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Die isländische Wirtschaft
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Island gehört seit 1970 zur EFTA (European Free Trade Association: Europäische Freihandelsassoziation). Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) Islands beträgt rund 16 265 Millionen US-Dollar (2006). Die Wirtschaft des Landes ist marktwirtschaftlich orientiert; allerdings übt die Regierung ein beachtliches Maß an Aufsicht über die wichtigen Sektoren aus: So sind beispielsweise viele der Banken und Finanzinstitute in staatlicher Hand und ein Großteil der Kraftwerke befinden sich unter Kontrolle der Regionalverwaltungen. Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts war die Landwirtschaft der wichtigste Wirtschaftssektor, wobei die Fischerei eine Nebenerwerbsquelle darstellte. Dies wandelte sich jedoch. Mitte des 20. Jahrhunderts gehörten die Fischerei und die Fisch verarbeitende Industrie zu den wichtigsten Wirtschaftszweigen.

Um eine Abhängigkeit von der Fischerei zu verhindern, bemühte sich die isländische Regierung um eine Diversifizierung der Wirtschaft. Ein besonderes Augenmerk richtete man dabei auf den Dienstleistungssektor. Etwa 69 Prozent aller Erwerbstätigen sind in der Dienstleistungsbranche beschäftigt, ungefähr 23 Prozent arbeiten in der Industrie und nur 7 Prozent gehen einer landwirtschaftlichen Erwerbstätigkeit nach. Die Handelsbilanz ist nahezu ausgeglichen. Die besonders Mitte der achtziger Jahre hohe Inflationsrate von mehr als 23 Prozent konnte im Lauf der Zeit gesenkt werden und lag im Durchschnitt der Jahre 2006 bei 8,90 Prozent. Islands Produktionspotential an Elektrizität aus Wasser- und geothermischer Energie ist enorm und die Nutzung wird ausgebaut, um den Aufbau einer vielseitigen Industrie voranzutreiben.

Rund ein Fünftel des gesamten Freilandes lassen sich landwirtschaftlich nutzen; davon werden weniger als 0,5 Prozent (1995) als Ackerland verwendet. Zu den Hauptanbauprodukten zählen Rüben, Kartoffeln und Futterpflanzen. Seit 1945 kommen zusätzlich Treibhäuser zum Einsatz, die man mittels geothermischer Energie beheizt. Heutzutage werden etwa 15 000 Hektar treibhaustechnisch zur Blumenzucht sowie zum Obst- und Gemüseanbau genutzt. Etwa 20 Prozent der Gesamtfläche Islands eignen sich zur Viehhaltung und Weidewirtschaft. Produziert werden u. a. Milch und Milchprodukte, Schafwolle sowie Fleischerzeugnisse.

Fischfang und Fischverarbeitung zählen zu den ertragreichsten Zweigen der isländischen Wirtschaft; die Fangmenge lag 2005 bei 1 690 383 Tonnen. In diesem Sektor wird ein Großteil der Exporterlöse erwirtschaftet; 1995 waren rund 71 Prozent aller ausgeführten Güter Fisch- und Fischereierzeugnisse. Island ist der führende Lieferant von Kabeljau (siehe Dorsche), der gut zwei Drittel der Fangmenge ausmacht. Daneben werden auch Schellfisch, Hering, Rotbarsch und Köhler (siehe Pollack) sowie Schalentiere im größeren Umfang gefangen. In den Küstenstädten hat sich im Lauf der Zeit eine umfangreiche Fischindustrie angesiedelt. Auf internationalen Druck stellte Island den Walfang 1989 ein. Im Juni 1992 trat Island aus der IWC (International Whaling Commission: Internationale Walfangkommission) aus.

Isländisches Schiff
Isländisches Schiff. Bild E. Buchot
"Island," Microsoft® Encarta
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