Geschichte von Polen : Die Jagiellonen (1380-1570)
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Fotografien Polen |
Jagiełło wurde 1386 als Wladislaw II. (1386-1434) zum König von Polen gekrönt. Polen-Litauen war zur Zeit seines Zusammenschlusses der größte Flächenstaat in Europa und wurde von Wladislaw sukzessive noch nach Osten und Südosten ausgeweitet: 1387 erkannte Moldau die polnische Oberhoheit an, 1389 die Walachei und 1396 Bessarabien und Siebenbürgen. Der ständige Konflikt mit dem Deutschen Orden eskalierte unter Wladislaw sowie seinen Nachfolgern Wladislaw III. (1434-1444) und besonders Kasimir IV. Andreas (1447-1492) in der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts in mehreren Kriegen. 1410 fügte ein polnisch-litauisches Heer dem Deutschen Orden bei Tannenberg eine vernichtende Niederlage zu, erreichte im 1. Thorner Frieden 1411 jedoch nur geringe territoriale Zugeständnisse. |
Erst nach weiteren drei Kriegen erhielt Polen im 2. Thorner Frieden 1466 Pomerellen mit Danzig, das Culmer Land und das Ermland sowie u. a. die Marienburg. Für das ihm verbliebene Gebiet (etwa Ostpreußen) musste der Deutsche Orden dem polnischen König den Lehenseid leisten; es blieb auch nach der Säkularisierung des Ordenslandes 1525 polnisches Lehen und wurde erst 1657 im Vertrag von Wehlau (während des 1. Nordischen Krieges) aus der polnischen Lehenshoheit entlassen, kam an Brandenburg und bildete später den Kern des Königreiches Preußen. |
Durch die Expansion nach Osten und vor allem durch seinen Sieg über den Deutschen Orden schwang sich Polen-Litauen im 15. Jahrhundert zur Führungsmacht in Osteuropa auf. Zudem besetzten die Jagiellonen zeitweise auch den böhmischen und den ungarischen Thron: Kasimirs IV. Sohn Wladislaw wurde 1471 von den böhmischen Ständen als Wladislaw II. zum König erhoben, und 1490 übernahm er auch den ungarischen Thron. Die jagiellonische Herrschaft in Böhmen und Ungarn endete 1526 mit dem Tod Ludwigs II.; in beiden Ländern folgten die Habsburger nach. Dem Machtzuwachs nach Außen stand die Schwächung der Krongewalt im Inneren gegenüber: Auch die Jagiellonen, insbesondere Kasimir IV., sahen sich wie schon ihre Vorgänger auf dem polnischen Thron zu weiterer Privilegierung des Adels, sowohl des Hochadels, der Magnaten, als auch des niederen Adels, der Schlachta, gezwungen. |
Der Reichstag, der Sejm, der sich ausschließlich aus Adel und hohem Klerus zusammensetzte, gewann zunehmend Macht über den König; das Gesetz Nihil novi von 1505 z. B. legte fest, dass nichts Neues ohne Zustimmung des Sejm angeordnet werden dürfe. Die zunehmende Privilegierung des Adels, die Übernahme zahlreicher Regierungsfunktionen durch den Adel hatte auf der anderen Seite die sukzessive Entrechtung der Bauern und des Bürgertums und den Niedergang der Städte zur Folge. |
Ende des 15., Anfang des 16. Jahrhunderts sah sich das polnisch-litauische Großreich Angriffen von Osten ausgesetzt: von Osmanen und Tataren, an die sie die Schwarzmeerküste und Moldau verloren, und von dem Moskauer Großfürstentum, das große Teile Litauens eroberte. Im Inneren dagegen erlebte Polen unter Sigismund I. (1506-1548) und Sigismund II. August (1548-1572) ein „Goldenes Zeitalter”, eine Blütezeit der Literatur, Wissenschaft und Kunst. Die Reformation breitete sich rasch aus, vor allem beim Bürgertum und Teilen des Adels, und trotz der bald einsetzenden Gegenreformation war das konfessionelle Klima in Polen von außerordentlicher Toleranz geprägt. Unterdessen spitzte sich die Auseinandersetzung mit Moskau im Livländischen Krieg (1558-1582) wieder zu, in dem Polen 1561 Kurland und Livland erwarb. 1569 wurde u. a. vor dem Hintergrund der anhaltenden Bedrohung aus dem Osten durch die Union von Lublin die Personalunion zwischen Polen und Litauen in eine Realunion umgewandelt, d. h., Litauen wurde faktisch in den polnischen Staat integriert. "Polen," Microsoft® Encarta |
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Ritterrüstung Sigismund II. August. Encarta |
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