Geschichte Europas : Erste Hochkulturen in Europa : Griechenland
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Fotografien Europa |
Während Nord-, Mittel-, West- und Osteuropa in der Bronzezeit kulturell noch vergleichsweise rückständig waren, hatten sich im Raum der Ägäis und des heutigen Griechenland, u. a. dank der geographischen Nähe zum Vorderen Orient, hoch entwickelte Kulturen gebildet. Die minoische Kultur auf Kreta erlebte bereits um 2200 v. Chr. eine Blütezeit. Die Kreter waren wirtschaftlich weit fortgeschritten, trieben ausgedehnten Handel mit dem griechischen Festland, Syrien und Ägypten, errangen die Seeherrschaft im östlichen Mittelmeer und hatten ein organisiertes Staatswesen mit einem König an der Spitze. Im Palast von Knossos aufgefundene Wandmalereien, Schmuckstücke und kunstvolle Gebrauchsgegenstände zeugen von dem hohen Kunstsinn der Kreter. Um 1900 v. Chr. wanderten Indoeuropäer auf der Balkanhalbinsel ein und ließen sich im südlichen Griechenland nieder. Diese Einwanderer wurden später unter der Bezeichnung Achaier zusammengefasst. Um die Mitte des 2. Jahrtausends standen die Achaier in Mykene und Tiryns auf dem Höhepunkt ihrer Macht; Ausgrabungen belegen den großen Reichtum der Herren von Mykene und Tiryns, aber auch den Einfluss der kretischen Kultur. Um 1400 v. Chr. eroberten die Achaier Kreta und übernahmen die Machtposition der Kreter im östlichen Mittelmeer. |
Um 1200 v. Chr. setzte infolge der Wanderungen der Urnenfelderleute die dorische Wanderung ein, in deren Verlauf erneut indoeuropäische Stämme in Griechenland eindrangen. Am mächtigsten war der Stamm der Dorer, die sich im östlichen Peloponnes niederließen und von hier aus als Eroberer nach Kreta, Rhodos und in den Südwesten Kleinasiens kamen. Ebenfalls im Zuge der dorischen Wanderung setzten sich die beiden anderen großen Stämme der Griechen, die Ionier und die Äolier, in Griechenland und Kleinasien fest. In der Folge verfestigten sich die aus den großen Stämmen hervorgegangenen Verbände als aristokratisch organisierte Staatswesen. Zwischen 750 und 550 v. Chr. errichteten die Griechen aus Landnot Kolonien im Mittelmeerraum, vor allem auf Sizilien und in Unteritalien, beispielsweise Syrakus, Tarent, Neapel, Paestum sowie Massilia (Marseille) an der Mündung der Rhône. |
Sie brachten eine hoch entwickelte Stadtkultur in die von ihnen besiedelten Gebiete, hielten sich aber streng getrennt von der einheimischen Bevölkerung, die sie mit dem Begriff „Barbaren” als nicht nur Nichtgriechen, sondern auch als Ungebildete, Rohe bezeichneten. |
In Griechenland selbst kristallisierten sich nach und nach einige Herrschaftszentren heraus, vor allem Sparta und Athen, die in unterschiedlichem Ausmaß die benachbarten Staatswesen unter ihre Herrschaft brachten oder in Bündnissysteme (Symmachien) einbanden, gegeneinander um die Vorherrschaft kämpften und unterschiedliche Herrschaftsstrukturen, wie etwa Tyrannis und Demokratie, entwickelten. Politisch wie kulturell war Griechenland dem restlichen Europa nach wie vor weit überlegen. In seiner Histories Apodeixis verwendet der griechische Geschichtsschreiber Herodot in der 2. Hälfte des 5. Jahrhunderts v. Chr. im Rahmen seiner Beschreibung der Perserkriege erstmals den Begriff Europa (der noch kaum |
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Minoischer Goldschmuck |
mehr umfasst als die griechische Welt) zur Abgrenzung der „zivilisierten” Griechen gegen das „barbarische” Asien. |
Mit dem Peloponnesischen Krieg (431-404 v. Chr.) zwischen Athen und Sparta begann der Niedergang des griechischen Staatslebens und der Aufstieg Makedoniens im Norden. Philipp von Makedonien einigte die meisten Griechen unter seiner Oberhoheit; sein Sohn Alexander der Große griff weit über Europa und das griechische Kleinasien aus und schuf ein Reich, das von Makedonien und Griechenland im Westen bis zum Indus tief in Asien reichte. Mit den Griechen kam auch die griechische Kultur in den Osten. "Europa," Microsoft® Encarta® Online-Enzyklopädie 2009 http://de.encarta.msn.com © 1997-2009 Microsoft Corporation. Alle Rechte vorbehalten. |
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