Geschichte Irlands : Irischer Nationalismus
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Fotografien Irland |
Zwei Jahre nach dem Unionsbeschluss kam es am 23. Juli 1803 unter der Führung von Robert Emmet erneut zu einem bewaffneten Aufstand, der aber schnell niedergeschlagen wurde. 1823 gründete Daniel O’Connell die Catholic Association, die 1829 das Wahlrecht für die Katholiken durchsetzen konnte. 1828 wurden die Katholiken zu öffentlichen Ämtern zugelassen, und 1829 erhielten sie das Wahlrecht. Weiterhin richtete sich ihr Kampf aber u. a. gegen den Zehnten, den alle Iren, also auch die Katholiken, zur Erhaltung der anglikanischen Kirche in Irland bezahlen mussten. Es kam zum so genannten Zehnt-Krieg (Tithe War), der auch mit der Forderung nach Aufhebung der Unionsakte verbunden war. Durch die Reform des britischen Parlaments im Jahr 1832 erhöhte sich die Zahl der irischen Abgeordneten von 100 auf 105. Allmählich hatten Vertreter der Mittelschicht politische Positionen erlangt und der englandfreundliche Adel war geschwächt. 1838 wurde ein Gesetz verabschiedet, das den Zehnten in Pachtabgaben umwandelte, die von den Grundbesitzern zu entrichten waren. |
Zwischen 1845 und 1847 litt die Bevölkerung aufgrund einer Kartoffelmissernte unter einer verheerenden Hungersnot. Über eine Million Menschen starben an Hunger, zwei bis drei Millionen Menschen wanderten aus, vor allem nach Amerika. Die Bevölkerung reduzierte sich bis Ende 1848 von etwa acht auf vier Millionen Menschen. Die Emigranten nahmen den Hass auf die Engländer mit in ihre neue Heimat, und ihre irisch-amerikanischen Nachfahren spielten eine wichtige Rolle bei der Finanzierung des irischen Unabhängigkeitskampfes. |
Trotz der im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts in Angriff genommenen Kirchen- und Landwirtschaftsreformen verschärften sich die politischen und sozialen Spannungen. Die Home-Rule-Bewegung, die von Charles Stewart Parnell geführt wurde, erhob Forderungen nach politischer Autonomie. Auch Geheimbünde bereiteten sich auf einen gewaltsamen Umsturz vor, der eine irische Republik herbeiführen sollte. Schon 1867 hatten die „Unbesiegbaren” (Fenians) in den Counties Dublin und Kerry eine Rebellion versucht; 1882 ermordeten sie den obersten britischen Staatssekretär für Irland, Lord Frederick Charles Cavendish, und den parlamentarischen Staatssekretär Thomas Henry Burke. Die Morde richteten sich gegen ein Gesetz von 1881, das dem obersten Statthalter (Lord Lieutenant) Irlands das Recht gab, jedermann auf bloßen Verdacht des Verrats hin verhaften zu lassen. |
Der Crimes Act, der kurz nach dem Attentat erlassen wurde, verschärfte die Bestimmungen des Gesetzes. |
Premierminister William Gladstone versuchte, die irische Frage durch die Home Rule Bill zu lösen, die er 1886 formell einbrachte. Dieses Gesetz hätte das irische Parlament berechtigt, die Exekutive Irlands selbst zu bestimmen. Steuerhoheit sollte aber nach wie vor beim britischen Parlament liegen. Parnell nahm das Gesetz an, aber in Ulster und in England stieß es auf heftigen Widerstand. 1895 legte Gladstone eine weitere Home Rule Bill vor, die vom Oberhaus abgelehnt wurde. Als Folge dieser Enttäuschung radikalisierten sich viele junge Iren. 1894 wurde die Irish Agricultural Organization Society und 1903 die Gaelic League gebildet, 1905 gründete der irische Politiker und Journalist Arthur Griffith die Sinn Féin (Irisch-Republikanische Bruderschaft), die wichtigste politische Partei des Landes, die neben wirtschaftlichen Forderungen nachhaltig für die Unabhängigkeit Irlands eintrat. |
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Hungersnot in Irland. Encarta |
1913 schlossen sich die Irish Voluteers (Irische Freiwillige) zusammen, um die Forderung nach Home Rule zu unterstützen. Zwar wurde 1914 ein neues Home-Rule-Gesetz verabschiedet, das den nordirischen Grafschaften freistellte bei Großbritannien zu bleiben oder nicht, doch der Ausbruch des 1. Weltkrieges verhinderte das In-Kraft-Treten dieses Gesetzes. "Irland," Microsoft® Encarta® Online-Enzyklopädie 2009 http://de.encarta.msn.com © 1997-2009 Microsoft Corporation. Alle Rechte vorbehalten. |
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