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Die Geographie Europas
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Europas Landmasse ist stark zergliedert. Sie umfasst eine Anzahl großer Halbinseln, wie die Skandinavische, Iberische, Italienische und die Balkanhalbinsel, sowie einer Reihe kleinerer Halbinseln wie Jütland oder die Bretagne. Hinzu kommen eine Vielzahl von vorgelagerten Inseln, vor allem Island, die Britischen Inseln, Sardinien, Sizilien und Kreta. Europäische Küsten befinden sich im Norden entlang einzelner Ausläufer des Nordpolarmeeres sowie der Nord- und Ostsee, im Südosten am Kaspischen Meer, im Süden am Schwarzen Meer und am Mittelmeer, und im Westen am Atlantischen Ozean. Über den höchsten Punkt des Kontinents herrschen auch in der Wissenschaft verschiedene Ansichten vor. Je nach Abgrenzung wird der nördliche Kaukasus zu Europa oder zu Asien gezählt. Für den ersten Fall ist der höchste Berg der Elbrus (5 642 Meter) im Südwesten von Russland. Bei Ausgrenzung des Kaukasus gilt der Montblanc (4 810 Meter) auf der Grenze zwischen Frankreich und Italien als höchster Berg. Der niedrigste Punkt Europas befindet sich mit 28 Metern unter dem Meeresspiegel an der Nordküste des Kaspischen Meeres.

Das geologische Fundament Europas ist von Norden nach Süden in folgende Abschnitte gegliedert: eine Masse festen, kristallinen Gesteins; ein breiter Gürtel relativ flachen Sedimentgesteins; eine Zone verschiedenartiger geologischer Strukturen, die durch Faltung, Verwerfung und Vulkantätigkeit entstand und eine Zone mit vergleichsweise junger Gebirgsbildung. Diese geologische Grundstruktur hat zur Entstehung der zahlreichen Landschafts- und Naturregionen Europas beigetragen. Der im Präkambrium entstandene Fennoskandische Schild bildet den Untergrund Finnlands und größtenteils auch der anderen Teile der Skandinavischen Halbinsel. Er ist nach Osten geneigt und ist die geologische Basis sowohl für die Gebirge im Westen von Schweden als auch für die finnische Tiefebene.

Küste Norwegens und die abgetragene Oberfläche des ausgedehnten Tieflandes in Finnland entstanden durch die erodierende Tätigkeit der Gletscher. Die Berge in Irland, Wales, Schottland und dem westlichen Norwegen wurden im Zuge der kaledonischen Gebirgsbildung (vor etwa 500 bis 395 Millionen Jahren) geformt. Durch nachfolgende Erosion wurden diese Gebirge auf den Britischen Inseln abgerundet und abgeflacht. In Norwegen erheben sich die höchsten Gipfel noch bis zu einer Höhe von nahezu 2 500 Metern.

Die zweite geologische Zone, eine weite Tieflandregion, zieht sich in einem Bogen vom Südwesten Frankreichs in nördlicher und östlicher Richtung über die Niederlande, Deutschland und Polen bis in das westliche Russland. Sie schließt auch einen Teil des Südostens von England mit ein. Eingelagert in dieses Tiefland sind einzelne Becken, z. B. das Londoner Becken oder das Pariser Becken. Es ist in weiten Teilen mit einer Geröllschicht überzogen. Das Geröll wurde von den Gletschern der Eiszeiten oder von den nacheiszeitlichen Schmelzwasserflüssen abgelagert. In dieser mitteleuropäischen Tiefebene befinden sich einige der fruchtbarsten Gebiete Europas. Die ertragreichsten liegen vor allem entlang der südlichen Ränder der Tiefebene, wo durch die Winde Löß abgelagert wurde. Dieses äolische Sediment enthält nach der Verwitterung zahlreiche Nährstoffe. Das Tiefland ist im östlichen Europa am breitesten ausgeprägt.

Südlich davon zieht sich ein Band verschiedenartiger geologischer Strukturen quer über Europa und bildet die Grundlage für eine der vielfältigsten Landschaften des Kontinents: der Mittelgebirgsraum West- und Mitteleuropas. In diesem Raum wirkten die Kräfte der Schrägstellung von sedimentären Schichten (im Jura und in der Süddeutschen Schichtstufenlandschaft), der Verwerfung (z. B. in den Vogesen, im Schwarzwald und im beide trennenden Oberrheingraben), des Vulkanismus (im Zentralmassiv Frankreichs) und der Hebung von

Landschaft Europas
Landschaft Europas. Bild E. Buchot
Gesteinsmassen (in der Meseta, dem Hochplateau im Zentrum Spaniens) zusammen und schufen eine vielfältige Landschaft mit Gebirgen, Hochplateaus und markanten Taleinschnitten.
Die am weitesten im Süden liegende landschaftliche Großregion Europas ist zugleich die zuletzt entstandene. Im Oligozän, einer Epoche des Tertiär, kollidierte vor ungefähr 35 Millionen Jahren die Afrikanisch-Arabische Platte mit der Eurasischen Platte, wodurch die alpidische Gebirgsbildung ausgelöst wurde (siehe Plattentektonik). Die durch den Zusammenstoß hervorgerufenen Kompressionskräfte schoben gewaltige Massen mesozoischen Sedimentgesteins nach oben und bildeten so die Betischen Kordilleren (im Südosten Spaniens), die Pyrenäen, die Alpen, die Apenninen, das Balkangebirge, das Dinarische Gebirge, die Karpaten und den Kaukasus. Diese Gebirgsketten sind nicht nur die höchsten Gebirge Europas, sondern auch die steilsten. Die häufigen Erdbeben in diesem Raum weisen darauf hin, dass aufgrund von tektonischer Instabilität noch Veränderungen im Untergrund stattfinden. Die Alpidische Gebirgsbildung ist noch nicht abgeschlossen. Das bedeutet, dass sich die europäischen Hochgebirge noch weiter heben; der Hebungsbetrag liegt bei wenigen Millimetern pro Jahr. Während in der letzten Eiszeit (Ende vor etwa 10 000 Jahren) weite Teile dieser Hochgebirge vergletschert waren, sind heute Gletscher nur noch in den Hochlagen verbreitet. "Europa," Microsoft® Encarta® Online-Enzyklopädie 2009
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