Geschichte der Vereinigten Staaten : Unabhängigkeit und Staatsgründung
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Fotografien USA |
Zwischen 1776 und 1789 gaben sich die Einzelstaaten Verfassungen, die auf dem Prinzip der Volkssouveränität basierten, Gewaltenteilung festschrieben und zumeist auch einen Grundrechtekatalog enthielten. Durch die 1777 beschlossenen und 1781 verabschiedeten Articles of Confederation schlossen sie sich zu einem lockeren Staatenbund zusammen, ohne jedoch ihre einzelstaatliche Souveränität aufzugeben. Der Staatenbund verfügte allerdings kaum über Kompetenzen, was sich bald in vielen Bereichen negativ bemerkbar machte, so z. B. in Wirtschaft und Handel, aber auch in den Beziehungen zwischen den Einzelstaaten. 1787 trat daher ein Verfassungskonvent zusammen, der unter dem Vorsitz von George Washington eigentlich nur die Articles of Confederation überarbeiten sollte, am Ende aber eine völlig neue Bundesverfassung ausarbeitete. Die neue Verfassung installierte einen Bundesstaat mit einer relativ starken, nach dem Präsidialsystem organisierten Bundesregierung, verlieh aber auch föderalen Elementen ein sehr hohes Gewicht. Bis 1789 hatten die meisten der Einzelstaaten die Verfassung ratifiziert, und bereits 1791 wurde sie um die ersten zehn Amendments, die Bill of Rights, erweitert, die die wesentlichen Grundrechte garantieren. Erster Präsident der Vereinigten Staaten wurde George Washington, der von 1789 bis 1797 amtierte. Bereits unter der Regierung Washington bildeten sich in der Auseinandersetzung um den innen- und den außenpolitischen Kurs der USA die beiden ersten wichtigen politischen Parteien der US-Geschichte heraus: die Federalists und die Republicans oder Democratic-Republicans, aus denen später die Demokratische Partei hervorging. |
Außenpolitisch suchten die Federalists unter der Führung von Schatzminister Alexander Hamilton die Annäherung an Großbritannien; innenpolitisch strebten sie eine hierarchisch gegliederte Gesellschafts- und politische Ordnung mit einer Besitz- und Bildungsaristokratie an der Spitze an. Demgegenüber favorisierten die Republicans unter James Madison und Thomas Jefferson eine egalitäre und agrarisch geprägte Gesellschaftsordnung, und außenpolitisch tendierten sie zu einem Bündnis mit Frankreich. Zu einer Vertiefung der Kluft zwischen Federalists und Republicans kam es durch den Jay’s Treaty mit Großbritannien, der in den USA auf heftige Kritik stieß. Unter Washington bewahrten die USA in den britisch-französischen Auseinandersetzungen im Rahmen der Koalitionskriege Neutralität; |
sein Nachfolger, der Federalist John Adams, dagegen leitete trotz formell weiterhin andauernder Neutralität einen klar probritischen Kurs ein, was zu schweren Spannungen im Verhältnis zu Frankreich und schließlich zum Abbruch der diplomatischen Beziehungen und einigen militärischen Zusammenstößen führte. Gegen diese Außenpolitik, aber auch gegen den innenpolitischen Kurs der Regierung Adams, der sich u. a. in den Alien and Sedition Acts niederschlug, formierten sich die Republicans zu einer starken Opposition; bei den Wahlen 1800 konnten sie sich mit ihrem Präsidentschaftskandidaten Thomas Jefferson klar gegen die Federalists durchsetzen. |
Unter Präsident Jefferson (1801-1809) schritt sowohl die innere Konsolidierung der USA als auch ihre territoriale Expansion voran: 1803 wurde Ohio als Erster der Northwest Territory-Staaten in die Union aufgenommen, und im selben Jahr erfolgte der Kauf von Louisiana, durch den das Staatsgebiet der USA auf weit über das Doppelte anwuchs. Begleitet war die Expansion Richtung Westen von nahezu ständigen Kämpfen gegen die Indianer, die dem Vordringen der weißen Siedler Widerstand entgegenzusetzen suchten (siehe Indianerkriege). Außenpolitisch kam es unter Jefferson und seinem Nachfolger James Madison (1809-1817) zunehmend zu Konflikten mit Frankreich und besonders Großbritannien, die vor dem Hintergrund der Koalitions- und der Napoleonischen Kriege fortgesetzt die Neutralität |
