Geschichte der Schweiz : Die Reformation
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Fotografien Schweiz |
Die Reformation traf in der Schweiz auf teilweise recht fruchtbaren Boden – die Eidgenossenschaft befand sich gerade in der Phase der außenpolitischen Neuorientierung, soziale Bewegungen waren im Entstehen begriffen – und fand in Ulrich Zwingli, seit 1519 Priester am Züricher Großmünster, und später, in den französischsprachigen Gebieten, in Johannes Calvin kompromisslose Verfechter. 1523 führte Zürich die Reformation ein, und der Großteil der Städte, darunter auch Bern und Basel, folgte bald dem Züricher Beispiel. Die drei Urkantone sowie Zug, Freiburg, Luzern und Solothurn dagegen blieben bei der katholischen Konfession. Die konfessionelle Spaltung der Schweiz entlud sich 1531 im Zweiten Kappeler Krieg, aus dem die katholischen Orte als Sieger hervorgingen. |
Der Kappeler Landfriede, den katholische und reformierte Kantone am 20. November 1531 am Ende des Krieges schlossen, stellte zwar die Entscheidung über die Konfession jeweils in das Ermessen der Kantone; zugleich aber wurde die katholische Konfession in den gemeinsam verwalteten Untertanenländern durchgesetzt und dadurch sowie durch die katholische Mehrheit in der Tagsatzung die Vormachtstellung der Katholischen verfestigt. |
Infolge der Niederlage der Reformierten bei Kappel und des Todes Zwinglis stagnierte die Ausbreitung der Reformation in der deutschsprachigen Schweiz; im französischsprachigen Westen dagegen konnte sie sich weiter entfalten. 1536 führte Genf, seit 1526 „zugewandter Ort”, unter der Ägide Calvins und Guillaume Farels die Reformation ein und entwickelte sich rasch zu einem Zentrum des Calvinismus mit bedeutender Fernwirkung. 1566 vereinten sich die beiden schweizerischen protestantischen Richtungen, die Zwinglianer und die Calvinisten, in der Confessio Helvetica posterior zu einer Glaubensgemeinschaft. Im Gegenzug intensivierte die katholische Seite ihre gegenreformatorischen Bemühungen, u. a. durch die Gründung neuer Klöster und die Berufung von Jesuiten. |
1586 schlossen sich die sieben katholischen Kantone zur Verteidigung ihrer Konfession zum Goldenen Bund (1655 in Borromäischer Bund umbenannt) zusammen, und 1587 gingen sie zudem ein Bündnis mit dem katholischen Spanien ein. Die konfessionellen Gegensätze gefährdeten den Bestand des schweizerischen Bündnissystems zwar erheblich, wurden jedoch immer überlagert von dem Bestreben, die politische Einheit und damit die Unabhängigkeit der Eidgenossenschaft zu bewahren. |
Dies war einer der Gründe dafür, dass die Schweiz – mit Ausnahme Graubündens – kaum in den Dreißigjährigen Krieg (1618-1648) involviert wurde. Dennoch hatte der Krieg für die Schweiz nachhaltige Folgen: Im Zuge des Krieges verfestigte die Eidgenossenschaft ihr Prinzip der Neutralitätspolitik; 1668 führte sie mit dem Defensionale eine erste umfassende Heeresordnung ein, die ausdrücklich dem Schutz und der Aufrechterhaltung ihrer Neutralität dienen sollte. Des Weiteren erreichte die Schweiz im Westfälischen Frieden 1648 die Entlassung aus dem Reichsverband und die völkerrechtliche Anerkennung als souveräner Staat. Schweiz," Microsoft® Encarta® Online-Enzyklopädie 2009 |
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