Geschichte Russlands : Frühzeit und Kiewer Rus (bis 1242)
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Fotografien Russland |
Historisch bezeichnet Russland das Zaren- bzw. Kaiserreich, das mit dem Kiewer Reich (Kiewer Rus) und dem Großfürstentum Moskau zwei Vorläufer hatte und bis zur Oktoberrevolution 1917 bestand. Nach der Oktoberrevolution schufen die Bolschewiki die Russische Sozialistische Föderative Sowjetrepublik (RSFSR), die im Juli 1918 eine erste Verfassung erhielt und die dominierende Teilrepublik der 1922 gegründeten Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken (UdSSR, Sowjetunion) wurde. Heute wird der Name gemeinhin auf die Russische Föderation angewendet, die sich 1990 für souverän erklärte und nach der Auflösung der UdSSR 1991 zum unabhängigen Staat wurde. Wörtlich übersetzt müsste der neue Staat, gemäß der Unterscheidung im Russischen zwischen russkij und rossijsskij, eigentlich „Russländische” Föderation (Rossijskaja Federatsija) heißen. 1914 nahm das russische Kaiserreich mit rund 22 Millionen Quadratkilometern flächenmäßig etwa ein Sechstel der Erdoberfläche ein. Das Land erstreckte sich vom Bottnischen Meerbusen bis zum Pazifik und bestand aus dem eigentlichen russischen Kernland im östlichsten Teil Europas, zu dem auch das Großherzogtum Finnland und der größte Teil Polens gehörte, den Steppengebieten im Südwesten, dem Kaukasus, Sibirien und Russisch-Turkestan. |
In vorchristlicher Zeit war das Gebiet des heutigen Russland nur spärlich von Nomadenstämmen besiedelt. Im Norden, einer Region mit ausgedehnten Wäldern, lebten die Stämme, die später unter dem Oberbegriff Slawen zusammengefasst wurden. Weitaus wichtiger war der Süden. Dort wurde die nicht genau abzugrenzende Region mit dem Namen Skythien durch verschiedene asiatische Reitervölker besetzt, darunter – in chronologischer Folge – die Kimmerier, die Skythen und die Sarmaten. Seit dem 7. Jahrhundert v. Chr. errichteten griechische Händler und Kolonisten Handelsposten und Niederlassungen, besonders an der Nordküste des Schwarzen Meeres und auf der Halbinsel Krim. |
Die offenen Ebenen des europäischen Russland erleichterten das Vordringen verschiedener Volksstämme, die Siedlungen gründeten und sich mit der ansässigen Bevölkerung vermischten. So wurden in den ersten Jahrhunderten nach Christus die asiatischen Völker aus Skythien von den germanischen Goten verdrängt, die am Schwarzen Meer ein Königreich errichteten. Im 4. Jahrhundert n. Chr. eroberten die eindringenden Hunnen das Land, vertrieben die Goten und vernichteten auch das schon seit dem 5. Jahrhundert v. Chr. bestehende Bosporanische Reich beiderseits der Straße von Kertsch. Die Hunnen hielten das Gebiet, das die heutige Ukraine und Bessarabien umfasste, bis zu ihrer Niederlage auf den Katalaunischen Feldern (im heutigen Frankreich) im Jahr 451. |
Im 6. Jahrhundert drangen die Awaren über die südrussische Steppe vor, gefolgt von den Magyaren und den Chasaren, die bis etwa Mitte des 10. Jahrhunderts das Gebiet zwischen Wolga und Don beherrschten. |
Während dieser langen Periode aufeinander folgender Invasionen begannen sich die slawischen Stämme, die wahrscheinlich nordöstlich der Karpaten in den Sumpf- und Waldgebieten zwischen oberem Bug und dem Mittellauf des Dnjepr lebten, über Osteuropa auszubreiten und sich in verschiedenen größeren Gruppen zu formieren. Im Sog der zahlenmäßig sehr viel schwächeren Awaren drangen sie nach Mittel- und Südosteuropa vor. Aus den westlichen Stämmen entwickelten sich u. a. Polen, Tschechen und Slowaken, aus den südlichen Stämmen gingen die Serben, Kroaten und Slowenen hervor. Die Ostslawen betätigten sich als Kaufleute, drangen über das System von Flüssen und Wasserwegen, das sich von den Waldaihöhen aus erstreckte, vor und legten Handelsposten an, so z. B. Kiew im Süden und Nowgorod im Norden. |
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Fluss Wolga. Encarta |
Die Waldaihöhen im Nordwesten Russlands sind die höchsten Erhebungen in der Osteuropäischen Ebene und das Quellgebiet vieler wichtiger Flüsse, z. B. Wolga, (westliche) Düna und Dnjepr. Durch diese strategisch wichtige Region, die sich leicht überwinden ließ, verliefen die Handelswege von der Ostsee bis zum Schwarzen Meer. Von den Waldaihöhen breiteten sich die Ostslawen ab dem 6. Jahrhundert weiter aus. "Russland," Microsoft® Encarta® Online-Enzyklopädie 2009 http://de.encarta.msn.com © 1997-2009 Microsoft Corporation. Alle Rechte vorbehalten. |
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