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Die Industrien Belgiens
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Belgiens bedeutendster Wirtschaftszweig ist die verarbeitende Industrie. Vor allem mit der Gründung der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft im Jahr 1957 und der Einführung eines Regierungsprogramms zur Förderung von Investitionen erlebte die belgische Industrie einen enormen Aufschwung.

Wichtige Stützpfeiler der belgischen Industrie bilden die Eisen- und Stahlindustrie, Metallverarbeitung, der Maschinen- und Fahrzeugbau, die chemische und petrochemische sowie pharmazeutische Industrie. Ebenfalls große Bedeutung kommen der Glas- und Papierindustrie, der Nahrungs- und Genussmittelindustrie sowie der Textilindustrie zu.

Die Hauptstandorte der belgischen Textilindustrie konzentrieren sich vor allem auf die Ballungsräume von Brügge, Brüssel, Gent und Lüttich sowie auf die Städte Limburg, Kortrijk (französisch Courtrai) und Mechelen. Saint-Nicholas ist ein Zentrum der Teppichindustrie. Der in Antwerpen konzentrierten Verarbeitung von Diamanten, insbesondere der Produktion von geschliffenen Industriediamanten, kommt weltweit ein hoher Stellenwert zu.

Belgien deckt 57,14 Prozent seines Energiebedarfs mit Atomkraft, 40,44 Prozent werden aus fossilen Energieträgern gewonnen, die Anteile regenerativer Energiequellen sind sehr gering. Im Januar 2003 beschloss das Parlament den Ausstieg des Landes aus der Kernenergie bis zum Jahr 2025, der erste Reaktor soll bis 2015 abgeschaltet werden.

Währungseinheit ist seit dem 1. Januar 2002 der Euro zu 100 Cents, der den Belgischen Franc (= 100 Centimes) als Währung ablöste. Die Nationalbank von Belgien (Banque Nationale de Belgique) ist das oberste Organ des belgischen Bankensystems. Sie wurde 1850 gegründet und gibt die Banknoten in Belgien aus.

Der Außenhandel Belgiens erfolgt über die Handelsunion mit Luxemburg (BLEU), die 1921 gegründet wurde. Bis 1990 arbeitete diese Handelsunion mit einem doppelten Wechselkurs. Der Belgische Franc war in Luxemburg anerkanntes Zahlungsmittel. 1948 schlossen sich Belgien, Luxemburg und die Niederlande zu einer Zollunion zusammen. 1958 wurde die Wirtschaftsunion durch einen Staatsvertrag vollzogen. 1960 folgte die Ratifizierung dieses Vertrages durch die Gründung der „Union Economique Benelux” (Benelux-Vertrag). Der ratifizierte Vertrag beinhaltet die vollständige Liberalisierung des Waren- und Kapitalverkehrs und den Austausch von Arbeitskräften zwischen den drei Ländern.

Wichtige Importprodukte sind u. a. Maschinen und Fahrzeuge, Transportanlagen, lebende Tiere, chemische Erzeugnisse, elektrische Geräte, Schmuck, Textilprodukte und Nahrungsmittel. Exportiert werden beispielsweise Eisen- und Stahlwaren, Textilien, chemische Produkte, Maschinen- und Transportanlagen, Nahrungsmittel und Vieh sowie geschliffene Diamanten. Deutschland, Frankreich, die Niederlande, Großbritannien, Italien und die USA sind die wichtigsten Handelspartner. 1951 wurde Belgien Mitglied in der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl (EGKS), sechs Jahre später war Belgien Gründungsmitglied der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft und der Europäischen Atomgemeinschaft (EURATOM).

Der Hauptzugang Belgiens zum Meer erfolgt über die in den Niederlanden liegenden Mündungen von Schelde und Maas. Antwerpen liegt zwar etwa 85 Kilometer vom Meer entfernt, ist aber einer der größten Seehäfen Europas (weitere Seehäfen sind in Zeebrügge und Ostende). Die belgischen Flüsse sind über ein gut ausgebautes Kanalnetz miteinander verbunden (Albertkanal, Charleroi-Brüssel-Kanal und Brüssel-Rupel-Kanal). Die Gesamtlänge der Kanäle und schiffbaren Flüsse beträgt etwa 1 600 Kilometer. Das Straßennetz umfasst 150 567 Kilometer (2004). Mit einer Länge von 3 542 Kilometern (2005) hat Belgien ein überaus dichtes Schienennetz.

Spitzenklöpplerin in Brügge
Spitzenklöpplerin in Brügge. Encarta
Die belgische Eisenbahn ist ein staatlich geführtes Unternehmen. Die nationale Fluggesellschaft Sabena fliegt weltweit zahlreiche bedeutende Großstädte an. Zu den bevorzugten Zielen des Fremdenverkehrs gehören neben der Hauptstadt Brüssel weitere historisch bedeutende Städte wie etwa Antwerpen, Gent und Brügge. Während in den Ardennen ausgezeichnete Möglichkeiten für Wanderungen bestehen, ist der Badetourismus an der Küste vor allem in den Seebädern Ostende, Knokke und Zeebrügge gut entwickelt. Belgien," Microsoft® Encarta® Online-Enzyklopädie 2009
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