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Industrie, Energie und Verkehr in Japan
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Nachdem die japanische Industrie durch die Angriffe im 2. Weltkrieg schweren Schaden erlitten hatte, erfolgte in der Zeit des Wiederaufbaus eine komplette Modernisierung der Produktionsanlagen, weshalb Japan schon damals über einen modernen Grundstock bei den Industrieanlagen verfügte – ein mitentscheidender Faktor für den folgenden Wirtschaftsboom. Beim Wiederaufbau wurde vor allem der chemischen und petrochemischen Industrie und dem Maschinenbau Vorrang eingeräumt. Mitte der fünfziger Jahre hatte die industrielle Produktion das Vorkriegsniveau bereits überholt; die jährlichen Zuwachsraten im Produktionssektor betrugen in der Zeit zwischen 1965 und 1980 etwa 9,5 Prozent und in der Periode von 1980 bis 1988 immer noch beachtliche 6,7 Prozent. Bis Mitte der neunziger Jahre war Japan zur führenden Schiffbaunation in der Welt aufgestiegen und zählte auch in den Bereichen der Produktion elektrischer und elektronischer Geräte – darunter vor allem Uhren, Videorecorder, Fernsehgeräte, Kameras, Mikrowellengeräte, Kühlschränke, Faxgeräte, Computer und Kopiergeräte – sowie in der Stahlverarbeitung und Automobilherstellung zu den führenden Ländern. Unterstützt durch den starken Yen konnten japanische Gesellschaften zunehmend in Industrieanlagen im Ausland investieren.

Mitte der neunziger Jahre zählte Japan außerdem zu den führenden Produzenten chemischer Grundstoffe. Auch in der Textilindustrie rangiert Japan an vorderster Stelle und nimmt bei der Herstellung von synthetischen Fasern weltweit den dritten Platz ein. Seide und Baumwolle nahmen in dieser Periode jedoch an wirtschaftlicher Bedeutung ab.

Die 1882 gegründete Bank of Japan ist die Zentralbank und fungiert als Steuerregulierungs-Instrument für die Regierung; daneben gibt sie als einzige Institution die Währung aus. Das Herz des Bank- und Finanzwesens bilden weitere 85 Handelsbanken. Die Tokyoter Börse zählt zu den zentralen Finanzmärkten der Welt. Währungseinheit ist der Yen, der aus 100 Sen besteht. Vor allem im Zuge der Konjunktur- und der so genannten Asienkrise kam es gegen Ende des 20. Jahrhunderts zu einer ganzen Serie von Insolvenzen im Finanzwesen. Besonders im Bereich Bankwesen mussten einige Unternehmen 1997 Konkurs anmelden.

Vor dem 2. Weltkrieg lag Japan im Welthandel an fünfter Stelle. 1939 beliefen sich die japanischen Exporte auf 928 Millionen US-Dollar und die Importe auf 757 Millionen US-Dollar.

Die meisten Exporte gingen an Länder, die der Kontrolle des japanischen Kaiserreiches unterstanden, z. B. die Mandschurei und die besetzten Gebiete in China. Der Außenhandel mit anderen Ländern, etwa den Vereinigten Staaten und Großbritannien, war damals gering. Die Handelsbilanz mit den Vereinigten Staaten war zu jener Zeit negativ, die Importe lagen um 70 Millionen US-Dollar höher als die Exporte in die USA.

Obwohl die Wirtschaft in den vergangenen Jahren stagnierte, ist die Handelsbilanz deutlich positiv. Japan belegt den dritten Platz unter den Exportnationen. Die im Land produzierten Waren wurden zu 90 Prozent für den Export hergestellt. Der Import von Rohöl und Erdölerzeugnissen nimmt 13 Prozent des Gesamtimports ein. Weitere wichtige Importgüter sind Maschinen und Ausrüstungen, Nahrungsmittel und Tiere, Grundstoffe für die Produktion (wie Textilstoffe, Eisen und Stahl, chemische Produkte) sowie Rohmaterialien (z. B. Holz). Bis 1993 waren Reisimporte verboten, aber die karge Ernte in den Jahren 1993 bis 1994 zwang Japan zu Reisimporten in Höhe von einer Million Tonnen aus Thailand, Australien und den Vereinigten Staaten. Die Abschlüsse der Uruguay-Runde im Jahr 1993 und die Gespräche der GATT-Runde erwirkten eine teilweise Zurücknahme der Importbeschränkungen.

