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Fauna in Russland
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Die Tierwelt in der Tundra entlang der arktischen und pazifischen Küste und auf den vorgelagerten Inseln ist überraschend vielfältig. Hier leben Eisbären, Eisfüchse, Rentiere, Schneehasen und Lemminge sowie Walrosse und Hundsrobben (Bart-, Sattel-, Ringel- und Kegelrobben). Zur Avifauna (Vogelwelt) gehören Schneehühner, Gerfalken, Raufußbussarde, Schnee-Eulen, Möwen und Seetaucher. Im Sommer ziehen viele Gänse, Schwäne und Enten in diese Region, um hier zu brüten. In der warmen Jahreszeit bietet die Tundra Stechmücken optimale Vermehrungsmöglichkeiten, und diese Insekten werden zur Plage. Die Taiga ist Lebensraum für Elche, Rentiere, Braunbären, Luchse, Zobel und eine Vielzahl von Waldvögeln wie Auerhühner, Haselhühner, Waldschnepfen, Tannenhäher, Seidenschwänze, Habichte, Sperber, Habichtskäuze, Bartkäuze und Sperbereulen.

In den Laubwäldern leben viele auch in der Taiga anzutreffende Arten, zu den bemerkenswerten Säugetieren gehören Wölfe, Nerze und Biber. Die Wälder im Süden des fernöstlichen Russland sind bekannt für ihre großen Sibirischen Tiger (eine vom Aussterben bedrohte Unterart) sowie für Leoparden und Braunbären. In der Steppe leben Nagetiere wie Bobaks (nahe Verwandte der Alpenmurmeltiere), Perlziesel, Zwerghamster und Blindmäuse, doch kommen dort auch Raubtiere wie Steppeniltisse und Huftiere wie die Saiga (eine Steppenantilope) vor. Die Kaukasusregion weist eine besonders reiche Tierwelt auf; große Raubtiere wie Braunbären, Leoparden, Hyänen und Schakale leben dort, aber auch Steinböcke, Bezoarziegen, Gämsen, Rothirsche und Wildschweine. In den Binnen- und Küstengewässern Russlands gibt es etwa 1 500 Fischarten.

In der Sowjetunion wurde das produzierende Gewerbe systematisch ausgebaut, Auswirkungen auf die Umwelt wurden dabei kaum beachtet. Schätzungen zufolge sind bis zu 60 Prozent der Luft, des Wassers und der Böden in Russland schwer belastet. Ein großes Problem stellt die Versorgung der Bevölkerung mit Trinkwasser dar; etwa ein Drittel des zur Verfügung stehenden Trinkwassers entspricht nicht internationalen Richtwerten.

Als ein besonders sensibles Ökosystem ist auch der Baikalsee immer noch durch industrielle Verschmutzungen gefährdet. Eine große Gefahr, deren Ausmaß noch kaum abgeschätzt werden kann, ist die unkontrollierte Entsorgung und Lagerung von radioaktiven Abfällen, insbesondere der russischen U-Boot-Flotte, in den Küstengebieten und -gewässern.

Aufgrund der schlechten Wirtschaftslage in Russland fällt es ausländischen Unternehmen leicht, Lizenzen für Holzeinschläge in den sibirischen Wäldern zu bekommen. Dies hat in den letzten Jahren zu großflächigen Abholzungen geführt. Ein großer Teil der Wälder, zum Teil bisher weitgehend unberührter Urwald, ist davon bedroht.

Sibirischer Tiger
Sibirischer Tiger. Encarta
Die Luftverschmutzung ist in den meisten Städten sehr stark. Ursache hierfür sind u. a. die überwiegend veralteten Verkehrsmittel und die qualitativ minderwertigen Kraftstoffe. Bei verheerenden Bränden wurden 1997 und 1998 im Fernen Osten Russlands ausgedehnte Waldgebiete zerstört. Das verheerende Ausmaß der Umweltschäden in Russland zeigt sich auch daran, dass landesweit 4 bis 5 Prozent aller Krankheiten auf Umweltbelastungen zurückzuführen sind. Seit 1998 haben sich die Umweltbedingungen leicht verbessert. Als Hauptgrund dafür werden Rückgänge bei der industriellen Produktion angeführt. So zeigen Umweltdaten zur Wasser- und Luftverschmutzung in einigen Regionen des Landes für 1998 jeweils einen Rückgang von einigen Prozent an. Ungefähr 1,4 Prozent der Landesfläche stehen in 89 Naturschutzgebieten und 29 Nationalparks unter Schutz. 17 Naturschutzgebiete wurden von der UNESCO zu Biosphärenreservaten erklärt. "Russland," Microsoft® Encarta® Online-Enzyklopädie 2009
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