Die europäische Bevölkerung: Bevölkerungsentwicklung
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Fotografien Europa |
Es lässt sich nicht genau sagen, seit wann menschliches Leben in Europa existiert. Es wird aber vermutet, dass die Bevölkerung in mehreren Schüben aus dem Osten einwanderte, größtenteils wohl über eine inzwischen nicht mehr existierende Landbrücke zwischen Kleinasien und dem Balkan und über das Grasland nördlich des Schwarzen Meeres. In Teilen Europas ist bereits seit dem Altpaläolithikum eine menschliche Bevölkerung belegt. Natürliche Grenzen wie Wälder, Berge und Sümpfe trugen mit zur Entstehung separater Volksgruppen bei, die über lange Perioden getrennt voneinander existierten. Vereinzelt führten Migrationsbewegungen aber doch zu einer Vermischung der Völker. |
Europa ist die Heimat einer großen Zahl ethnischer Gruppen, die jeweils über eine gemeinsame Kultur und Sprache verfügen. Die europäischen Nationen umfassen meist eine vorherrschende Volksgruppe, etwa die Deutschen in Deutschland oder die Franzosen in Frankreich. Einige Länder, vor allem in Ost- und Südosteuropa, sind ethnisch überaus heterogen zusammengesetzt. Neben einer Titularnation, nach der das Land benannt ist (z. B. Litauer oder Slowaken) leben zahlreiche weitere Volksgruppen mit zum Teil beträchtlichen Anteilen als Minderheiten im Land. |
Darüber hinaus gibt es in den meisten Ländern kleinere ethnische Gruppen, die schon seit langer Zeit dort leben. Beispiele dafür sind etwa die Basken in Spanien oder die Samen (Lappen) in Norwegen. Auch eine größere Anzahl von Türken, Schwarzafrikanern und Arabern lebt in Westeuropa. Viele von ihnen halten sich nur für einen begrenzten Zeitraum zum Arbeiten in diesen Ländern auf. Der Zusammenbruch des kommunistischen Herrschaftssystems 1989 bis 1991 führte zur Auflösung der UdSSR in 15 getrennte, unabhängige Republiken, in denen jeweils eine ethnische Gruppe dominiert. Die Mehrheit der Bevölkerung in Kroatien, Slowenien und der Ehemaligen Jugoslawischen Republik Mazedonien, deren vorherrschende Volksgruppen jeweils eine Bevölkerungsmehrheit in einer der jugoslawischen Teilrepubliken stellten, stimmte 1991 für die Trennung von Jugoslawien und die Gründung unabhängiger Staaten. |
In Bosnien und Herzegowina existieren ebenfalls verschiedene ethnische Gruppen mit jeweils hohem Anteil an der gesamten Bevölkerung des Landes, was nach der Loslösung von Jugoslawien 1992 zu kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen den Volksgruppen führte. |
Die Anzahl und die Verteilung der Bevölkerung Europas war wiederholt starken Schwankungen unterworfen. In der Frühzeit des Christentums war die Mittelmeerregion die Gegend in Europa, die am dichtesten besiedelt war. Mittlerweile weisen – mit Ausnahme der flächenmäßig kleinen Länder wie Vatikanstadt, Monaco, San Marino und Malta – die Niederlande und Belgien die größten Bevölkerungsdichten aller europäischen Länder auf. Von den größeren Staaten haben Großbritannien und Deutschland Werte von mehr als 200 Einwohnern je Quadratkilometer. Auch Norditalien verfügt über eine hohe Bevölkerungsdichte; der Süden des Landes ist demgegenüber weniger dicht besiedelt. Am dünnsten besiedelt ist der Inselstaat Island. |
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Die europäische Bevölkerung: . Bild E. Buchot |
Die bevölkerungsreichsten Länder des Kontinents sind Russland, Deutschland, die Türkei, Großbritannien, Frankreich und Italien. Auch die Ukraine weist eine Einwohnerzahl von mehr als 50 Millionen auf. |
Die Bestände wirtschaftlich bedeutender Meeresfische wie Dorsche, Heringe und Thunfische oder die im Schwarzen Meer und im Kaspischen Meer zur Kaviargewinnung gefangenen Störe leiden unter Überfischung, Süßwasserfische wie Forellen dagegen vor allem durch Gewässerverschmutzung. |
Das durchschnittliche jährliche Bevölkerungswachstum Europas liegt bei 0,3 Prozent. Darüber hinaus gibt es große Unterschiede zwischen den jeweiligen Wachstumsraten der einzelnen Länder. Während etwa Albanien ein jährliches Wachstum von mehr als 2 Prozent verzeichnet, ändert sich die Einwohnerzahl von Ländern wie Großbritannien oder Deutschland kaum merklich. Der Grund für das geringe Bevölkerungswachstum liegt in erster Linie in einer niedrigen Geburtenrate. Die Europäer haben überwiegend eine hohe mittlere Lebenserwartung – um 75 Jahre, mit steigender Tendenz. Der durchschnittliche Wert für die Weltbevölkerung beträgt 66 Jahre. "Europa," Microsoft® Encarta® Online-Enzyklopädie 2009 http://de.encarta.msn.com © 1997-2009 Microsoft Corporation. Alle Rechte vorbehalten. |
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