Darumaichi
Darumaichi. Encarta
Die asiatischen Länder liefern 42 Prozent der japanischen Importe und übernehmen 33 Prozent der japanischen Exporte. Zu den führenden Handelspartnern Japans im asiatischen Raum zählen Südkorea, China (mit Hongkong), Indonesien, Singapur sowie Saudi-Arabien. Aus Ländern der Europäischen Union – insbesondere Deutschland, Frankreich und Großbritannien – kommen 13 Prozent der japanischen Importe, während dorthin 17 Prozent der japanischen Exporte geliefert werden. Die Vereinigten Staaten übernehmen 28 Prozent der japanischen Exporte und liefern 22 Prozent der Importe. Weitere wichtige Handelspartner für Japan sind Australien, Kanada und Russland.
Nach dem 2. Weltkrieg wuchs die Anzahl der Mitglieder in den japanischen Gewerkschaften sprunghaft an. 1946 wiesen die 12 000 verschiedenen Gewerkschaften insgesamt 3,7 Millionen Mitglieder auf. Bis Ende der siebziger Jahre hatte sich die Anzahl der Gewerkschaften auf 70 000 erhöht, deren Mitgliederzahl mehr als 12,5 Millionen und damit 30 Prozent der gesamten beschäftigten Bevölkerung beträgt. 1987 schlossen sich die wichtigsten Gewerkschaftsverbände aus der Privatindustrie zu einem Dachverband zusammen, der die Bezeichnung „Nationale Föderation der Gewerkschaften in der Privatindustrie” trägt und auch als Rengo bekannt ist.
Shinkansen
Japan verfügt über eine gut ausgebaute Infrastruktur, obwohl die ausgeprägte Topographie die verkehrstechnische Erschließung des Landes stark erschweren. Die wichtigsten Eisenbahnstrecken wurden 1907 verstaatlicht, 1987 reorganisiert und in den privaten Besitz zurückgeführt. Mit dem Bau des berühmten Hochgeschwindigkeitszuges Shinkansen wurde Anfang der sechziger Jahre begonnen; er verbindet die Stadtregionen Osaka und Tokyo miteinander, wurde 1964 in Betrieb genommen und ist tägliches Beförderungsmittel vieler Menschen zwischen Arbeit und Wohnstätte. Später wurden die Hochgeschwindigkeitstrassen auf eine Gesamtlänge von nunmehr 7 000 Kilometer ausgebaut. Das japanische Straßennetz ist zu zwei Dritteln asphaltiert.
Shinkansen. Encarta
Die japanische Handelsflotte zählt zu den größten der Welt und umfasst 6 519 Schiffe (2007), die ein Fassungsvermögen von 12 787 968 Bruttoregistertonnen Fracht aufbringen. Die ersten japanischen Fluggesellschaften wurden 1951 gegründet; die Fluglinien verbinden Tokyo und Osaka vor allem mit Europa, den Vereinigten Staaten, Kanada, Mexiko, dem Mittleren Osten und Südostasien. Japan Air Lines (JAL, seit 1987 in privater Hand) und Japan Asia Airways sind die größten Fluggesellschaften und bieten vor allem internationale Flüge an; die All Nippon Airways, bisher vor allem für die Inlandsflüge zuständig, hat ihre internationalen Aktivitäten in den letzten Jahren ausgeweitet. "Japan," Microsoft® Encarta® Online-Enzyklopädie 2009
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