Fotografien
Geschichte von Frankreich : Gallien unter den Römern
Fotografien Frankreich

Wohl 154 v. Chr. überschritten die Römer erstmals die Alpen in Richtung Nordwesten, besiegten um 125/124 v. Chr. die Kelten an der unteren Rhône und errichteten 121 v. Chr. im Gebiet der heutigen Provence die Provinz Narbonensis. In den Jahren 58 bis 50 v. Chr. eroberte Gaius Julius Caesar ganz Gallien, schlug 52 v. Chr. den gefährlichen Aufstand der Gallier unter Vercingetorix nieder und errichtete die Provinz Gallia transalpina. Unter Augustus wurde Gallien 27 v. Chr. in drei Provinzen unterteilt: Neben der Provinz Narbonensis bestanden nun die Provinzen Lugdunensis mit dem 43 v. Chr. gegründeten Lugdunum (Lyon) als Hauptort, Aquitania mit Burdigala (Bordeaux) als Zentrum und Belgica mit der Hauptstadt Augusta Treverorum (Trier).

Gallien diente den Römern auch als Ausgangsbasis für ihre Expansion nach Britannien und Germanien. Nach der vernichtenden Niederlage gegen Arminius in der berühmten Schlacht im Teutoburger Wald 9 n. Chr. verzichteten sie auf ihre rechtsrheinischen Eroberungen, beschränkten sich mehr oder weniger auf die Verteidigung der Rheingrenze und vereinigten das linksrheinische Germanien mit der Provinz Belgica. Domitian gliederte zwischen 82 und 90 n. Chr. das linksrheinische Germanien als die Provinzen Germania inferior und superior wieder aus der Belgica aus.

259 begründete Postumus, von meuternden Soldaten zum Kaiser ausgerufen, ein von Rom unabhängiges gallisches Sonderreich, dessen Mittelpunkt Gallien war und dem zeitweise auch Britannien und Spanien angehörten. 273 konnte Aurelian dieses Sonderreich zerschlagen und Gallien wieder in das Römische Reich integrieren. Im Zuge seiner Neuordnung des gesamten Reiches nahm Kaiser Diokletian Ende des 3. Jahrhunderts auch eine Neugliederung Galliens vor: Die bestehenden Provinzen wurden in kleinere Verwaltungseinheiten unterteilt. Seit Diokletian, besonders aber unter Kaiser Konstantin enwickelte sich Augusta Treverorum zur glanzvollen Residenz und zu einem der Zentren des Gesamtreiches.

Nach der römischen Eroberung wurde Gallien rasch romanisiert; das Zusammenleben zwischen Galliern und Römern verlief weitgehend friedlich,

die gallische Oberschicht stieg nach und nach in hohe Posten in der römischen Verwaltung und im Heer auf. Ab der zweiten Hälfte des 2. Jahrhunderts breitete sich das Christentum in Gallien aus.

Ab dem späten 2. Jahrhundert bedrohten und überschritten immer wieder Germanen, zunächst vor allem Franken und Alemannen, die Rheingrenze; ab dem späten 4. Jahrhundert bedrohten im Zuge der Völkerwanderung zunehmend auch Burgunder, Sweben, Wandalen, Alanen und Westgoten das römische Gallien. In Nordostgallien hatten sich in der zweiten Hälfte des 4. Jahrhunderts Franken als römische Bundesgenossen angesiedelt und dehnten in der Folge ihr Siedlungsgebiet kontinuierlich aus. Um 407 begründeten die Burgunder westlich des Mittelrheins um Worms ein Reich, wurden jedoch bald von Aetius, dem römischen Heermeister in Gallien, geschlagen und um 443 in den Süden, in das nach ihnen benannte Burgund umgesiedelt. 406 fielen Wandalen, Sweben und Alanen in Gallien ein und durchquerten das Land Richtung Spanien. Um 410 drangen die Westgoten in Gallien ein, ursprünglich um in römischem Auftrag die Wandalen zu bekämpfen, und wurden 416 als römische Bundesgenossen in Aquitanien angesiedelt.

Frankreich unter römischer Herrschaft
Frankreich unter römischer Herrschaft. Encarta
Dort errichteten sie das Tolosanische Reich mit dem Zentrum Toulouse, das sie nach Norden und Osten sukzessive bis zur Loire und zur Rhône ausweiteten. 451 vereinte Aetius die Westgoten, Burgunder und Franken mit den Römern im Kampf gegen die Hunnen unter Attila und besiegte die Hunnen auf den Katalaunischen Feldern. In der zweiten Hälfte des 5. Jahrhunderts ließen sich im Nordwesten Galliens, in Armorika, Kelten aus Britannien nieder; von ihnen hat diese Gegend den Namen Bretagne.
Nach dem Untergang des Weströmischen Reiches 476 suchte Syagrius in dem Gebiet zwischen Loire und oberer Maas die Reste der römischen Herrschaft in Gallien aufrechtzuerhalten. 486 besiegten die nach Südwesten vordringenden Franken unter Chlodwig I. Syagrius bei Soissons und beendeten damit die römische Herrschaft in Gallien; anschließend besiegten sie die Alemannen und die Westgoten und eroberten große Teile des alemannischen und des Tolosanischen Reiches. Am Ende erstreckte sich Chlodwigs Herrschaft vom Rhein bis zur Garonne. 496 ließ sich Chlodwig taufen. "Frankreich" Microsoft® Encarta® Online-Enzyklopädie 2009
http://de.encarta.msn.com © 1997-2009 Microsoft Corporation. Alle Rechte vorbehalten.
Benutzerdefinierte Suche