine neue, die Rechte des Königs gegenüber den Cortes wieder stärkende Verfassung und verzichtete zugunsten seiner gerade erst siebenjährigen Tochter Maria II. da Glória auf den portugiesischen Thron. 1827 musste er jedoch auf Betreiben der die Restauration verteidigenden Heiligen Allianz seinen Bruder Dom Miguel als Regenten für Maria einsetzen; 1828 ließ sich Dom Miguel von den reaktionären Kräften in Portugal als Michael I. (1828-1834) zum König proklamieren und errichtete nun ein absolutistisches Regime. Nach langwierigen bürgerkriegsähnlichen Auseinandersetzungen besiegte Peter 1834 – wieder mit britischer Hilfe – Michael und sicherte Maria den Thron.

Die Regierungszeit Marias II. da Glória (1826/34-1853) war geprägt von ständigen inneren Unruhen und Parteienkämpfen: Setembristen, die die Verfassung von 1822 befürworteten, und Cartisten, die für die Charta von 1826 plädierten, stritten um die Macht. Ein Volksaufstand 1846/47 konnte – erneut dank britischer Unterstützung – niedergeschlagen werden.

Unter Marias Nachfolgern Peter V. (1853-1861) und Ludwig I. (1861-1889) setzten sich die Auseinandersetzungen zwischen den Parteien fort, wenn auch in vermindertem Ausmaß. 1892 musste Portugal Staatsbankrott anmelden: Brasilien als Einnahmequelle war seit seiner Unabhängigkeit weggefallen; der Kolonialbesitz in Afrika konnte zwar in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts noch erweitert werden, brachte aber deutlich weniger Erträge als Brasilien; und Portugal selbst war trotz der wirtschaftlichen Reformansätze im 18. Jahrhundert ein wenig entwickeltes Agrarland geblieben.

Unter Karl I. (1889-1908) erstarkten republikanische und radikale Bewegungen, besonders seit Ministerpräsident João Franco 1907 die Cortes aufgelöst und mit Billigung des Königs ein diktatorisches Regime errichtet hatte. 1908 fielen Karl und sein ältester Sohn in Lissabon einem Attentat zum Opfer. Auf dem Thron folgte Karls zweiter Sohn Emanuel II. Er wurde durch eine republikanische Militärrevolte und die Ausrufung der Republik am 5. Oktober 1910 gestürzt. "Portugal" Microsoft® Encarta® Online-Enzyklopädie 2009
http://de.encarta.msn.com © 1997-2009 Microsoft Corporation. Alle Rechte vorbehalten.

Emanuel II von Portugal
Emanuel II von Portugal
Benutzerdefinierte Suche