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Industrie und Außenhandel von Australien
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Nach dem 2. Weltkrieg wurde durch den Ausbau bereits bestehender Industriezweige und die Einführung neuer Industrien eine beträchtliche Expansion der Produktionskapazität der verarbeitenden Industrie herbeigeführt. Etwa 21 Prozent aller Beschäftigten sind im industriellen Bereich tätig, 75 Prozent arbeiten im Dienstleistungssektor.

Die Hauptzentren der verarbeitenden Industrie befinden sich in New South Wales, insbesondere in Sydney und Newcastle, und in Victoria, wobei hier besonders das großflächige Ballungsgebiet von Melbourne von wirtschaftlicher Bedeutung ist. Der Staat New South Wales ist vor allem im Bereich der Eisen- und Stahlerzeugung, dem Bau von Düsenflugzeugen, der Herstellung von Baumaschinen und -zubehör, synthetischen Produkten, elektronischen Komponenten, Stromleitungen sowie petrochemischen und Raffinerieerzeugnissen führend. Die Aktivitäten der in Melbourne angesiedelten Industrien fundieren vor allem auf dem Automobil- und Maschinenbau (Komponentenerzeugung und Montage) sowie der Nahrungsmittelerzeugung und Herstellung von Kleidung. Das in der Nähe von Melbourne gelegene Geelong ist vorwiegend für Wollspinnereien und Fahrzeugindustrie bekannt.

In South Australia, einem traditionsgemäß auf Weide- und Landwirtschaft spezialisierten Bundesstaat, entstanden nach 1950 u. a. in Adelaide und Whyalla mehrere bedeutende Zentren der verarbeitenden Industrie. Die Städte Brisbane und Townsville in Queensland verfügen ebenfalls über wichtige Niederlassungen dieses Sektors. Die in Tasmanien ansässige Industrie, die von der preiswerten Energieerzeugung durch die Nutzung der Wasserkraft profitiert, umfasst u. a. Elektrolyseanlagen für die Herstellung von reinem Zink und eine große Süßwarenfabrik. Die wichtigsten Standorte der verarbeitenden Industrie in Tasmanien sind Hobart und Launceston.

Währungseinheit des Landes ist der Australische Dollar, der sich in 100 Cents untergliedert. Die australische Währung wurde 1966 im Rahmen einer Währungsreform vom alten britischen System mit Pfund Sterling, Shilling und Pence auf das Dezimalsystem umgestellt.

Die erste australische Bank wurde 1817 in Sydney errichtet. Die 1911 gegründete Reserve Bank of Australia ist die Zentralbank des Landes und zugleich die Zentralnotenbank. Das Bankensystem setzt sich aus den einzelnen Branchen der Federal Commonwealth Banking Corporation zusammen, die die Commonwealth Federal Bank, die Commonwealth Development Bank und die Commonwealth Savings Bank umfasst, ferner aus den Banken der einzelnen australischen Staaten, verschiedenen privaten Handelsbanken und Sparkassen sowie Filialen von fast 20 ausländischen Banken.

Die Börsen in den Hauptstädten der sechs Bundesstaaten wurden 1987 zur Australischen Börse (Australian Stock Exchange) zusammengefasst. Das Finanzwesen wurde Mitte der achtziger Jahre dem freien Wettbewerb übergeben.
Außenhandel

Der Export Australiens ist besonders auf die asiatischen Märkte, vor allem auf Japan, ausgerichtet. Da neben Nahrungsmitteln und Agrarprodukten vor allem auch Rohstoffe ausgeführt werden besteht für Australiens Wirtschaft eine gewisse Abhängigkeit von den Rohstoffpreisen auf dem Weltmarkt. So führte beispielsweise zu Beginn der achtziger Jahre ein starker Preisverfall für Rohstoffe zu nicht unerheblichen wirtschaftlichen Problemen: Die Erlöse aus dem Export gingen zurück, die Kosten für den gleich bleibenden Importbedarf übertrafen die Ausfuhreinnahmen. Verschärft wurde diese Situation durch eine andauernde Strukturkrise verschiedener Industriezweige des Landes. Australien musste Leistungsbilanzdefizite hinnehmen und zur Modernisierung und Diversifizierung seiner (bis dahin kaum

Brisbane (Australien)
Brisbane (Australien). Encarta
entwickelten) Industrie private Kredite aufnehmen. Dies führte zu einer hohen Auslandsverschuldung. Sie lag 1985 bei rund 90 Milliarden US-Dollar und betrug 1995 (zehn Jahre später) knapp 134 Milliarden US-Dollar. Gegen Ende der neunziger Jahre litt das Land unter der Asienkrise. In diesem Zusammenhang versucht Australien seine Außenhandelsbeziehungen vor allem zu Mitgliedsländern der EU zu intensivieren. Die wichtigsten Handelspartner von Australien sind Japan und die Vereinigten Staaten von Amerika. Weitere Exportmärkte sind u. a. Südkorea, Neuseeland, China (mit Hongkong), Singapur, Indonesien und Deutschland. Die Hauptexportgüter umfassen verschiedene Metalle und Erze, Kohle, Erdöl und Erdgas, Industrieerzeugnisse, Maschinen und Transportmittel sowie Nahrungsmittel (Weizen, Fleisch) und Wolle. Australien importiert neben Maschinen und Fahrzeugen, vor allem Produkte und Zwischenprodukte der chemischen Industrie sowie elektrotechnische Erzeugnisse. Hauptimportländer Australiens sind die USA, Japan, Großbritannien, China, Deutschland, Neuseeland, Südkorea und Singapur. "Australien," Microsoft® Encarta® Online-Enzyklopädie 2009
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