Geschichte Ägyptens : Nakadakultur (ca. 3800 bis 3100 v. Chr.)
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Fotografien Ägypten |
Südlich von Badari ist für den Fundort Nakada (auch Negade, Naga ed-Deir nordöstlich von Abydos) die erste bis zur Reichseinheit kontinuierlich durchlaufende Siedlungsgeschichte dokumentiert, die Nakada- oder Negadekultur. Im frühen 4. Jahrtausend strahlte die Kultur von Nakada in weitem Umkreis bis zur Faijum-Senke im Norden und bis jenseits des 1. Katarakts im Süden aus (Nakada I). Seit der Nakada II-Zeit verraten Keramik und andere Fundobjekte ein deutlich höheres Maß an handwerklicher Spezialisierung der Produzenten (ca. 3500 v. Chr.). Darin spiegelt sich ein Prozess, in dem sich eine homogene, undifferenzierte Gesellschaft von Ackerbauern allmählich in einen komplexen sozialen Organismus verwandelte: Fernhandel und Import von Prestigegütern (Elfenbein, Metalle, Edelsteine, Edelhölzer) boten einer allmählich entstehenden Elite die Gelegenheit, sich von der übrigen Bevölkerung abzusetzen. Vermutlich durch Fernhandel durchdrang die Nakadakultur ebenfalls seit etwa der Mitte des 4. Jahrtausends v. Chr. das Nildelta. |
Mit der funktionalen Spezialisierung der Menschen auf Fernhandel, Handwerk und andere Berufsgruppen ging eine räumliche Differenzierung einher, in deren Verlauf sich Spezialisten mehr und mehr in kompakten, stadtähnlichen Siedlungen konzentrierten, während die bäuerliche Bevölkerungsmehrheit weiterhin das flache Land bewohnte. Die fortschreitende Dürre erforderte eine verbesserte Nutzung der Wasserressourcen des Nils: Erstmals gelangten großflächige, komplexe Systeme zur Be- und Entwässerung (Kanalbauten, Dämme) zur Anwendung. Spezialisierung, Siedlungskonzentration und Bewässerungsbau waren maßgebliche Faktoren einer tief greifenden sozialen Umstrukturierung. Die neuen Organisationsformen boten einer zunehmend auf Unterscheidung bedachten Elite vielfältige Möglichkeiten zur Anhäufung von Reichtum. |
Reichtum und Spezialwissen ließen sich unmittelbar in gesellschaftliche Macht umsetzen. Fest gefügte soziale Schichten entstanden. Dass Reichtum und die Zugehörigkeit zur Elite erblich wurden, können an den Nekropolen (Gräberfeldern) der späten Nakadazeit abgelesen werden: Die Gräber der Elite rückten räumlich von den Gräbern der Bevölkerungsmehrheit ab und wurden über lange Zeiträume kontinuierlich genutzt. Die Angehörigen der Elite besetzten ökonomische Schlüsselfunktionen: Ihre großen Höfe übernahmen die Einsammlung von Ernteüberschüssen der Landbevölkerung und die Verteilung der Überschüsse an die landwirtschaftlich unproduktiven Spezialisten. Untereinander standen sie in regem Austausch, nach außen wickelten sie den Fernhandel ab. Paläste wuchsen heran, die ein großes Umland kontrollierten. |
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Kamelreiter in Ägypten. Encarta |
Ihre Anzahl nahm mit der Zeit immer mehr ab, während ihre Größe deutlich zunahm: Am Ende der Nakadazeit, am Vorabend der Reichseinigung, blieben lediglich zwei große Zentren in Oberägypten übrig: Hierakonpolis und Abydos. "Ägypten," Microsoft® Encarta |
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