Kolumbien heute
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Fotografien Kolumbien |
Im Februar 1998 unterzeichnete die Regierung nach geheimen Verhandlungen in Madrid einen Friedens-Vorvertrag mit der zweitgrößten Guerillaorganisation in Kolumbien, dem marxistischen Nationalen Befreiungsheer (Ejército de Liberación Nacional;ELN), in dem u. a. vereinbart wurde, im Juni 1998 die eigentlichen Friedensgespräche zur Erarbeitung eines langfristigen Friedensplanes aufzunehmen. Die größte Guerillabewegung, die Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens (Fuerzas Armadas Revolucionarias de Colombia; FARC), zeigte sich allerdings nach wie vor nicht verhandlungsbereit; sie lehnte Gespräche mit Samper, dem sie vorwarf, seinen Präsidentschaftswahlkampf mit Drogengeldern finanziert zu haben, ab. |
Die Präsidentschaftswahlen von 1998 entschied in der Stichwahl am 21. Juni 1998 der frühere Bürgermeister von Bogotá, der Konservative Andrés Pastrana Arango, für sich. Der Wahlkampf und die Wahlen waren von zahlreichen Gewalttaten der Guerilla überschattet; die FARC hatten zum Wahlboykott aufgerufen. |
Bei dreitägigen Verhandlungen in der Nähe von Würzburg vereinbarten Vertreter des kolumbianischen Friedensrates und Rebellen der ELN im Juni 1998 erste Friedensschritte für ihr Land. Die Rebellen verpflichteten sich, keine Kinder, alten Menschen und schwangeren Frauen mehr zu entführen. Im Oktober 1998 wurden bei der Explosion einer Erdölpipeline in der Nähe von Segovia rund 600 Kilometer nordwestlich von Bogotá 45 Menschen getötet und mindestens 80 verletzt. Zu diesem Anschlag bekannte sich die ELN, die ihrerseits die Regierung für die Opfer verantwortlich machte. Bei einem Erdbeben im Januar 1999 wurden über 250 000 Menschen obdachlos, mindestens 1 000 kamen ums Leben. Das Beben erreichte eine Stärke von 6,0 Punkten auf der Richterskala. Am stärksten betroffen war die Stadt Armenia. |
Schon kurz nach seinem Amtsantritt hatte Pastrana Friedensgespräche mit verschiedenen Guerillaorganisationen aufgenommen; zudem überließ er den FARC als der größten und militantesten Organisation eine etwa 42 000 Quadratkilometer große entmilitarisierte Sicherheitszone, um auch sie für den Friedensprozess zu gewinnen. |
Ab Anfang 1999 nahmen die FARC tatsächlich an den Friedensgesprächen teil. Aber trotz intensiver Bemühungen, in die sich auch die Kirche sowie das Ausland als Vermittler einschalteten, gelang es nicht, zumindest eine Waffenruhe mit den FARC zu vereinbaren. Im Januar 2002 erklärten sich die FARC dann doch zu einer Waffenruhe und zur Fortsetzung des Friedensprozesses bereit, an dessen Ende im April 2002 die Unterzeichnung eines Abkommens stehen sollte. Nach neuerlichen Anschlägen, die den FARC zugeschrieben wurden, erklärte Pastrana jedoch im Februar 2002 den Friedensprozess für gescheitert und widerrief alle rechtlichen Grundlagen des Friedensprozesses, d. h., die FARC-Sicherheitszone wurde aufgehoben und die FARC galten wieder als terroristische Organisation. Unmittelbar darauf unternahm die kolumbianische Armee eine breit angelegte Offensive gegen FARC-Stützpunkte. Der bewaffnete Konflikt zwischen Regierungstruppen und linksgerichteten Guerillaorganisationen sowie die gewalttätigen Aktivitäten rechtsgerichteter paramilitärischer Gruppen hielten das Land weiter in Atem. Bei den Parlamentswahlen am 10. März 2002 behauptete der Partido Liberal (PL) wie seit fast einem halben Jahrhundert in beiden Kammern erneut seine Position als stärkste Kraft. Der als |
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Virgilio Barco Vargas |
Unabhängiger angetretene Liberale Álvaro Uribe Vélez sicherte sich bei den Präsidentschaftswahlen am 26. Mai bereits im ersten Wahlgang die absolute Mehrheit. Die Feierlichkeiten anlässlich seines Amtsantritts am 7. August 2002 wurden von einer Serie von Anschlägen der FARC überschattet, die sich vor allem auch gegen einzelne Politiker richteten. |
Uribe reagierte darauf mit Verhängung des Notstandes für 90 Tage sowie personeller Aufstockung von Polizei und Militär. Gegenüber den Rebellen verfolgte er die Strategie, sie binnen möglichst kurzer Zeit so zu schwächen, dass ihnen am Ende nichts anderes übrig bliebe, als die Waffen niederzulegen und mit der Regierung zu verhandeln. |
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Dieser Plan ging allerdings nicht auf; dennoch gelang es der Regierung, 2004 wenigstens einen Teil der rechten Paramilitärs zur Abgabe ihrer Waffen zu bewegen, und es gab auch wieder Gespräche mit den beiden großen linken Rebellengruppen ELN und FARC, die jedoch ohne konkrete Ergebnisse blieben. Insgesamt ging die Anzahl der Morde und Entführungen während Uribes erster Amtszeit erheblich zurück – die der Morde nach Regierungsangaben etwa von 29 000 auf 8 000 –, und es wurden auch deutlich mehr Kämpfer demobilisiert als in den Jahrzehnten zuvor; eine dauerhafte Friedenslösung gelang aber auch der Regierung Uribe weder mit den linken Rebellengruppen noch mit den rechten Paramilitärs. |
Farc.. Source France Soir |
Die Parlamentswahlen vom 12. März 2006 bestätigten Uribes Kurs der harten Hand: Die dem Präsidenten nahe stehenden Parteien kamen zusammen auf etwa 70 Prozent der Stimmen, wohingegen der bisher dominierende PL auf 19 Prozent zurückfiel; die Wahlbeteiligung betrug nur etwa 40 Prozent. Die FARC hatten zum Wahlboykott aufgerufen und ihn teilweise auch gewaltsam durchgesetzt, und auch die rechten Paramilitärs hatten die Wähler unter Druck gesetzt. Und auch die Präsidentschaftswahlen am 28. Mai 2006 gewann Uribe klar, und zwar mit mehr als 62 Prozent der Stimmen. Kolumbien," Microsoft® Encarta |
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