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Geschichte Irlands : Irland im Mittelalter
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Ende des 8. Jahrhunderts kam es zu vermehrten Einfällen der Normannen, die u. a. auch die Klöster zerstörten und so die erste Blütezeit Irlands beendeten. Die Wikinger gründeten zahlreiche Siedlungen (z. B. Dublin 841). 1002 wurde Boru (Brian Boroimhe) König von Irland, nachdem er den gälischen Stamm der Ui Neill (O’Neill) besiegt hatte. Doch nach der Niederlage der Wikinger gegen Boru in der Schlacht bei Clontarf in der Nähe von Dublin 1014 behielten diese eine politische Sonderstellung bei.

Die Auseinandersetzungen um den so genannten Hochkönig begünstigten die anglonormannische Eroberung, da der unterlegene König von Leinster, Dermot Mac Murchada, am Hof des englischen Königs Heinrich II. um Hilfe bat und anglonormannische Barone für die Rückeroberung seines Königreiches anwarb.

Als Gegenleistung versprach er ihnen – gegen irisches Recht – Ländereien und Adelstitel in Leinster. Dermot kehrte 1169 mit ausländischen Söldnern und zahlreichen irischen Verbündeten zurück. Er konnte einen Teil seiner ehemaligen Ländereien zurückerobern und Dublin sowie andere Städte an der Ostküste einnehmen. Nach seinem Tod erhob sein Schwiegersohn, Richard Strongbow, 2. Earl of Pembroke, Anspruch auf den Thron von Leinster.

1171 setzte Heinrich mit einer großen Armee nach Irland über, um ein autonomes anglonormannisches Königreich zu verhindern. Ein Jahr später hatten sich ihm die meisten Könige Munsters und Leinsters, die kirchlichen Würdenträger und auch die anglonormannischen Barone unterworfen. Diesen gewährte er die Landnahme, und Teile der Insel wurden nun von diesen Lehnsherren verwaltet, die das Recht hatten, Recht zu sprechen und Steuern einzutreiben. Regiert wurde dieser Teil der Insel von einem Vizekönig; um 1300 befanden sich rund zwei Drittel in der Hand der neuen Herrscher. Den Gälen war nur das nahezu unfruchtbare Gebiet im Hochland geblieben. 1185 entsandte Heinrich seinen Sohn Johann nach Irland, der 1210 erneut, nun als König („Johann Ohneland”) auf die Insel kam, um die zunehmende „Gälisierung” der anglonormannischen Barone zu unterbinden.

Anfang des 14. Jahrhunderts begannen die Iren, sich gegen die Fremdherrschaft zu erheben. Nach der Schlacht bei Bannockburn 1314 fiel Edward Bruce, der jüngere Bruder des Königs von Schottland, Robert Bruce, in Irland ein und versuchte ohne Erfolg, die Engländer zu stürzen. Der Papst exkommunizierte auf Betreiben Englands Bruce sowie seine irischen Verbündeten. Obwohl Bruce’ Unternehmen fehlschlug, hatte seine Invasion eine allgemeine Machtminderung Englands in Irland zur Folge.

Nach der Pestepidemie von 1348 hatte sich die irische Bevölkerung halbiert: Die Insel war keine reiche Einkunftsquelle mehr, die englischen Landbesitzer lebten daher nur noch im Ausland (Absentismus). 1366 beschloss das angloirische Parlament das Statut von Kilkenny, das die Eheschließung zwischen Iren und Engländern unter Androhung der Exkommunikation und hoher Strafe verbot. Doch schon während der Zeit der Rosenkriege (1455-1485; Irland unterstützte das unterlegene Haus York gegen das Haus Lancaster) kontrollierte die englische Krone nur noch das als English Pale bezeichnete, mit Palisaden (pale) eingefasste Gebiet um Dublin und den Hafen von Drogheda.

"Irland," Microsoft® Encarta® Online-Enzyklopädie 2009
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