Geschichte Australiens : Frühe Entdeckungsgeschichte
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Fotografien Australien |
Die Aborigines, Australiens Ureinwohner, kamen verschiedenen archäologischen Funden zufolge vor etwa 60 000 bis 40 000 Jahren wahrscheinlich aus dem südostasiatischen Raum nach Australien. Vor rund 30 000 Jahren hatten sie den größten Teil des Kontinents besiedelt, darunter auch die südwestlichen und südöstlichen Randgebiete. Tasmanien war zu dieser Zeit noch ein Teil des australischen Festlandes und wurde erst später durch den nacheiszeitlichen Meeresspiegelanstieg von Australien abgetrennt. Zur Zeit der Ankunft der ersten weißen Siedler lebten schätzungsweise 300 000 bis eine Million Ureinwohner auf dem australischen Kontinent. Es wird angenommen, dass Arnhemland lange vor dem 17. Jahrhundert von makassaresischen Händlern aus dem heutigen Indonesien aufgesucht wurde. Außerdem gab es Kontakte mit Neuguinea, und es ist nicht unwahrscheinlich, dass nach dem 15. Jahrhundert chinesische, malaiische und arabische Schiffe an der Nordküste Australiens vor Anker gingen. Australien blieb jedoch bis zum 17. Jahrhundert von westlichen Forschungsunternehmungen unberührt. Im Spätmittelalter nahm man an, dass ein großes so genanntes Südland, das von den Geographen auch als Terra Australis Incognita bezeichnet wurde, zur Ausbalancierung der nördlichen Landmassen in Europa und Asien notwendig sei. Die Terra Australis erschien auf den frühen europäischen Weltkarten häufig als große, kreisförmige Landmasse, die zufällig ungefähr die der Realität entsprechende geographische Lage einnahm. |
Portugiesische und spanische Entdeckungsreisen |
Auf der Suche einer Handelsroute nach Indien begannen im 15. Jahrhundert vor allem die Portugiesen mit der systematischen Erforschung der afrikanischen Westküste in südlicher Richtung. Damit entflammte aber auch das Interesse der Europäer an der Entdeckung der legendären Terra Australis. Portugal, das schon bald den Handel mit Indien und Ostafrika dominierte, beabsichtigte jedoch nicht weiter in östlicher und südlicher Richtung vorzustoßen. Es waren aber auch andere Gründe, die Australien noch unentdeckt ließen. Zum einen lag der Kontinent abseits der damaligen Handelsrouten im Indischen Ozean und Südpazifik. Zum anderen trieben die Windsysteme der südlichen Hemisphäre Schiffe aus westlicher Richtung nach Norden zum Äquator ab – und damit an Australien vorbei. Dagegen erschwerten die starken Gegenwinde östlich des australischen Festlandes das Segeln und damit ein Erreichen des Kontinents. |
Im 16. und frühen 17. Jahrhundert entsandte Spanien, das zu dieser Zeit bereits seine Vormachtstellung als Kolonialreich in Süd- und Zentralamerika gesichert hatte, einige Expeditionsschiffe von Peru in den Südpazifik. Die offiziellen Vertreter der spanisch dominierten Neuen Welt wurden durch die Entdeckung der Salomon-Inseln nordöstlich von Australien durch Alvaro de Mendaña 1567 dazu ermutigt, 1595 und 1605 Expeditionen zu entsenden, von denen sie sich erhofften, für das Spanische Reich Gold und für die römisch-katholische Kirche die Terra Australis zu entdecken. Nach dem Fehlschlag dieser Entdeckungsreisen, die weder die erhofften Edelmetalle mitbrachten noch die Entdeckung bedeutender Landmassen zur Folge hatten, verlor Spanien sein Interesse an derartigen Unternehmungen und führte keine weiteren Expeditionen mehr durch. |
Niederländische Interessen |
Die wirtschaftliche Verflechtung Portugals mit Indien und die Entmutigung der Spanier von weiteren Forschungsunternehmungen ermöglichten den Niederlanden als aufstrebender Macht im 17. Jahrhundert die Errichtung einer Reihe von Handelszentren, die sich vom Kap der Guten Hoffnung bis nach Niederländisch-Indien (Indonesien) zogen. Die Niederländer hatten ihre Niederlassungen vorwiegend in den indonesischen Hafenstädten Bantam und Batavia (Jakarta). |
![]() Entdeckungsreisen in Australien Encarta |
Mit Hilfe besserer Segelschiffe waren sie in der Lage, die widrigen Gegebenheiten im Südpazifik erfolgreich zu überwinden. Anfang 1606 drang Willem Janszon mit seinem Segelschiff in die Torresstraße vor, die zwischen dem australischen Festland und Neuguinea verläuft, und sichtete einen Teil der australischen Nordküste an der Westseite der Kap-York-Halbinsel, den er Kap Keer-Wear taufte. Die von ihm befahrene Wasserstraße wurde später nach Luis Vaez de Torres benannt, dem letzten der spanischen Forschungsreisenden, der nur wenige Wochen später in das gleiche Gebiet segelte und schlussfolgerte, dass Neuguinea eine Insel sei. Australien sichtete er jedoch mit fast hundertprozentiger Sicherheit nicht. |
Niederländische Generalgouverneure in Batavia fühlten sich nach den Reisen von Janszon dazu ermutigt, weitere Expeditionen in den südlichen Ozeanen zu veranlassen. Im Oktober 1616 wurde die Eendracht unter dem Kommando von Dirk Hartóg das erste Schiff, von dem aus Europäer an der Shark Bay in Western Australia australischen Boden betraten. Zwischen 1626 und 1627 erforschte Peter Nuyts ungefähr 1 600 Kilometer der südaustralischen Küste, und andere Niederländer vervollständigten das noch bruchstückhafte Bild des neuen Kontinents durch Informationen über die Nord- und Westküste. Die bedeutendste Entdeckungsarbeit leistete jedoch Abel Janszoon Tasman. 1642 segelte Tasman in die Gewässer Südaustraliens und sichtete am Morgen des 24. November 1642 die Westküste der heute als Tasmanien bekannten Insel. Tasman taufte diese Insel nach dem Gouverneur von Niederländisch-Indien, der diese Expedition initiiert hatte, auf den Namen Van Diemen’s Land. Danach drang er weiter in östlicher und nördlicher Richtung vor und entdeckte Neuseeland. Tasman unternahm 1644 eine zweite Expedition zur Nordküste. Trotz der rasch voranschreitenden Erforschung des Kontinents, der von seinen ersten Entdeckern Neuholland genannt wurde, ließen die Niederlande ihren Neuentdeckungen keine formelle Inanspruchnahme im Namen des eigenen Landes folgen. Ihrem Ermessen nach boten diese Gebiete nur wenig, was für den europäischen Handel von Interesse hätte sein können. "Australien," Microsoft® Encarta® Online-Enzyklopädie 2009 http://de.encarta.msn.com © 1997-2009 Microsoft Corporation. Alle Rechte vorbehalten. |
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