Fotografien
Geschichte von Israel : Vom Sechstagekrieg bis zur Intifada (1967-1987)
Fotografien Israel

Nach dem 2. Nahostkrieg, insbesondere seit Mitte der sechziger Jahre verschärften sich die israelisch-arabischen Spannungen, nahmen die Konflikte an den israelisch-arabischen Grenzen zu, wurde die ungelöste Palästinenser-Frage immer dringlicher und unternahmen palästinensische Organisationen wie die Palästinensische Befreiungsorganisation (PLO) mehr und mehr Aktionen gegen Israel. Die Bildung eines vereinigten arabischen Oberbefehls über die Truppen an den arabisch-israelischen Grenzen, die ägyptische Forderung nach Abzug der noch immer auf der Sinai-Halbinsel stationierten UN-Truppen sowie die vom ägyptischen Präsidenten Gamal Abd el-Nasser verfügte neuerliche Schließung der Straße von Tiran führten schließlich dazu, dass der israelische Ministerpräsident Levi Eschkol am 5. Juni 1967 einen Präventivschlag gegen Ägypten, Jordanien und Syrien befahl.

Dieser so genannte Sechstagekrieg (3. Arabisch-Israelischer Krieg/Nahostkrieg, Junikrieg) endete am 10. Juni 1967 mit einem klaren Sieg für Israel. Israel hatte den Gazastreifen, die Sinai-Halbinsel, Ostjerusalem, das Westjordanland und die Golanhöhen eingenommen, insgesamt ein Gebiet von etwa der doppelten Größe Israels, in dem rund 1,5 Millionen Araber lebten. Über 300 000 Palästinenser flohen damals in die Nachbarstaaten.

Am 22. November 1967 verabschiedete der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen einstimmig die Resolution 242. Kernpunkte dieser Resolution sind die Aufforderung an Israel, sich aus den im Sechstagekrieg besetzten Gebieten zurückzuziehen sowie „eine gerechte Regelung des Flüchtlingsproblems zu verwirklichen”. Und an alle beteiligten Staaten im Nahen Osten ging die Aufforderung, die territoriale Integrität und die politische Unabhängigkeit jedes Staates der Region zu respektieren. Die Resolution 242 wurde in einer Reihe weiterer UN-Resolutionen wieder aufgenommen und bekräftigt, und sie wurde regelmäßig als Grundlage für die israelisch-palästinensischen Friedensverhandlungen herangezogen. Allerdings war die Resolution in ihrer Auslegung von Beginn an höchst umstritten: Die offizielle englische Version fordert Israel zum Rückzug „aus Gebieten” (from territories) auf, die offizielle französische Version zum Rückzug „aus den Gebieten” (des territoires).

Besetzte Gebiete, jüdische Siedlungen und arabischer Widerstand
Die besetzten Gebiete wurden für Israel nach 1967 innen- wie außenpolitisch zum bestimmenden Thema. Rechte Gruppierungen und orthodoxe religiöse Parteien widersetzten sich einem Rückzug aus dem Westjordanland und dem Gazastreifen, während die Arbeitspartei in dieser Frage gespalten blieb. Die Annexion Ostjerusalems dagegen stieß bei der Mehrheit der israelischen Bevölkerung auf Zustimmung. Wenige Tage nach Kriegsende hatte die Regierung – völkerrechtswidrig – die Vereinigung beider Teile der Stadt erklärt. 1980 verabschiedete die Knesset ein Gesetz, das Jerusalem für alle Zeiten „zur ganzen und vereinigten” Hauptstadt Israels erklärte.

Zugleich markierten die territorialen Eroberungen den Beginn einer neuen Siedlungsbewegung. Noch im Juni 1967 entstanden sicherheitspolitisch begründete jüdische Siedlungen auf den syrischen Golanhöhen. Im September 1968 begannen Mitglieder der nationalreligiösen Bewegung, aus der 1974 die Siedlerorganisation Gush Emunim (Block der Getreuen) hervorging, mit der Errichtung von Kiriat Arba bei Hebron, der ersten in einer Reihe von Siedlungen, die dem Ziel verpflichtet waren, das Heilige Land der Bibel auf immer zurückzugewinnen. Obwohl innenpolitisch stets umstritten, wurden die Siedlungen in den besetzten Gebieten von allen israelischen Regierungen in hohem Maße gefördert, u. a. durch

Von Israel im Sechstagekrieg eroberte Gebiete
Von Israel im Sechstagekrieg eroberte Gebiete. Encarta
ökonomische Anreize, die Einbindung in die Infrastruktur, Konfiszierung von Land und Ausbau eines Straßennetzes in den besetzten Gebieten. Den Schutz der Siedler übernahm die israelische Armee. Die Besatzungs- und Besiedlungspolitik führte zu zahlreichen Aufständen der Palästinenser, und verschiedene Guerillaorganisationen innerhalb der PLO führten wiederholt Terroranschläge auf israelische Einrichtungen aus. Bei den Olympischen Sommerspielen 1972 in München kamen bei einem Attentat der palästinensischen Terrororganisation Schwarzer September elf israelische Sportler ums Leben. Die Terroranschläge gegen Israel führten zunächst zu einer internationalen Ächtung der PLO; dennoch gelang es ihr im Laufe der Jahre, immer mehr Staaten für eine Unterstützung ihres Zieles – der Errichtung eines unabhängigen palästinensischen Staates – zu gewinnen, bis hin zur Anerkennung als legitime Vertreterin palästinensischer Interessen durch die Vereinten Nationen. "Israel," Microsoft® Encarta® Online-Enzyklopädie 2009
http://de.encarta.msn.com © 1997-2009 Microsoft Corporation. Alle Rechte vorbehalten.
Benutzerdefinierte Suche