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Verfassung der Vereinigten Staaten von Amerika |
der USA zum Teil gewaltsam missachteten. Der Konflikt mit Großbritannien eskalierte schließlich im Britisch-Amerikanischen Krieg von 1812, der allerdings auch durch die Aspirationen der USA auf Kanada und Florida ausgelöst worden war. Der Krieg endete 1814 mit dem Frieden von Gent für beide Seiten ergebnislos, d. h., es wurden die Vorkriegsverhältnisse wiederhergestellt. Die folgenden Jahre bis zum Ausbruch des Bürgerkrieges waren von der fortschreitenden Expansion der USA nach Westen und Süden und einem starken wirtschaftlichen Wachstum geprägt. Unter Präsident James Monroe (1817-1825) erwarben die USA von Spanien Florida, das 1845 als Bundesstaat in die Union aufgenommen wurde. Weitere bedeutende Gebietsgewinne verzeichneten die USA 1845 durch die Annexion von Texas, den Mexikanischen Krieg (1846-1848), der ihnen Kalifornien und New Mexiko einbrachte, sowie durch den Gadsden-Vertrag von 1854. Zwischen 1815 und 1861 wurden die USA um insgesamt 16 neue Bundesstaaten erweitert, und zugleich schob sich die Siedlungsgrenze sukzessive nach Westen bis an den Pazifik vor. Verbunden war die Expansion auch weiterhin mit der Vertreibung, Umsiedelung oder sogar Vernichtung ganzer Indianerstämme. Parallel zur territorialen und inneren Konsolidierung, mit der das Entstehen eines starken nationalen Selbstbewusstseins einherging, erfolgte die Abgrenzung nach außen gegenüber den „alten” Mächten in Europa: In der Monroedoktrin von 1823 verbaten sich die USA jegliche Art der Einmischung seitens der europäischen Mächte auf dem gesamten amerikanischen Kontinent, verzichteten ihrerseits aber auch auf jegliche Intervention in Europa. |
Das starke Wirtschaftswachstum in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts basierte zum einen auf der territorialen Expansion, zum anderen auf dem enormen Zustrom an Einwanderern. Es bildeten sich drei wirtschaftliche Großregionen heraus, die sich sozial, politisch und auch kulturell voneinander unterschieden: Im Norden und Nordosten dominierten Industrie, zum Teil in Aktiengesellschaften organisiert, und Finanzgeschäfte, im Süden der Baumwollanbau in großflächiger Plantagenwirtschaft und im Westen die Landwirtschaft und Viehzucht, d. h. die Nahrungsmittelproduktion. Unterstützt wurde das Wirtschaftswachstum, der Austausch der Regionen untereinander und damit auch die Integration der Bundesstaaten durch den forcierten Ausbau von Verkehrswegen – Straßen, Kanälen und ab 1830 des Schienennetzes. Insgesamt waren die wirtschaftlichen und die gesellschaftlichen Strukturen von hoher sozialer Durchlässigkeit geprägt, die sich wiederum positiv auf die Demokratisierung des Landes auswirkte. Im Wahlkampf des Jahres 1828, aus dem Andrew Jackson (1829-1837) als Sieger hervorging, formierten sich die beiden, bis heute das politische Leben der USA dominierenden Parteien, als sich die Republicans in die von Jackson geführten Demokraten und die Nationalrepublikaner spalteten, die später in der Whig Party aufgingen und sich schließlich mit anderen zur Republikanischen Partei vereinten. "Vereinigte Staaten von Amerika," Microsoft® Encarta |
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Thomas Jefferson |
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