Industrien, Verkehr und Tourismus in Ägypten
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Fotografien Ägypten |
Ägypten verfügt über zahlreiche Bodenschätze. Heute spielt in diesem Zusammenhang vor allem die Förderung von Erdöl eine große Rolle. Erdöl und dessen Produkte gehören zu den wichtigsten Exportgütern des Landes (der Anteil von Erdöl und Erdölerzeugnissen am Export lag 1998 bei nahezu 34 Prozent). Bedeutende Ölvorkommen gibt es z. B. in den Küstenregionen des Roten Meeres, in El Alamein am Mittelmeer und auf der Sinai-Halbinsel. Die durchschnittliche Jahresfördermenge liegt bei etwa 46 Millionen Tonnen Erdöl. Daneben werden jährlich etwa 27 Milliarden Kubikmeter Erdgas gefördert (2003). Weitere Bodenschätze sind beispielsweise Phosphate, Manganerz, Eisenerz und Titan. 1991 wurde in der Umgebung der Stadt Assuan mit dem Abbau von Uranerz begonnen. |
Im Vergleich zu anderen Ländern Afrikas ist die Industrialisierung Ägyptens relativ fortgeschritten. Rund ein Fünftel (um 20 Prozent) aller Erwerbstätigen ist in der Industrie beschäftigt und erzielt knapp ein Drittel des Bruttoinlandsproduktes. Neben der Erdölförderung sowie der Erdölverarbeitung zählen vor allem die Textil- und die Metallindustrie zu den wichtigen Industriezweigen des Landes. Die Produktion konzentriert sich dabei auf die Ballungsgebiete im Nildelta, vorwiegend Kairo und Alexandria. Zu den industriellen Erzeugnissen des Landes gehören z. B. Erdölprodukte, Baumwollgarn, Jutegarn und -stoffe, Wollgarn, Metallerzeugnisse, Schwefelsäure, Stickstoffdünger, Papier, Zement, Autoreifen sowie Fernsehgeräte. Zu den kleineren Gewerbebetrieben mit gesamtwirtschaftlicher Bedeutung gehören Gerbereien, Brauereien, keramische Werkstätten und Parfümfabriken. |
Die offizielle Währung ist das Ägyptische Pfund zu 100 Piaster. Die 1961 gegründete Ägyptische Zentralbank kontrolliert die Bankgeschäfte der Regierung, die Privatbanken sowie die Zentralnotenbank. Es gibt mehr als 200 inländische und ausländische Banken. |
Die Handelsbilanz Ägyptens ist negativ. Die Ausgaben für die Einfuhr von Gütern übersteigen bei weitem die Erträge durch den Export. Allein 1998 importierte Ägypten Güter im Wert von mehr als 16 Milliarden US-Dollar (vor allem Nahrungsmittel und Maschinen), während sich die Exporteinnahmen auf rund 3,1 Milliarden US-Dollar beliefen. Aufgrund des rapiden Bevölkerungswachstums wurde das Land in zunehmendem Maße von Lebensmittelimporten abhängig, insbesondere von Weizen, Mehl und Fleisch. Weitere Importgüter von Bedeutung sind Fahrzeuge, chemische Erzeugnisse, Maschinen für den Bergbau sowie Metallwaren. Die wichtigsten Lieferstaaten dieser Güter sind die USA, Deutschland, Italien, Frankreich und Japan. Zu den wichtigsten Exportgütern zählen Rohöl und Erdölprodukte, die knapp die Hälfte der Exporterlöse einbringen; darüber hinaus werden auch Rohbaumwolle, Baumwollgarn und -stoffe sowie Agrarprodukte ausgeführt. Die Hauptabnehmerländer für diese Erzeugnisse sind Italien, die USA, Deutschland, Großbritannien, Frankreich und die Türkei. Die offizielle ägyptische Arbeiterorganisation ist die Egyptian Trade Union Federation, die etwa fünf Millionen Mitglieder hat. Die Arbeiterschaft wird auf etwa 15,3 Millionen Menschen geschätzt, die Arbeitslosenquote beträgt etwa 17,5 Prozent. |
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Zeltherstellung in Ägypten. Encarta |
Das staatliche ägyptische Eisenbahnnetz hat eine Länge von 5 150 Kilometern (2005). Die Hauptlinie verbindet Assuan und verschiedene Orte im nördlichen Niltal mit Alexandria an der Mittelmeerküste. Die wichtigste Binnenwasserstraße des Landes ist der Nil, der auf seiner gesamten Länge in Ägypten schiffbar ist. Daneben gibt es schiffbare Kanäle mit einer Gesamtlänge von etwa 1 600 Kilometern und mehr als 17 700 Bewässerungskanäle im Nildelta, die intensiv zu Transportzwecken genutzt werden. In kleinerem Umfang spielen in den Wüstengebieten auch Karawanen für den Warentransport eine Rolle. Die wichtigste Hafenstadt ist Alexandria, gefolgt von Port Said und Suez, die alle von zahlreichen Schifffahrtsgesellschaften angelaufen werden. Der Suezkanal war zwischen 1967 und 1975 gesperrt, heute sind die Gebühren für die Durchfahrt eine wichtige Einnahmequelle des Staates. Ein Straßentunnel unter dem Kanal verbindet die Sinai-Halbinsel mit dem ägyptischen Kernland. Kairo und Alexandria sind über zwei Fernstraßen miteinander verbunden. Weitere Fernstraßen verbinden Kairo mit Port Said, Suez und El Faiyum. Die Gesamtlänge des Straßen- und Fernstraßennetzes beträgt etwa 92 370 Kilometer (2004); 52 Prozent davon sind befestigt. Die staatliche Fluglinie Egypt Air bietet Inlands- und Auslandsflüge an, es gibt in ganz Ägypten etwa 80 Flugplätze. Wichtige Flughäfen sind u. a. Kairo, Alexandria, Port Said, Abu Simbel, Assuan und Luxor. |
Der Fremdenverkehr stellt für Ägypten eine wichtige Devisenquelle dar. 1998 besuchten 3,5 Millionen Auslandsgäste das Land, die Einnahmen beliefen sich umgerechnet auf knapp 4,1 Milliarden US-Dollar. Zu den bevorzugten Reisezielen der Besucher Ägyptens zählen vor allem die Hauptstadt Kairo und die Pyramiden von Gise und Luxor mit dem Tal der Könige und den zahlreichen erhaltenen Tempeln. Darüber hinaus ist auch der Bade- und Tauchtourismus am Roten Meer von großer Bedeutung. Zu diesem Zweck wurden während der vergangenen Jahre verschiedene Ferienorte angelegt. Schweren Schaden nahm die Fremdenverkehrsbranche durch mehrere Terroranschläge muslimischer Extremisten auf Touristen. So ging beispielsweise nach dem Massaker von Luxor im November 1997 die Zahl ausländischer Gäste innerhalb kurzer Zeit drastisch zurück. Erst in der zweiten Jahreshälfte von 1998 stiegen die Besucherzahlen wieder auf Vorjahresniveau an, und 1999 wurde ein Zuwachs um nahezu 40 Prozent gegenüber dem Vorjahr erreicht. "Ägypten," Microsoft® Encarta® Online-Enzyklopädie 2009 |
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